Einerseits der gute Honig – andererseits die Gefährdung ihrer Herstellerinnen: Der HonigBienenMarktPlatz in Neustadt war von Sorgen und Appellen an die Verbraucher geprägt. Ausgestellt hatten die Imker aus Neustadt, des Mittleren Aischgrunds, des Oberen Ehegrunds, die Aktiven des Bund Naturschutz und des NeuStadtGartens.
Bürgermeister Klaus Meier referierte vor dem Hintergrund, dass Neustadt eine der 100 Genussorte in Bayern ist, über ein Thema, das ihm „persönlich sehr wichtig ist“. Zuerst verwies er auf die breite Vielfalt an Honigprodukten und die Mitmachaktionen, insbesondere für Kinder, heuer zum Wildbienenschutz. Die Neustädter Imker ließen die Kinder einen Imkerbaum malen, der beim Heimatfest zu sehen sein wird.
Meier hob das Engagement von Wolfgang Hille hervor: „Jeden Samstag ist auch ein passionierter Imker mit seinen selbsterzeugten Produkten dabei, der sich ungeheuer vielfältig ehrenamtlich betätigt: bei der Feuerwehr, beim Imkerverein, bei der Nachbarschaftshilfe und sicherlich noch mehr. Ich meine, dies ist einmal einen großen Beifall für Wolfgang Hille wert.“ Der kam dann auch von den Gästen auf dem Marktplatz.
Bienen seien ungeheuer nützliche, aber auch inzwischen nützliche, aber auch inzwischen sehr gefährdete Insekten.
Das Bienen- und Insektensterben habe geradezu dramatische Ausmaße angenommen. Hauptursache sei der Mensch: Er zerstöre die Lebensräume, erzeuge intensivste landwirtschaftlich genutzte Flächen, und Monokulturen. Der Verlust von Nahrungsquellen und Nistplätzen für Bienen sei die Folge.
Der Klimawandel habe ebenfalls eine Auswirkung auf die Lebensbedingungen von Bienen. Veränderungen in Temperatur und Niederschlagsmustern können das Blühverhalten von Pflanzen und die Verfügbarkeit von Nahrung für Bienen beeinflussen, die in der Natur unverzichtbar sind.
„Sehr wirkungsvolle Ansätze wären, in allen unseren Gärten und Balkonen bienenfreundliche Pflanzen zu ziehen, um damit die Bienen zu unterstützen. Wir im kommunalen Bereich legen nun schon länger ganz gezielt neue Blumen- und Blühwiesen an und mähen auch wesentlich weniger wie früher“, so Meier.
Kreisverbandsvorsitzender Dietmar Lisson, beklagte, dass es nur noch sieben Imkervereine gibt für die 440 Imkerinnen und Imker im Landkreis gibt – es waren schon einmal elf gewesen. Die Frühjahrstracht und der Sommerhonig seien „sehr gut“ gewesen, der Waldhonig bleibe derzeit aus, weil es einfach zu heiß gewesen sei. Er appellierte an die Verbraucher, regionalen Honig zu kaufen.
Corinna Gräßel, die stellvertretende Vorsitzende des Bund Naturschutz im Landkreis, teilte die Sorgen des Bürgermeisters und forderte eine Pestizidreduktion in der Landwirtschaft. Sie verwies auf die Aktion „Hier fehlt ein Baum“ der Organisation. Dabei können alle Bürgerinnen und Bürger, die in ihrer Stadt oder Gemeinde einen Baum an einer Stelle vermissen, Standvorschläge anregen. Näheres werde auf der Seite www.neustadt-aisch.bund-naturschutz.de erläutert.
Matthias Rühl vom Imkerverein Oberer Ehegrund warnte vor der Gefahr von Pestiziden auf den Äckern. Sein Augenmerk galt den Notfallzulassungen, die es derzeit mit Blick auf die Schilfglasflügelzikade gibt, die aus Zuckerrüben Gummirüben macht. Das Nervengift Acetaprimid, ein Neonikotinoid, bedrohe die Gesundheit, Obst und Gemüse, die Artenvielfalt und die Bienen.
Er verwies auf den Zusammenschluss von immer mehr Organisationen gegen diese Schädlingsbekämpfung. Pestizide spritzen sei nicht zielführend, denn damit vernichte man die Nützlinge.