Herausforderungen bleiben groß: Ein Rückblick der Ansbacher Jugendamtschefin | FLZ.de

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Veröffentlicht am 11.03.2026 09:03

Herausforderungen bleiben groß: Ein Rückblick der Ansbacher Jugendamtschefin

Stolz ist Sandra Kilian, Leiterin des Amtes für Familie und Jugend, auf die beiden kommunalen Kindertagesstätten in Ansbach. Im Foto ist der TIZ-Kids-Kindergarten im Technologiezentrum zu sehen. (Archivbild: Winfried Vennemann)
Stolz ist Sandra Kilian, Leiterin des Amtes für Familie und Jugend, auf die beiden kommunalen Kindertagesstätten in Ansbach. Im Foto ist der TIZ-Kids-Kindergarten im Technologiezentrum zu sehen. (Archivbild: Winfried Vennemann)
Stolz ist Sandra Kilian, Leiterin des Amtes für Familie und Jugend, auf die beiden kommunalen Kindertagesstätten in Ansbach. Im Foto ist der TIZ-Kids-Kindergarten im Technologiezentrum zu sehen. (Archivbild: Winfried Vennemann)

Spannend und erfolgreich: So lautet das Fazit von Sandra Kilian, Leiterin des Amtes für Familie und Jugend, für das Jahr 2025. Im Jugendhilfeausschuss gab sie den Stadträtinnen und Stadträten einen kurzen Überblick über die Tätigkeiten in diesem Bereich. Sie nannte viele positive Aspekte, verschwieg die negativen indes nicht.

Stolz ist Kilian auf die beiden kommunalen Kindertagesstätten TIZ-Kids und Kinderhaus Kunterbunt. Bei den TIZ-Kids habe das Team großartige Arbeit geleistet. Was sie meint: Trotz laufender Aus- und Umbauarbeiten lief der normale Kita-Betrieb weiter. „Den Kindern hat es wesentlich mehr Spaß gemacht als den Erziehenden”, sagte sie und lachte.

Steigende Zahlen in der Suchtberatung

Die große Baustelle mit der Dachsanierung hat das Kinderhaus Kunterbunt in diesem Jahr noch vor sich. Erwähnenswert ist laut Sandra Kilian, dass in der Einrichtung mittlerweile Menschen aus 26 Nationen zusammenkommen. Das seien 26 verschiedene kulturelle Hintergründe, viele verschiedene Sprachen und Probleme.

Weniger Erfreuliches hatte Sandra Kilian mit Blick auf die Suchtberatungsstelle zu berichten. „Die Fallzahlen steigen”, machte die Amtsleiterin deutlich. Nach ihren Worten hat das Blaue Kreuz im vergangenen Jahr insgesamt 88 Kinder und Jugendliche aus Stadt und Landkreis Ansbach betreut. Darunter seien 40 junge Menschen aus Ansbach gewesen, so Kilian. Im Jahr 2024 „lagen wir bei 28 jungen Menschen aus der Stadt”.

Das Angebot spricht sich herum

Ein Grund für die steigenden Fallzahlen ist ihr zufolge, dass das Angebot angenommen wird. Durch Mund-zu-Mund-Propaganda „merken die Familien und Jugendlichen, dass ihnen da nichts Schlimmes passiert”. Und das ist durchaus wichtig, immerhin soll die Suchtberatung junge Menschen in belasteten Lebenssituationen unterstützen und ihnen im Idealfall dabei helfen, den Weg heraus aus der Sucht zu finden.

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Ein gemischtes Bild zeigt sich bei der Kindeswohlgefährdung. Insgesamt 117 Meldungen sind 2025 beim Amt für Familie und Jugend eingegangen. Das ist ein Rückgang im Vergleich zu 2024 um 20 Meldungen. Ebenfalls zurückgegangen sind die Meldungen mit akuter (von 16 auf 7) und latenter Kindeswohlgefährdung (von 10 auf 8).

Anstieg bei den Inobhutnahmen

In die andere Richtung entwickeln sich die Zahlen bei der Inobhutnahme. Das sind Fälle, bei denen die Kinder aus der Familie genommen wurden. Diese steigen nach den Ausführungen im Jahresbericht seit dem Jahr 2023 wieder an – von 16 über 24 bis 28 Fälle im vergangenen Jahr.

Erfolge zeichnen sich mittlerweile bei weiteren Präventionsangeboten der Stadt ab, wie es in dem Bericht heißt. In der Sitzung des Ausschusses nannte Kilian zum einen das Projekt „Mit Eltern lernen”. Mit diesem sollen Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder unterstützt werden, um ein verbessertes Miteinander in den Familien zu gewährleisten.

Die Zielgruppe wird erreicht

Insgesamt sechs Familien nehmen mittlerweile an dem 2024 gestarteten Projekt teil – vier davon sind im vergangenen Jahr dazugekommen. Die Familien stammen unter anderem aus der Elfenbeinküste, dem Kosovo und aus Syrien. Betreut werden acht Kinder im Alter von drei Monaten bis zweieinhalb Jahren sowie acht Geschwisterkinder zwischen drei und 15 Jahren. Laut Amtsleiter Kilian wird also genau die Zielgruppe erreicht, die man erreichen wollte.

Ebenfalls 2024 gestartet ist das Projekt Familienpaten, das sich an Familien mit Kindern vom Säuglings- bis zum Grundschulalter richtet. Die Patinnen und Paten schenken den Betroffenen bei regelmäßigen Besuchen Zeit. Das kann eine Hilfe bei der Bewältigung des Alltags sein. Die Paten können Kontakte vermitteln, bei Behördenbesuchen helfen, bei Entscheidungen beraten oder einfach mit dem Kind auf den Spielplatz gehen und so den Eltern Freiraum für anderes schaffen. Das Projekt befindet sich laut Kilian noch im Aufbau. Derzeit bestünden drei aktive Patenschaften, so die Amtsleiterin weiter. „Das Projekt läuft immer besser an.”

40 Besucherinnen und Besucher pro Tag

Weiterhin gut läuft es mit Blick auf das Jugendzentrum. Aktuell empfangen die Verantwortlichen rund 40 Besucherinnen und Besucher pro Tag. Einerseits ist das Jugendzentrum ein Treffpunkt für Kinder und Jugendliche, wo sie ihre Freizeit verbringen, sich mit Freunden treffen können. Andererseits gibt es hier auch Hausaufgaben- und Bewerbungshilfe oder Angebote zur politischen Bildung.

Sandra Kilian ist froh, dass das Amt für Familie und Jugend all diese Angebote noch vorhalten kann – „trotz der angespannten Haushaltslage”. Oberbürgermeister Thomas Deffner nutzte die Chance, sich für die Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den vergangenen sechs Jahren zu bedanken. „Die Herausforderungen sind groß und bleiben groß”. Dem OB ist mit Blick auf das vorhandene Team „nicht bange für die Zukunft”.


Florian Schwab
Florian Schwab
Redakteur
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