Schrauben, sägen, stapeln und buddeln: All das dürfen die Kinder im neuen Handwerxgarten in Meinhardswinden. Hier sollen sie die Natur kennenlernen und mit ihren eigenen Händen etwas schaffen, erklärt Initiator Andreas Sichermann.
Ein großes Holzschild begrüßt an der Straße: „Hier entsteht der HandwerxGarten der Kita Mhw” steht in großen Holzbuchstaben am Zaun. Jede Zaunlatte hat eine andere Länge. Man sieht es sofort: Hier geht es ums Selbermachen.
Die Idee schwirrt schon lange in seinem Kopf herum, erzählt Andreas Sichermann. Er ist Geschäftsführer von drei Kitas – darunter die Evangelisch-Lutherische Kita Tannenweg in Meinhardswinden. Eigentlich ist er Kaufmann, vor einigen Jahren hat er sich aber auch zum Kinderpfleger ausbilden lassen. Dabei ist ihm klar geworden, dass die Kinder mehr selbst erfahren und schaffen müssen.
Dafür wollte Sichermann den Handwerxgarten gründen. Wo, das wusste er schon genau: Im Ernst-Körner-Ring 16 ist ein rund 2500 Quadratmeter großes leeres Grundstück. Bis vor rund sechs Jahren stand dort die Kita. Rund 200 Meter entfernt ist jetzt der Neubau.
„Das Grundstück lag im Dornröschenschlaf”, sagt Oberbürgermeister Thomas Deffner bei der Eröffnung am Donnerstag. Dornen – das stimmt tatsächlich, bestätigt Sichermann. Ein Teil des Grundstücks war verwildert. Jetzt tummeln sich rund 25 Kinder darauf.
In Grüppchen spielen sie auf der Wasserbaustelle, der Steinbaustelle oder beim Mikado aus Baumstämmen. Die Begriffe stehen auf kleinen Schildern. Bei der Holzbaustelle entsteht ein Tipi aus Ästen rund um einen Baum. Zwei Jungs arbeiten daran weiter. „Letzte Woche war das noch ein Holzhaufen”, sagt Sichermann
Fertige Klettergerüste oder Spielgeräte sucht man im Handwerxgarten vergeblich. Nur zwei kleine gezimmerte Unterstände und ein Klo-Häuschen sind bereits auf dem Gelände. Alles, was dazu kommt, soll gemeinsam mit den Kindern entstehen. Hilfe dürfte einzig bei einem Häuschen oder Container für Toiletten und eine Küchenzeile notwendig sein.
„Es ist eine tolle Idee”, lobt OB Deffner. Auch Pfarrer Tristan Schuh von der Christuskirche (Träger der Kita) betont, dass es ein schönes Außengelände sei. Auch in der Bibel spiele der Garten direkt zu Beginn eine große Rolle. Die Kinder sollen hier Erfahrungen sammeln, so Schuh. Deffner bedankt sich bei allen Beteiligten, da die Umsetzung von viel Engagement getragen werde.
Jeden Donnerstag kommt zukünftig eine Gruppe der Meinhardswindener Kita zum Spielen, Werkeln und Toben. Die Gruppen rotieren wochenweise. Am Nachmittag soll es außerdem ein freiwilliges Angebot geben, erklärt Sichermann.
Zum Start ist dieser Umfang geplant. Sichermann kann sich aber auch vorstellen, die Zeiträume nach und nach zu erweitern oder auch andere Gruppen in den Handwerxgarten zu lassen. Was ihm außerdem vorschwebt: Kooperationen mit Handwerks- und Gartenbaufirmen für Material und Profi-Unterstützung.
Wo am Donnerstag groß und klein für den symbolischen Spatenstich buddelten, wollte ein Kind in den vergangenen Tagen unbedingt einen Tunnel nach England graben, erzählt Sichermann. Mit einem Stück Kanal und einer kleinen Flagge am anderen Ende könnte man das ja vielleicht sogar realisieren, sagt er schmunzelnd.