Hilfe aus Ansbach nach der Erdbeben-Katastrophe | FLZ.de

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Veröffentlicht am 26.02.2023 15:58

Hilfe aus Ansbach nach der Erdbeben-Katastrophe

Mehmet Șimșek von der Ansbacher Ditib-Gemeinde am Flughafen Nürnberg: Hier startete ein Flugzeug, das die gespendeten Generatoren im Hintergrund ins türkische Erdbebengebiet brachte. (Selfie: Mehmet Șimșek)
Mehmet Șimșek von der Ansbacher Ditib-Gemeinde am Flughafen Nürnberg: Hier startete ein Flugzeug, das die gespendeten Generatoren im Hintergrund ins türkische Erdbebengebiet brachte. (Selfie: Mehmet Șimșek)
Mehmet Șimșek von der Ansbacher Ditib-Gemeinde am Flughafen Nürnberg: Hier startete ein Flugzeug, das die gespendeten Generatoren im Hintergrund ins türkische Erdbebengebiet brachte. (Selfie: Mehmet Șimșek)

Das Leid der Menschen nach den Erdbeben in der Türkei und Syrien hat viele angerührt. Auch der Verein Ditib – Türkisch-Islamische Gemeinde zu Ansbach wollte schnell reagieren. Er spendete zunächst Stromgeneratoren. Doch ein weiterer Schritt ist schon im Blick. Eine Folgeaktion soll Containerhäuser möglich machen.

„Menschen können sterben, aber wenn die Menschlichkeit stirbt, ist es schlecht“, hebt Mehmet Șimșek hervor. Bei der ersten Hilfsaktion musste der Vorsitzende des Vereins in Ansbach schnell entscheiden, wie er schildert. Man könne vor dem Leid nicht die Augen verschließen.

Er habe gehört, dass im Katastrophengebiet Stromgeneratoren nötig seien. Dies habe er sich vom Generalkonsulat in Nürnberg noch bestätigen lassen. „Dann habe ich 100 gekauft.“ Ein türkischer Händler in Frankfurt am Main habe ein Angebot unterbreitet, bei dem er selbst nichts verdient habe – und noch 20 Geräte gratis dazugegeben.

Die Suche unter den Trümmern

Den Transport der 120 Generatoren von Frankfurt zum Flughafen Nürnberg organisierte Mehmet Șimșek nach seinen Worten mit zwei Kleinbussen. Diese hätten aus Platzgründen jedoch nur 102 mitnehmen können. Von der ersten Idee bis dazu, dass die Hilfsgüter in Nürnberg am Flughafen waren, seien lediglich sechs Stunden vergangen.

Von hier aus gelangten die Generatoren per Flugzeug via Istanbul in die türkische Millionenstadt Gaziantep – im Auftrag des Generalkonsulats, wie der Vorsitzende des Ansbacher Vereins feststellt.

In dieser Region setzten Einsatzkräfte die Geräte nun auch ein. Sie versorgten die vielen Schlagbohrer mit Strom, die die Helfer brauchten, um unter den Trümmern nach Verschütteten zu suchen.

Einschließlich Transport kostete die Hilfe 10.700 Euro, wie der Vorsitzende informiert. Zunächst habe er das Geld privat vorgestreckt. Anschließend gab es eine Spendenaktion, wie Ugur Caliskaniz unterstreicht, der im Vorstand des Vereins Buchhalter ist. Daran hätten sich Spender weit über die Gemeinde hinaus beteiligt, führt Mehmet Șimșek erfreut aus.

Ein Nachbar der Moschee zum Beispiel habe eine Tüte mit einem Anzug und 50 Euro gegeben. In drei Tagen flossen 13.840 Euro, wie Ugur Caliskaniz berichtet. Beteiligt hätten sich hunderte Spender. Das restliche Geld habe man der Ditib-Zentrale bereitgestellt, die ebenfalls eine Spendenaktion initiiert habe.

Andere Gemeinden orientierten sich am Ansbacher Beispiel, wie Ugur Caliskaniz darlegt. Sie hätten zusammen fast 500 weitere Generatoren gespendet. Die zunächst überfälligen 18 Ansbacher Generatoren kamen übrigens später nach, wie Mehmet Șimșek ergänzt.

„Religion spielt überhaupt keine Rolle“

Er kündigt schon jetzt die nächste Spendenaktion für Containerhäuser im Erdbebengebiet an. Viele Überlebende der Katastrophe benötigten Unterkünfte. „Wir warten aber noch auf Hinweise des Generalkonsulats“, ab wann man sie benötige. „Es ist nicht gewünscht, dass die Menschen ein Jahr lang im Zelt leben“, so formuliert es Ugur Caliskaniz.

Dass der Verein nach den Erdbeben hilft, hängt nicht davon ab, dass hier Landsleute in Not sind. Mehmet Șimșek betont dies ausdrücklich. „Es spielt überhaupt keine Rolle, ob jemand Muslim, Christ oder Jude ist“, findet der Vorsitzende, „es handelt sich um Menschen“. Ugur Caliskaniz fügt hinzu: „Das könnte woanders auch sein.“ So habe es früher auch schon eine Aktion für Containerhäuser in Syrien gegeben.

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