Heilsbronner Stadtrat verhindert „Splittersiedlung” in Weißenbronn | FLZ.de

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Veröffentlicht am 15.07.2024 10:00

Heilsbronner Stadtrat verhindert „Splittersiedlung” in Weißenbronn

Zwischen dem heutigen südlichen Ortsrand von Weißenbronn und einem landwirtschaftlichen Gebäude möchten Ortsbewohner drei Familienhäuser bauen. Der Stadtrat wies in seiner jüngsten Sitzung diese Initiative mehrheitlich zurück. (Foto: Eckard Dürr)
Zwischen dem heutigen südlichen Ortsrand von Weißenbronn und einem landwirtschaftlichen Gebäude möchten Ortsbewohner drei Familienhäuser bauen. Der Stadtrat wies in seiner jüngsten Sitzung diese Initiative mehrheitlich zurück. (Foto: Eckard Dürr)
Zwischen dem heutigen südlichen Ortsrand von Weißenbronn und einem landwirtschaftlichen Gebäude möchten Ortsbewohner drei Familienhäuser bauen. Der Stadtrat wies in seiner jüngsten Sitzung diese Initiative mehrheitlich zurück. (Foto: Eckard Dürr)

In den vergangenen Jahren hat die Stadt Heilsbronn auf die Dörfer gesetzt, um Familien den Wunsch nach einem Eigenheim zu ermöglichen. In Weiterndorf, Bürglein und Weißenbronn entstanden Siedlungen unterschiedlicher Größe. Doch „Splittersiedlungen“ an den Ortsrändern möchte die Stadtratsmehrheit verhindern.

Sie lehnte deshalb in der jüngsten Ratssitzung den Bürgerantrag ab, einen Bebauungsplan in Weißenbronn aufzustellen. Die Antragsteller wollen an der südlichen Ortsausfahrt auf eigenem Gelände drei Häuser bauen, in einer Reihe entlang der Kreisstraße.

Rechtliche Gründe sprechen dagegen

Ihnen geht es darum, in ihrem Heimatort zu bleiben, aber in einem eigenen Haus zu wohnen. „Wir würden uns wahnsinnig freuen, wenn wir in Weißenbronn eine Zukunft haben“, sagte einer von ihnen während der Ratssitzung zu den Stadtratsmitgliedern.

Aus rechtlichen Gründen lässt sich dieser Wunsch allerdings kaum verwirklichen. Vor zwei Jahren verweigerte sich das Landratsamt einer Bauvoranfrage mit dem Hinweis, das Grundstück befinde sich im Außenbereich. Daraufhin unternahmen die Antragsteller den Versuch, mit einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan ihr Ziel zu erreichen. Das bedeutet, sie würden auf eigene Kosten Planung sowie Erschließung übernehmen und einen entsprechenden Vertrag mit der Stadt abschließen.

Heilsbronner Stadtverwaltung blieb skeptisch

In den vergangenen Monaten loteten Stadtverwaltung und Antragsteller gemeinsam mit Behörden die Chancen für einen Bebauungsplan aus. Wegen einer Streuobstwiese als kartiertes Biotop war die Untere Naturschutzbehörde vor Ort, das Straßenbauamt formulierte Bedingungen bezüglich Abständen zur Kreisstraße. Im Ergebnis blieb die Stadtverwaltung skeptisch, weil es sich um einen Außenbereich handele und in Heilsbronn das Entwicklungsziel „Innen vor Außen“ gelte, so Fachbereichsleiter Tobias Christ. Er sprach von einer „Splittersiedlung“, die entstehen würde.

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Die Fraktion Freie Wähler und die Ratsmitglieder aus Weißenbronn, Harald Pfitzer (Grüne) und Günther Brendle-Behnisch (ÖDP) sprachen sich dafür aus, den Antrag auf einen Bebauungsplan zu befürworten. Er sehe „eher eine Abrundung und einen Lückenschluss“, sagte Pfitzer. Wolfgang Prager (FW) meinte, das Thema Außenbereich sei „nicht das große Problem“. Hingegen warnte Gabi Schaaf (Grüne) vor einer „Gefälligkeitsplanung für drei bis vier Familien“. Sie verstehe die Motivation der Antragsteller sehr gut, sagte sie.

Man möchte in Weißenbronn keinen Präzedenzfall schaffen

Aber man müsse Entscheidungen treffen, die für alle gültig seien. Ein Präzedenzfall in Weißenbronn würde die Tür öffnen für ähnliche Anträge in anderen Ortsteilen. Auch Alois Frank (SPD) erkannte einen „enormen Flächenverbrauch für die wenigen Häuser“, mit dem er sich „nicht anfreunden“ könne.

Die Aussage von Befürwortern des Antrags, es handele sich um einen „Sonderfall“, konterte Bürgermeister Dr. Jürgen Pfeiffer: „Die Erfahrung zeigt, dass jeder genehmigte Sonderfall zu weiteren Sonderfällen führt.“


Von edü
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