In dem Geflügelschlachthof in Wassertrüdingen, gegen den aktuell massive Vorwürfe wegen Tierquälerei erhoben werden, hat es offenbar schon länger Probleme mit dem Tierschutz gegeben.
Die bayerische Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (KBLV) in Kulmbach teilte auf Anfrage der FLZ-Redaktion mit, dass 2022 und 2023 zwei Bußgeldverfahren wegen Verstößen gegen Tierschutztransportrecht gegen den Geschäftsführer der Firma eingeleitet worden waren.
Ein Verfahren davon sei rechtskräftig abgeschlossen worden, das andere sei eingestellt worden. Ein wegen dieser Verstöße gleichzeitig eingeleitetes Verwaltungsverfahren ist laut KBLV noch nicht abgeschlossen, da hiergegen Klage eingereicht wurde. Der Ausgang des Gerichtsverfahrens vor dem Verwaltungsgericht Ansbach sei offen.
Ein im Jahr 2024 eingeleitetes Verwaltungsverfahren wegen Tierschutzverstößen wurde dagegen eingestellt – der Betrieb hatte die Mängel laut der KBLV „nachweislich abgestellt“. Abgaben von Verfahren an die Staatsanwaltschaft seien zwischen 2022 und 2024 nicht erfolgt, teilte die Behörde weiter mit.
Mitarbeitern des Schlachthofs in Wassertrüdingen wird aktuell vorgeworfen, massive Gewalt an Hennen ausgeübt zu haben. Die Tierrechtsorganisation Aninova hat deswegen Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Ansbach erstattet. Am Montag hatte Aninova Videomaterial veröffentlicht, das in dem Betrieb in Wassertrüdingen entstanden sein soll.
Der Schlachtbetrieb wurde zwischenzeitlich eingestellt, die für den Betrieb bestimmten Tieren werden nach Informationen von Aninova anderswo geschlachtet. Die Staatsanwaltschaft Ansbach bestätigte gegenüber der FLZ den Eingang der aktuellen Anzeige, bislang sei der Hennen-Schlachthof aber strafrechtlich nicht auffällig gewesen.
Das Landratsamt Ansbach wollte dazu auf Anfrage der FLZ keine weitere Stellungnahme abgeben und verwies auf die Zuständigkeit der KBLV. Laut Pressesprecher Fabian Hähnlein nehmen Veterinäre des Landratsamts in Ansbach die Kontrollen vor Ort vor und leiten die Ergebnisse an die KBLV nach Kulmbach weiter. Die Firma selbst ließ Anfragen der FLZ bisher unbeantwortet