Heilsbronn: In dieser Kita ist die Natur immer präsent | FLZ.de

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Veröffentlicht am 10.03.2025 15:10

Heilsbronn: In dieser Kita ist die Natur immer präsent

Gewährten einen Einblick (von links): Manuela Körner-Ingold und Marina Wiesinger. (Foto: Florian Schwab)
Gewährten einen Einblick (von links): Manuela Körner-Ingold und Marina Wiesinger. (Foto: Florian Schwab)
Gewährten einen Einblick (von links): Manuela Körner-Ingold und Marina Wiesinger. (Foto: Florian Schwab)

Was als Provisorium begann, hat sich mittlerweile zu einer festen Größe bei der Betreuung des Nachwuchses etabliert: die Heilsbronner Kindertagesstätte Sonnenblume. Nach zwischenzeitlichen Schwierigkeiten läuft der Betrieb jetzt wieder geregelt. Für die Mädchen und Buben in der Einrichtung ist jeder Tag ein neues Abenteuer.

Denn die Kita am Berghof in Heilsbronn ist nicht wie jede andere, sie ist ein Naturkindergarten. „Wir haben ein Thema, das immer aktuell ist“, sagt Marina Wiesinger, die die Einrichtung seit Oktober 2024 leitet. „Die Natur ist immer präsent und wird immer präsent sein. Das ist keine Modeerscheinung.“

Start als eine Übergangslösung

Eröffnet wurde die Kita im Jahr 2019 als Provisorium, weil in Heilsbronn Betreuungsplätze fehlten. Dieser Mangel sollte so lange überbrückt werden, bis die Awo-Kindertagesstätte in der Bauhofstraße fertig war. Doch das Konzept kam bei Kindern, Eltern und Mitarbeitern so gut an, dass sie sich dafür einsetzten, dass die Einrichtung bestehen bleibt – mit Erfolg. Bis Ende 2023 war die Stadt Trägerin, seitdem ist es die gemeinnützige Arche gGmbH.

Die Übergangszeit sei schwierig gewesen, erklärt Manuela Körner-Ingold als Vertreterin des Elternbeirates und Fördervereins. „Es bestand immer die Gefahr der Schließung.“ Dies wiederum hat zu einem Personalmangel und Problemen, neue Mitarbeiter zu finden, geführt. Doch diese Sorgen sind mittlerweile vom Tisch. Laut Körner-Ingold ist die Betreuung seit Juni vergangenen Jahres kontinuierlich gewährleistet.

Platz für 32 Kinder

Aktuell werden 23 Kinder von fünf Erzieherinnen und einem Praktikanten betreut, wie Wiesinger berichtet. Platz wäre für insgesamt 32 Mädchen und Jungen – aufgeteilt in 20 Kindergarten- und zwölf Krippenplätze. Diese stehen Wiesinger und Körner-Ingold zufolge auch Kindern aus umliegenden Orten von Heilsbronn offen.

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Was die pädagogische Arbeit betrifft, ist die Sonnenblume grundsätzlich an den bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan gebunden. „Wir machen es nur ein bisschen anders“, betont Wiesinger und grinst. Was sie damit meint? Das Konzept der Sonnenblume baut auf fünf zentralen Punkten auf, „die in der Pädagogik einen besonderen Stellenwert haben“, führt Körner-Ingold aus.

Auf Entdeckungstour in den Wald

Es handelt sich um die Punkte Natur, Gesundheit, Nachhaltigkeit, Kreativität und Tiere. Der auffälligste Unterschied zu anderen Kitas: Die Kinder verbringen das ganze Jahr fast ausschließlich an der frischen Luft. Nur bei Unwetter oder bei eisigen Minusgraden wird ein Schutzraum aufgesucht. Zur Verfügung steht der Sonnenblume ein etwa 7000 Quadratmeter großes Areal, zu dem auch eine Schafweide gehört. Zudem geht es regelmäßig auf Entdeckungstour in den Wald. Die wichtigste Regel dabei: „Die Kinder sind zu Besuch in der Natur.“ Soll bedeuten: Spinnennetze oder zum Beispiel Insekten dürfen nicht zerstört oder getötet werden. Auch darf nirgends Müll liegengelassen werden. Wobei das bei den Kindern ohnehin kein Thema ist. Sie sammeln auf ihren Spaziergängen sogar die Hinterlassenschaften anderer Menschen ein.

Die Eltern engagieren sich

Sie lernen also, dass die Natur unersetzlich und verletzbar ist. Dabei spielt auch die Nachhaltigkeit eine Rolle. Vorgefertigtes Spielmaterial gibt es wenig. Aber im Wald etwa gibt es viel zu finden. Da kann ein Stock in dem einen Moment ein Fernglas und im anderen Moment eine Angel sein. „Die Kinder können mit allem spielen“, was auch die Kreativität fördere, sagt Körner-Ingold.

Gut fürs Immunsystem

Durch das ständige Draußensein haben die Kinder viel Bewegung und das Immunsystem wird stärker. Beides führt zu einer besseren Gesundheit. Hinzu kommt das Thema Tiere. Zur täglichen Routine gehört das Füttern der Schafe. Auch Katzen und Hühner sind in der Sonnenblume zu finden. Und was macht eigentlich den Kindern am meisten Spaß? Sie nennen unter anderem den Wald und das Lagerfeuer. Aber bei fast jedem Kind steht der Matschberg an vorderster Stelle, den sie freudig herunterrutschen.

Obwohl das Verhältnis von Kindern und Betreuerinnen laut Leiterin Marina Wiesinger aktuell sehr gut ist, geht es in einer kleinen Einrichtung wie der Sonnenblume nicht ohne die Eltern. Diesen muss Wiesinger „ein riesen Lob aussprechen. Das ist nicht nur eine Erziehungspartnerschaft, wir haben eine richtige Bindung.“


Florian Schwab
Florian Schwab
Redakteur
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