Happy End für Inklusionscafé: Sanierung des Bad Windsheimer Bahnhofs startet | FLZ.de

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Veröffentlicht am 20.12.2025 14:37

Happy End für Inklusionscafé: Sanierung des Bad Windsheimer Bahnhofs startet

Das DB-Schild lagert Bernhard Kisch (Mitte, mit Schild) beim historischen Verein Bad Windsheim ein. Im inklusiven Café soll es später einen Platz finden. Darauf freuen sich auch Landrat Dr. Christian von Dobschütz, Hans Herold, Bürgermeister Jürgen Heckel und Dieter Bögelein (von links). Hartmut Freisler (in Orange) hat es nach unten geholt. (Foto: Anna Franck)
Das DB-Schild lagert Bernhard Kisch (Mitte, mit Schild) beim historischen Verein Bad Windsheim ein. Im inklusiven Café soll es später einen Platz finden. Darauf freuen sich auch Landrat Dr. Christian von Dobschütz, Hans Herold, Bürgermeister Jürgen Heckel und Dieter Bögelein (von links). Hartmut Freisler (in Orange) hat es nach unten geholt. (Foto: Anna Franck)
Das DB-Schild lagert Bernhard Kisch (Mitte, mit Schild) beim historischen Verein Bad Windsheim ein. Im inklusiven Café soll es später einen Platz finden. Darauf freuen sich auch Landrat Dr. Christian von Dobschütz, Hans Herold, Bürgermeister Jürgen Heckel und Dieter Bögelein (von links). Hartmut Freisler (in Orange) hat es nach unten geholt. (Foto: Anna Franck)

Das Warten hat ein Ende: Die Sanierung des Bahnhofsgebäudes in Bad Windsheim darf starten. Noch immer sind nicht alle Freistellungen da, die für das Gesamtprojekt nötig sind. Doch die Tatsache, dass man nun im Erdgeschoss beginnen kann, sorgt bereits für Erleichterung.

„Was uns hier an Bürokratismus auferlegt wird, ist nicht mehr zu toppen”, sagte Bürgermeister Jürgen Heckel bei einem Ortstermin am Donnerstag. 2020 startete man mit der Planung, zu der seit Anbeginn ein Inklusionscafé in Zusammenarbeit der Lebenshilfe im Erdgeschoss gehört. Umsetzen konnte man lange nichts.

Immer wieder Ärger mit dem Eisenbahn-Bundesamt

Denn: Die Stadt ist zwar seit 2019 Eigentümerin des Gebäudes. Doch das Eisenbahn-Bundesamt verweigerte 2024 aufgrund einer Gesetzesänderung die für die Baugenehmigung nötige Freistellung der benötigten Flächen von Bahnbetriebszwecken. Den Antrag dafür hatte die Stadt für das Gebäude und ein Areal westlich davon, auf dem ein Anbau mit Treppenturm, Aufzug und öffentlichem WC geplant war, gestellt. Inzwischen hat die Bundesregierung das Gesetz erneut geändert.

Die Freistellung für das Gebäude liegt nun seit September vor, erklärte Jennifer Münch, Leiterin des Sachgebiets Hochbau, im Gespräch mit unserer Redaktion. Im November habe das Landratsamt die Baugenehmigung für den Umbau des Erdgeschosses erteilt, vorbehaltlich der Freistellung des geplanten Wintergartens. Auf diese wartet man noch immer. „Da sind wir dran”, sagte Münch. Der Wintergarten müsse mit dem Ausbau des Erdgeschosses erfolgen. In ihm seien ebenfalls Sitzplätze vorgesehen, die für die Wirtschaftlichkeit des Cafés essenziell sind.

„Wir wissen nicht, wie lange sich das noch zieht”

Das westliche Flurstück sei derweil mit verschiedenen Dienstbarkeiten für die Bahn belastet, erklärte Münch. Unter anderem mit einem Sanierungsvermerk. „Das ist die einzige Dienstbarkeit, die man noch nicht lösen konnte. Wir wissen nicht, wie lange sich das noch zieht.” Diese Freistellung sei deshalb „in ganz weite Ferne gerückt”. Der obere Teil des Gebäudes, den ebenfalls die Lebenshilfe nutzen wollte, werde indes zunächst nicht hergerichtet, erklärte Heckel. Aufgrund der Verzögerungen sei man dafür zu spät dran.

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Denn klar ist: Bis zur Eröffnung der Landesgartenschau am 29. April 2027 soll das Café fertig und geöffnet sein, betonte Heckel. Eine „Willkommenskultur” soll dadurch am Bahnhof geschaffen werden. Dies sei die erste „Visitenkarte”, die die Stadt abgeben kann, betonte auch Landrat Dr. Christian von Dobschütz, für den das Café „ein Schaufenster der Inklusion” darstellt.

Die Planungen laufen, damit auch Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer die Landesgartenschau in Bad Windsheim ungehindert besuchen können. (Archivbild: Nina Daebel)
Die Planungen laufen, damit auch Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer die Landesgartenschau in Bad Windsheim ungehindert besuchen können. (Archivbild: Nina Daebel)

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Ein wichtiger Tag für die Lebenshilfe

„Für die Lebenshilfe ist das heute ein ganz großer Tag”, sagte Hans Herold, Vorsitzender der Lebenshilfe Neustadt/Bad Windsheim. Gerade weil das Vorhaben zeitweise kurz vor dem Aus stand, dankte er sämtlichen Beteiligten dafür, dass man diesen schweren Weg gemeinsam gegangen sei. Neun bis zehn Beschäftigte sollen in dem Café am Bahnhof arbeiten, erklärte Herold, der sich auch gleich als „ehrenamtlicher gastronomischer Hilfsarbeiter” anbot.

Dass das Café „das Highlight der Stadt und der Region” sowie ein „Vorzeigeprojekt für Bad Windsheim” sein werde, betonte Heckel. Wichtig sei, dass Menschen mit Behinderung nicht nur in abgeschlossenen Bereichen arbeiten können. „Wir müssen sie in den Fokus der Öffentlichkeit stellen.” Das Café sei ein Projekt, hinter dem der gesamte Stadtrat stehe – auch, wenn man sich in der Frage, wer nun die Idee dazu als Erstes hatte, streiten könne.

Dieter Bögelein, Geschäftsführer der westmittelfränkischen Werkstätten GmbH, die Betreiber des Cafés ist, betonte, dass für den Betrieb Fördergelder nötig seien. Eine Leader-Förderung der LAG Aischgrund über rund 130.000 Euro und 14.000 Euro von der bayerischen Landesstiftung stehen zur Verfügung. Die GmbH, deren Träger die Vereine Lebenshilfe Neustadt/Aisch-Bad Windsheim und Ansbach sind, stecke zudem rund 150.000 Euro an Eigenmitteln hinein und müsse die Vorfinanzierung sicherstellen. 2026 beginne man, Personal für das Café zu gewinnen. Zudem betonte Bögelein, dass nach Fertigstellung des Gebäudes noch Zeit nötig sein werde, um es einzurichten.

Abbrucharbeiten im Innenbereich sind gestartet

Die Kostenschätzung für die Sanierung des gesamten Gebäudes lag anfangs bei 5,2 Millionen Euro, so Jennifer Münch. Weil die Planung nun auf das Erdgeschoss reduziert wurde, liegt die Schätzung noch bei 1,5 Millionen Euro. 80 Prozent der „unrentierlichen Kosten” werden über die Städtebauförderung bezuschusst, erklärte Heckel.

Die Abbrucharbeiten im Inneren des Gebäudes haben schon begonnen, so Jennifer Münch. Ausschreibungen für die Rohbauarbeiten und weitere Gewerke laufen bereits. „Wir sind im Zeitplan”, sagte die Hochbau-Leiterin, die guter Dinge ist, dass man rechtzeitig vor der Landesgartenschau fertig sein wird.

Neben sämtlichen Planern und der Verwaltung sprach Heckel besonders Hermann Popp, Sachgebietsleiter im Referat Bau und Umwelt im Landratsamt, einen großen Dank aus. „Er ist nicht zu ersetzen und sucht immer wieder nach Lösungen.”

Jetzt ist der DB-Keks abmontiert

Das Bahn-Schild, das am Gebäude prangte, holte Hartmut Freisler, Mitarbeiter im Hochbauamt, schließlich noch herunter und übergab es an Bernhard Kisch, Vorsitzender des historischen Vereins Bad Windsheim, Ex-Bürgermeister und Stadtratsmitglied. Der Verein wird es zwischenlagern, später soll es zurück in das Gebäude kommen. Kisch betonte, dass der Verein auch über historische Aufnahmen des Bahnhofs verfüge, die man im Café zeigen könne.

Am 6. August 1876 war der Bahnhof einst eröffnet worden, „dann kam die erste offizielle Fahrt von Neustadt nach Bad Windsheim”, so Kisch. Die Strecke nach Steinach gab es damals noch nicht. 150 Jahre ist das im kommenden Jahr her, weshalb der Verein eine Sonderausstellung im Reichsstadtmuseum plant. Das Schild werde dann als Exponat zu sehen sein.


Anna Franck
Anna Franck
Redakteurin im Online-Team
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