Grünes Licht für Zweifach-Turnhalle: Großprojekt in Herrieden „ist aufgegleist” | FLZ.de

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Veröffentlicht am 26.03.2026 17:53

Grünes Licht für Zweifach-Turnhalle: Großprojekt in Herrieden „ist aufgegleist”

Erste Arbeiten haben bereits begonnen, die Turnhalle (rechts im Bild) soll in den Sommerferien abgerissen werden. (Foto: Florian Pöhlmann)
Erste Arbeiten haben bereits begonnen, die Turnhalle (rechts im Bild) soll in den Sommerferien abgerissen werden. (Foto: Florian Pöhlmann)
Erste Arbeiten haben bereits begonnen, die Turnhalle (rechts im Bild) soll in den Sommerferien abgerissen werden. (Foto: Florian Pöhlmann)

Mit dem Machtwechsel im Rathaus bestand das ein oder andere Fragezeichen, ob an dem Millionenprojekt Turnhallenneubau festgehalten wird. Inzwischen ist klar: Auch die Herrieder Christsozialen stehen dahinter. „Das Vorhaben ist aufgegleist”, durfte die scheidende Bürgermeisterin Dorina Jechnerer zum inoffiziellen Spatenstich verkünden.

Bei einer Zusammenkunft aller an der Unternehmung beteiligter Personen in der Turnhalle der Grund- und Mittelschule wurden die geplanten Schritte erläutert. Für die Entwurfsplanung zeichnet das Ansbacher Architekturbüro von Frank Fürhäußer in Kooperation mit dem Büro Hirsch Architekten verantwortlich. Neben dem Neubau einer Zweifachhalle beinhaltet das Konzept Räume für die Ganztagsbetreuung, die Umgestaltung der Außensportanlagen sowie die Anpassung an das bestehende Schulgebäude. Diesen Plänen hatte der Stadtrat bereits grundsätzlich zugestimmt, der Verwaltung im gleichen Zuge aber noch „Prüfaufträge” mit auf den Weg gegeben.

Gesamtkosten von 12,2 Millionen Euro

Grundsätzlich infrage stellen wollte das insgesamt etwa 12,2 Millionen Euro teure Projekt keiner der politischen Mandatsträger im Rat. Gleichwohl hakten Wolfgang Strauß und Max Heller (beide CSU) sowie Manfred Niederauer (FoB) und Dr. Christian Enz (Freie Wähler) im Rahmen der Sitzung des Bauausschusses im Hinblick auf die nicht üppige finanzielle Lage der Stadt bei zwei Punkten bei der Verwaltung nach: Ist die Ausführung im Passivhausstandard und die Schaffung von Räumen für die Ganztagsbetreuung im Zuge des Neubaus wirklich nötig?

Die Notwendigkeit zur baulichen Erweiterung im Hinblick auf die seit diesem Jahr gesetzlich vorgeschriebene Ganztagsbetreuung hatte die Regierung von Mittelfranken bereits im März 2024 bestätigt. Schon damals war berechnet worden, dass die der Grund- und Mittelschule zur Verfügung stehenden Räume und Gebäude nicht ausreichend sind. „Der exakte Bedarf an Fläche wird im Moment über die schulaufsichtliche Genehmigung festgestellt”, informierte Bürgermeisterin Jechnerer und stellte fest: „Es zeichnet sich ab, dass dieser mit der vorgestellten Entwurfsplanung deckungsgleich ist.”

Bei der viel diskutierten Frage, ob die Ausführung in Passiv- oder einfacher Standardbauweise erfolgen soll, hätte sich die CSU an eine Forderung aus den eigenen Reihen erinnern können. Seit Jahren sollen in Herrieden, wie auch von den Christsozialen gewünscht, alle städtischen Liegenschaften möglichst CO₂-neutral sein. Bereits bei den Bauprojekten der jüngeren Vergangenheit wie der Kita in Rauenzell oder den Feuerwehrhäusern in den Ortsteilen Roth und Hohenberg war nach diesem Muster gebaut worden.

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Höherer Preis, geringerer Unterhalt

Wie Architekt Frank Fürhäußer weiter ausführte, seien die Baukosten im Passivhausstandard zunächst um etwa eine Million Euro höher, würden sich im Laufe der Zeit über geringere Unterhaltskosten allerdings amortisieren. Nach den im Februar erfolgten Rodungsarbeiten werden derzeit Wasser- und Stromleitungen umgesetzt. Im nächsten Schritt wird die marode Halle von allen bestehenden Leitungen abgekoppelt, um dann entkernt und von Schadstoffen befreit zu werden. Der Abriss soll in den Sommerferien erfolgen. Die Bauzeit wird von den Verantwortlichen auf etwa zwei Jahre taxiert.

Die anfallenden Kosten gliedern sich in vier Blöcke. Für den Abbruch der in die Jahre gekommenen Halle werden knapp 400.000 Euro fällig. Der Bau der neuen Zweifachhalle mitsamt der Neugestaltung der Außenanlagen schlägt mit rund 7,7 Millionen Euro zu Buche. Für den Bereich Ganztagsbetreuung planen die Architekten etwa 3,5 Millionen Euro ein. Und für die Anpassung an die bestehenden Gebäude mitsamt der Neuordnung des Eingangsbereichs zum Hallenbad sind 670.000 Euro vorgesehen.

Wie Architekt Fürhäußer nach dem Kostenvergleich informierte, wurde für die Sporthalle samt Außensportanlagen ein Antrag für das Bundesförderprogramm für Sportstätten gestellt. „Mit einer Rückmeldung ist hier Ende März, Anfang April zu rechnen”, fügte Jechnerer an. Nach derzeitigem Stand müssen von der Kommune alleine etwa 6,1 Millionen Euro aufgewendet werden.

„Man muss es auch machen”

„Es ist nicht genug zu wollen, man muss es auch machen”, befand Bürgermeisterin Jechnerer im Hinblick auf die bis 2011 zurückreichenden ersten Überlegungen eines Neubaus. „Der politische Wille war immer da. Es fanden sich aber immer wieder Gründe, das Projekt zu verschieben.” Das Kapitel der Vergangenheit scheint abgehakt. Ohne Gegenstimme erteilte der Bauausschuss sein Placet.

Aufgrund der Frage nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten steht im Raum, ein eigenes Kommunalunternehmen zu gründen. Darüber soll der neugewählte Stadtrat entscheiden. Der Bauantrag für die Turnhalle nebst Außensportanlage, Anschluss an das Hallenbad und Erweiterung zur Ganztagsbetreuung ist beim Landratsamt Ansbach eingereicht. Es ist alles angerichtet.


Florian Pöhlmann
Florian Pöhlmann
Nach der journalistischen Grundausbildung beim Fernsehen rief 1999 die große weite Welt des Sports, die ich in Nürnberg in nahezu allen Facetten kennenlernen und in verantwortlicher Position gestalten durfte. Erst der verlockende Ruf aus Ansbach und die Aussicht, im fortgeschrittenen Alter Neues zu wagen, sorgten ab 2021 für einen Neustart in der Lokalredaktion.
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