Hoffen auf klare Regeln für das Parken in Bad Windsheim | FLZ.de

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Veröffentlicht am 30.04.2024 19:37

Hoffen auf klare Regeln für das Parken in Bad Windsheim

Nostalgisch sind sie, jene Parkuhren, die beispielsweise noch in der Johanniterstraße in Bad Windsheim zu finden sind. Der Stadtrat wünscht sich jedoch mehr Einheitlichkeit. (Foto: Katrin Merklein)
Nostalgisch sind sie, jene Parkuhren, die beispielsweise noch in der Johanniterstraße in Bad Windsheim zu finden sind. Der Stadtrat wünscht sich jedoch mehr Einheitlichkeit. (Foto: Katrin Merklein)
Nostalgisch sind sie, jene Parkuhren, die beispielsweise noch in der Johanniterstraße in Bad Windsheim zu finden sind. Der Stadtrat wünscht sich jedoch mehr Einheitlichkeit. (Foto: Katrin Merklein)

„Wann kann ich wie lange für wie viel Geld wo parken?“ Stadtrat Matthias Oberth (SPD) plädierte nach der Vorstellung des Parkraumkonzepts durch das Citymanagement für ein einheitliches System. Sascha Vandrey von der Cima hatte zuvor die Ergebnisse einer Erhebung der Parkplätze vorgestellt.

Es ist teils verwirrend in Bad Windsheim zu parken. Einmal mit Parkscheibe, dann mit Ticket oder per Münzeinwurf in „nostalgische Parkuhren“ – alles ist möglich in der Stadt. Anfang Dezember 2023 hat die Cima an drei Tagen von Donnerstag bis Samstag zwischen 9 und 19 Uhr eine Erhebung der Parkplätze durchgeführt. Untersucht wurden laut Vandrey die Altstadt sowie außen liegende Parkplätze: am Schießwasen, Schulzentrum, Bahnhof und am Freilandmuseum.

Tagsüber können Besucher ihre Fahrzeuge in der Altstadt auf 896 Parkplätzen abstellen, nachts auf 910. Außerhalb der Altstadt stehen tagsüber 929, nachts 959 Parkplätze zur Verfügung. Die Auswertung habe laut Vandrey ergeben, dass die Auslastung vormittags geringer sei, als am späten Nachmittag.

Viele Falschparker am Bahnhof

Marktplatz und Umgebung, sowie Weinmarkt hatten vormittags mit 70 bis 80 Prozent die höchsten Werte in der Altstadt. Außerhalb entpuppte sich der Parkplatz am Bahnhof (Eisenbahnstraße) mit 120 Prozent Auslastung als Ausreißer. „Es standen mehr Fahrzeuge dort, als die Markierungen zulassen“, sagte Vandrey. Falschparker wurden ebenfalls in die Erhebung aufgenommen. In der restlichen Altstadt lag die Auslastung zwischen 53 und 62 Prozent, am Schulzentrum bei 86 Prozent.

Am späten Nachmittag waren die Parkplätze in der Altstadt deutlich beliebter. Am Weinmarkt waren wieder einige Falschparker unterwegs (111 Prozent Auslastung). Die übrigen Altstadtgebiete lagen zwischen 60 und 80 Prozent.

Wenig Nutzung im Außenbereich

Im Außenbereich dagegen wurden die Parkplätze weniger genutzt. Zwischen neun und 31 Prozent hatten Vandrey und sein Team notiert, Ausreißer noch immer die Eisenbahnstraße (41 Prozent Auslastung).

Um Weinmarkt und Marktplatz vormittags zu entlasten empfahl Vandrey, die Tiefgarage besser zu nutzen und in den Fokus der Besucher zu rücken. Um die Situation am Bahnhof zu verbessern, könne er sich vorstellen, den Parkplatz der Raiffeisenbank und hinter der ehemaligen Post mit ins Konzept aufzunehmen. Dort seien wohl die wenigsten parkenden Pendler, vermutete Oberth. Vielmehr seien dies Autofahrer, die kostenfrei parken wollen, und dort ihre Fahrzeuge abstellen.

Zustand mancher Flächen ist schlecht

Dringend empfahl Vandrey dem Stadtrat, die Qualität der vorhandenen Parkplätze zu verbessern. Auf Schotterpisten mit Schlaglöchern wolle niemand parken. In der Sitzungsunterlage waren weitere Vorschläge zu lesen. Demnach werde empfohlen, den Festplatz-Parkplatz attraktiver zu gestalten. Georg Gerhäuser (CSU) schlug vor, dort Markierungen anzubringen. Das sei nicht teuer und lasse erkennen, dass dort geparkt werden kann.

Bürgermeister Jürgen Heckel befürchtet dadurch jedoch eine Parkplatz-Knappheit für Lastwagen, die auf die dortigen Stellplätze abends und am Wochenende angewiesen seien. Das könne man über großflächige Markierungen wie am Freilandmuseum regeln, so Gerhäuser.

41 neue Möglichkeiten

Was der aktuelle Stand beim Altstadtparkplatz sei, wollte Eberhard Gurrath (Freie Wählergemeinschaft) wissen. Dort werden laut Heckel ab 6. Mai 41 Parkplätze für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, zwei Stunden lang mit Parkscheibe – vorerst. Aufgewertet werde das Areal bis dahin noch mit zwei Blumenkübeln, Abfalleimer werden aufgestellt und die Beschilderung erneuert.

Das Stichwort griff Gurrath auf, der fand: „Das Parkleitsystem in Bad Windsheim ist ja jetzt nicht unbedingt der Burner. Was schlagen Sie als Cima denn da vor?“ Es sei alles eine Frage des Geldes und eine „stringente einheitliche Beschilderung“ sei natürlich von Vorteil, so Vandrey. Dazu müsse sich der Stadtrat aber überlegen, was er investieren will. Geld habe man ja schon einmal in die Hand genommen, für ein Parkleitsystem, das nun „irgendwo im Bauhof“ herumsteht und „warum auch immer nie aufgebaut wurde“, sagte Heckel.

Zur Erinnerung: 2011 war das Parkleitsystem von einer Projektgruppe „Verkehrskonzeption und Soziale Stadt“ erstellt und vom Planungsausschuss des Stadtrats in Auftrag gegeben worden. Investiert hatte die Stadt damals rund 12.000 Euro. Konzipiert und bestellt worden war es ohne Rücksprache mit der Polizei, die im Nachhinein feststellen musste, dass mit diesem System Unfälle vorprogrammiert gewesen wären, weil die Schilder Verwirrung gestiftet hätten. Heckel sagte in der Sitzung: „Jetzt hat es nur noch Blechwert.“

Der Stadtrat nahm das Parkraumkonzept einstimmig zur Kenntnis und beauftragte die Verwaltung, das Parkleitsystem zu optimieren, weitere Stellplätze für Anwohner zu schaffen und das Parkraumangebot am Bahnhof zu verbessern. Zu den anderen Vorschläge werde man sich Gedanken machen.


Katrin Merklein
Katrin Merklein
Redakteurin
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