Die Veranstalter rechnen auf jeden Fall mit 10.000 Menschen, die am Pfingstwochenende zum Heimattag der Siebenbürger Sachsen nach Dinkelsbühl kommen werden. Sollte das Wetter schön sein, können es aber auch bis zu 20.000 Leute werden. Für deren Sicherheit wird in diesem Jahr ein überarbeitetes Konzept angewandt.
Roland Schürrle, der Leiter der Dinkelsbühler Polizeiinspektion, hat in den vergangenen Monaten intern, aber auch mit dem Veranstalter – das ist der Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland – sowie mit der Stadt Dinkelsbühl, dem Landratsamt Ansbach und den Rettungsorganisationen besprochen, wie die Sicherheit der Menschen gewährleistet werden kann. Denn durch Vorkommnisse wie Messerangriffe, Amokfahrten oder auch Anschläge mit Sprengstoffen werde das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger beeinflusst, erklärt Schürrle. „Viele haben den Eindruck, dass solche Ereignisse näher kommen“, erklärt der PI-Leiter.
Die Abwägung der Sicherheitslage ist für die Zuständigen also immer eine Gratwanderung. „Wir suchen pragmatische Lösungen“, meint Roland Schürrle.
Grundsätzlich sei der Veranstalter für ein Sicherheitskonzept und die daraus resultierenden Maßnahmen verantwortlich, erklärt der Polizeihauptkommissar. Dies greife für das Festgelände am Schießwasen mit Bierzelt. „Da hat der Veranstalter eine eigene Security-Firma beauftragt, die ihre Sache gut macht“, so Schürrle. Im vergangenen Jahr sei der Polizei im Laufe des Heimattages kein einziger Vorfall angezeigt worden.
Anders läuft es beim Trachtenumzug und der Kundgebung am Sonntag in der Altstadt. „Diese Veranstaltung wird traditionell als Demonstration angemeldet“, berichtet Schürrle. Deshalb seien hier die Stadt und die Polizei für die Sicherheit der Teilnehmenden verantwortlich. Das überarbeitete Konzept sieht beispielsweise einen Schutz der großen Zufahrten zur Altstadt vor. Hier sollen große Fahrzeuge des Technischen Hilfswerks zum Einsatz kommen. Es sei überlegt worden, auch kleinere Gassen abzuriegeln, doch diese Idee sei verworfen worden. Schürrle: „Denn, wenn wir es einmal ganz konsequent machen würden, dann müssten wir es künftig immer und bei allen Großveranstaltungen umsetzen.“
In Rothenburg sei angefragt worden, ob die mobilen Sperren, die die Stadt dort seit Kurzem im Einsatz hat, beim Heimattag in Dinkelsbühl leihweise getestet werden könnten. Das sei wegen des Rothenburger Meistertrunks am selben Wochenende aber nicht möglich gewesen. Diese Sperren sollen nun aber im Rahmen der diesjährigen Kinderzeche in Dinkelsbühl ausprobiert werden.
Ansonsten gilt für das Heimatfest im Großen und Ganzen das gleiche Sicherheitskonzept wie für den Heimattag. Schürrle berichtet auch, dass die Sicherheitsbehörden immer auch im Austausch mit dem Staatsschutz stünden. Nur wenn es eine ganz konkrete Bedrohungslage gebe, würde zur Ultima Ratio, das wäre die Absage, gegriffen werden.