Der Sattelzug ist gepackt und bis obenhin gefüllt mit Geschenken und Hilfsgütern. Sein Ziel ist die Ukraine, noch vor Weihnachten ist er dorthin aufgebrochen. Seit mittlerweile 30 Jahren organisiert der Verein Lotusblüte regelmäßig Hilfstransporte in das osteuropäische Land.
Gegründet hat den Verein Hildegard Ströbel. Mit durchschnittlich ein bis zwei Hilfstransporten jährlich unterstützt er verschiedenste Einrichtungen in der Ukraine – von Schulen und Kindergärten über Krankenhäuser und Gesundheitsstationen bis hin zu spezialisierten Einrichtungen wie Behinderten- und psychiatrischen Häusern.
„Mir war immer wichtig, Kinderheimen zu helfen”, erzählt sie. Als sie vor über 30 Jahren mit einem Bekannten, der Russlanddeutscher ist, in dessen Heimat reiste, wo er karitativ tätig werden wollte, besuchte sie dann auch einige Heime. Seitdem unterstützt sie diese regelmäßig.
Seit Beginn des Ukraine-Krieges organisiert der Verein zudem gezielt Hilfstransporte direkt im Kriegsgebiet, um den Menschen vor Ort, die unter den schwersten Bedingungen leiden, unmittelbar zu helfen.
„Die Not vor Ort ist groß”, sagt Ströbel. Gleichzeitig sei aber auch die Freude über Unterstützung unbeschreiblich. „Das berührt einen schon sehr.” Allerdings: Mittlerweile startet nur noch ein Transport pro Jahr, denn die Kosten für die Logistik betragen mittlerweile bis zu 10.000 Euro.
Auch in diesem Jahr hat sie wieder Spenden gesammelt, um Geschenke und Hilfsmaterialien zu verschicken. „Jeden Cent, der gespendet wird, stecken wir in Ware”, sagt Hildegard Ströbel. Denn der gestartete Sattelzug wird finanziert und unterstützt von der Ströbel Gruppe.
Der Transport umfasst auch medizinisches Equipment und Verbrauchsmaterialien für Krankenhäuser. Partner vor Ort sind der Unfallchirurg Dr. Volodimir Kotlyarov, der die medizinische Hilfe koordiniert, und Mitarbeitende der Berufsschule in der ukrainischen Stadt Chust nahe der rumänischen Grenze. Hildegard Ströbel hat auch in der Ukraine einen Verein gegründet – Ginko e.V. –, um die Koordination zu erleichtern. „Wertvolle Freundschaften sind daraus mittlerweile entstanden”, erzählt sie.
Neben den funktionellen Gütern sei auch die Freude im Mittelpunkt gestanden, berichtet Ströbel: Süßigkeiten wurden speziell für Kinder in Waisenhäusern und Einrichtungen der Kinderbetreuung mitgenommen, um auch in diesen schweren Zeiten ein freudiges Weihnachtsfest zu ermöglichen. Denn dem Verein liege es am Herzen, neben materieller Hilfe auch emotionale Unterstützung zu leisten.
Weil die logistischen Herausforderungen für die Transporte in die Ukraine immer größer werden, setze man auf finanzielle Unterstützung, um Hilfsgüter auch direkt vor Ort einkaufen zu können. Dafür sammelt der Verein Spenden auf das Konto IBAN DE 62 6006 9595 0058 1500 05.
Der Verein Lotusblüte ist auch vor Ort aktiv. Eine süße Weihnachtsüberraschung bekamen die Bewohnerinnen und Bewohner mehrerer regionaler Senioreneinrichtungen auch heuer wieder von Hildegard Ströbel überreicht, heißt es in einer Pressemitteilung. Wie in den Jahren zuvor wurden rund 4000 Schokonikoläuse und Weihnachtskarten in vielen Pflegeeinrichtungen verteilt.
Sie sollen, so heißt es weiter, etwas Abwechslung in den Alltag bringen und seien gleichzeitig ein Dankeschön „für den unermüdlichen Einsatz des Pflegepersonals”. Sowohl die Seniorinnen und Senioren als auch die Mitarbeitenden und Einrichtungsleitungen hätten sich über den Besuch gefreut.