Die Planung für eine an der A7 gelegene Grüne Tankstelle sind herausfordernd: Zwei Bundesländer, zwei Regierungen, zwei Landkreise und zwei Gemeinden sind eingebunden. Am Dienstag stellten Anja Schmidt-Wagemann, Bürgermeisterin von Fichtenau, und Dinkelsbühls Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer das Projekt vor.
Rund 70 Interessierte, größtenteils aus dem baden-württembergischen Fichtenau und aus Dinkelsbühl, waren zu der Informationsveranstaltung im Ortsteil Neustädtlein gekommen. Beschlossen wurde an diesem Abend noch nichts. Nach der Sitzung des Zweckverbands Grüne Tankstelle am Dienstag, 15. Juli, im Dinkelsbühler Rathaus sollen die Pläne öffentlich ausgelegt werden. Dann können Einwände und Verbesserungsvorschläge schriftlich vorgebracht werden.
2022 haben sich die Verantwortlichen in Fichtenau und Dinkelsbühl erstmals Gedanken über die gemeinsame Planung einer E-Tankstelle an der Autobahn gemacht. Die Gründung des Zweckverbands erfolgte 2024. Vorsitzender ist der Dinkelsbühler Oberbürgermeister Christoph Hammer.
Bei der Infoveranstaltung am Dienstag war das Ziel, insbesondere die Bevölkerung aus dem an das Areal angrenzenden Neustädtlein mit ins Boot zu nehmen. So kam es schließlich zu einem Austausch in einem sachlichen Gesprächston. Einige Anwohner brachten ihre Bedenken vor.
Das dafür vorgesehene Gebiet, das rund 40.000 Quadratmeter umfasst, liegt zu ungefähr drei Vierteln auf Fichtenauer Gemarkung und zu rund einem Viertel auf Dinkelsbühler Gemeindegebiet. Wer die A7 von Süden kommend an der Ausfahrt Fichtenau/Dinkelsbühl verlässt, dürfte eines Tages direkt auf das Areal zusteuern. An der Stelle, wo Verkehrsteilnehmer heute auf die Straße in Richtung Dinkelsbühl oder Crailsheim abbiegen, sehen die Pläne einen Kreisverkehr vor.
Wie Markus Appold, Geschäftsführer des mit der Umsetzung beauftragten Herriedener Unternehmens Natura, erläuterte, sind auf dem Gebiet 100 E-Lademöglichkeiten bis 100 Kilowatt, 40 Super-Charger bis 400 Kilowatt und 20 Ladestationen für Lkw oder Busse vorgesehen. Auf Wunsch der Bevölkerung aus Fichtenau sieht der Plan auch vier konventionelle Tankplätze für Diesel und Benzin vor, worauf Bürgermeisterin Anja Schmidt-Wagemann hinwies.
Das Hauptgebäude soll eine Fläche von zirka 3700 Quadratmetern umfassen. Dort sind die Kassen, ein Mitnahmebereich, ein Gastrobereich mit rund 200 Sitzplätzen sowie Büros und Schulungsräume für zirka 60 Personen geplant. Auch ein Motel mit 120 Zimmern, das Platz für 240 Personen bieten soll, taucht im Plan auf. Des Weiteren sind Plätze für Spiel-, Freizeitbeschäftigungs- und Entspannungsmöglichkeiten für Kinder und Erwachsene vorgesehen, außerdem ein Hundespielplatz. Die erwartete Realisierungszeit wird mit zwei bis drei Jahren angegeben.
Uwe Döbler von der Unternehmensentwicklung bei Natura betonte, dass die Wertschöpfung in der Region bleibe. Durch das Projekt könnten in Fichtenau 25 Vollzeit-Arbeitsplätze entstehen. Oberbürgermeister Hammer hatte zuvor über die komplizierte, länderübergreifende Planung berichtet.
All das kommentierte eine Anwohnerin im Anschluss an die Präsentation mit den Worten: „Es kann nur so sein, dass wir gut damit leben können.“ Ein weiterer Besucher pflichtete ihr bei: „Wir waren zuerst da.“ Der Mann aus Neustädtlein forderte, dass das Gebiet komplett abgegrenzt werden müsse. Auch sei ein entsprechend hoher Erdwall in Richtung Neustädtlein nötig, damit von dem Areal aus keine Einsicht in die Ortschaft gegeben ist.
Kritik gab es auch vom Dinkelsbühler Stadtrat Heinrich Piott, der monierte: „Wir opfern Wald für einen Hundespielplatz.“ Er kritisierte auch die angedachte Höhe des neuen Gebäudes mit 30 Metern. „Das ist wie ein Turm in der Landschaft.“ Mann sollte überlegen, „dass wir das Gebäude nicht so hoch machen“. Weitere Sorgen der Anwohner drehten sich um Lärm- und Lichtschutz.