Gute Nachrichten nach dem Brand in Ansbach: Das Gebäude kann erhalten bleiben | FLZ.de

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Veröffentlicht am 13.01.2026 18:11

Gute Nachrichten nach dem Brand in Ansbach: Das Gebäude kann erhalten bleiben

Für die Verantwortlichen der Hilterhaus-Stiftung war es selbstverständlich, die Betroffenen des Brandes in der Herbartstraße finanziell zu unterstützen. Oberbürgermeister Thomas Deffner (Dritter von links) und Rebekka Konrad (Vierte von links) von der Joseph-Stiftung bedankten sich im Namen der Betroffenen. (Foto: Robert Maurer)
Für die Verantwortlichen der Hilterhaus-Stiftung war es selbstverständlich, die Betroffenen des Brandes in der Herbartstraße finanziell zu unterstützen. Oberbürgermeister Thomas Deffner (Dritter von links) und Rebekka Konrad (Vierte von links) von der Joseph-Stiftung bedankten sich im Namen der Betroffenen. (Foto: Robert Maurer)
Für die Verantwortlichen der Hilterhaus-Stiftung war es selbstverständlich, die Betroffenen des Brandes in der Herbartstraße finanziell zu unterstützen. Oberbürgermeister Thomas Deffner (Dritter von links) und Rebekka Konrad (Vierte von links) von der Joseph-Stiftung bedankten sich im Namen der Betroffenen. (Foto: Robert Maurer)

Es gibt gute Nachrichten nach dem Brand in der Herbartstraße in der Silvesternacht: Nach den bislang vorliegenden Erkenntnissen der Fachleute kann das Gebäude erhalten werden. Mit etwas Glück kann ein Teil der Wohnungen schon bald wieder bezogen werden.

Das erklärte Rebekka Konrad, die kaufmännische Leitung für den Bereich Wohnen bei der Joseph-Stiftung, am Montagabend am Rande einer Spendenübergabe. Vermutlich können sieben Wohnungen auf der südlichen Seite des Gebäudes schon in den nächsten Tagen wieder genutzt werden, erklärte sie. Noch fehlen aber die abschließenden Beurteilungen der Gutachter. „Wir hoffen, dass wir die Wohnungen schnell wieder trocken bekommen. Dann sollte einem Wiedereinzug eigentlich nichts im Wege stehen”, sagte Konrad.

200 Feuerwehrleute kämpften stundenlang

Es war ein schrecklicher Start ins neue Jahr. Auf einem Balkon des Mehrfamilienhauses direkt gegenüber der Weinbergturnhalle ist kurz nach Mitternacht ein Feuer ausgebrochen. Die Flammen kletterten an der Holzfassade empor. Rund 200 Einsatzkräfte kämpften stundenlang, um den Brand und seine Folgen in den Griff zu bekommen.

37 Menschen verloren von einem Moment auf den anderen ihre Bleibe. Erinnerungsstücke sowie Hab und Gut wurden ein Raub der Flammen und des Löschwassers. Der entstandene Sachschaden geht in die Millionen.

Der Bau mit insgesamt 22 Wohnungen ist nicht bewohnbar. Vieles spricht im Moment dafür, dass das Haus abgerissen werden muss.  (Foto: Robert Maurer)
Der Bau mit insgesamt 22 Wohnungen ist nicht bewohnbar. Vieles spricht im Moment dafür, dass das Haus abgerissen werden muss.  (Foto: Robert Maurer)

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Die Menschen sind fürs Erste anderweitig untergekommen: in leer stehenden Wohnungen oder in Ferienwohnungen. Konrad dankte ausdrücklich der Stadt sowie der Ansbacher Baugenossenschaft und dem evangelischen Siedlungswerk für die gute Zusammenarbeit und die Unterstützung.

In der Joseph-Stiftung, die vor gut zehn Jahren auf dem Areal zwischen Herbartstraße und Breitstraße zwei Gebäude mit jeweils 22 Wohnungen errichtet hat, sorgte die Nachricht, dass der östliche Block erhalten werden kann, für ein Aufatmen, berichtete Konrad. Wenn nun tatsächlich die sieben Wohnungen an der Stirnseite bald wieder nutzbar sein werden, entspannt sich die Situation spürbar. Eine Wohnung war in der Silvesternacht ohnehin schon weitgehend leer geräumt. Die Bewohnerin ist umgezogen.

Ein Abriss ist doch nicht nötig

Nach derzeitigem Stand könnte eine schrittweise Wiedernutzung möglich sein, erklärte Rebekka Konrad. Um die mittig gelegenen Wohnungen des südlichen Komplexes, die vor allem durch das Löschwasser gelitten haben, wieder herzurichten, gehen die Baufachleute von gut sechs Monaten aus.

Die nördliche Hälfte wird mehr Reparaturarbeiten benötigen. „Die Gutachter gehen von etwa einem Jahr aus”, erklärte Konrad. Das sei nur eine grobe erste Schätzung und könne natürlich auch länger dauern, betonte sie, um nicht zu viel Hoffnung zu wecken. Immerhin hat die Statik des Gebäudes unter dem Brand nicht so sehr gelitten, dass es abgerissen werden müsste. „Darüber sind wir natürlich sehr froh.” Zunächst hatte es so ausgesehen, als würde an einem Abriss des preisgekrönten Baus kein Weg vorbeiführen.

Schnelle Hilfe der Hilterhaus-Stiftung

Konrad zeigte sich sehr dankbar, dass die Hilterhaus-Stiftung spontan bereit war, die Betroffenen zu unterstützen. 8500 Euro überweist die Stiftung an den Fonds „Bürger in Not” der Stadt Ansbach. Das Geld ist als Soforthilfe für jene Bewohnerinnen und Bewohner gedacht, die keine Hausratversicherung haben. „Die Idee hatten wir alle. Und wir haben das wirklich sehr schnell beschlossen”, machte Stiftungsgründer Friedrich Hilterhaus deutlich. Stiftungsratsvorsitzender Werner Frieß bekräftigte: „Wir waren uns alle direkt einig, dass wir hier unkompliziert helfen wollen.”

Oberbürgermeister Thomas Deffner und Rebekka Konrad von der Joseph-Stiftung bedankten sich für die Betroffenen. „Das hilft den Menschen beim Neuaufbau ungemein”, sagte der OB. Er dankt ausdrücklich allen, die spontan Wohnraum für die Betroffenen zur Verfügung gestellt haben. Im Vorfeld der Spendenübergabe hatte auch die Joseph-Stiftung angekündigt, die Bewohnerinnen und Bewohner finanziell zu unterstützen.

Über den Fonds „Bürger in Not” (IBAN DE65 7655 0000 0000 2035 05 bei der Sparkasse Ansbach) sind auch weiterhin Spenden für die Betroffenen möglich, betonte der OB. Neben der Spende der Hilterhaus-Stiftung seien bislang rund 3000 Euro eingegangen.

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