Unternehmer, Politiker, Wissenschaftler. Der Unternehmerabend der Stadt Ansbach hat sie wieder einmal zusammengebracht. Die Veranstaltung fand zum dritten Mal auf dem Hochschulcampus statt. Im Fokus stand auch diesmal das Netzwerken.
Selten ist es so einfach, das Who-is-who in Ansbach auf einem Haufen vorzufinden. Da plauderte der Hochschulpräsident mit dem Unternehmer, der Polizeichef mit dem Verbandsvertreter, die Anwältin mit dem Professor oder die Geschäftsführerin mit dem Wirtschaftsförderer. Sehr ungezwungen, sehr entspannt, bei einem Glas Sekt oder einer Limo und bei Bratwürsten oder süßer Creme. Dazu lieferte das Duo Grandios gekonnte Neuinterpretationen verschiedenster Pop-Klassiker. Und auch das Wetter spielte mit und sorgte für einen lauschigen Donnerstagabend.
Diese Netzwerkarbeit ist das Ziel des Treffens, mit dem Oberbürgermeister Thomas Deffner und seine Verwaltung jenen eine Anerkennung bieten wollen, die „sich zum Wohle der Stadt einsetzen“. Als Sahnehäubchen obendrauf hat in diesem Jahr Prof. Dr.-Ing. Michael Walter einen amüsanten Kurzvortrag darüber gehalten, wie das so ist, wenn die Denkweise von Technikern und Ingenieuren auf die echte Welt trifft.
Anhand von Alltagsbeispielen zeigte er auf, wo die Probleme liegen können. Beispiel: Ein Küchenschrank, der direkt auf der Arbeitsplatte steht. Wie sinnvoll ist in diesem Fall das Maß einer Halteschiene vom Boden? Wäre der Abstand zur Arbeitsplatte nicht zielführender? Eindeutig, einfach und sicher sollten Neuentwicklungen sein, machte der Professor auf humorvolle Weise deutlich.
Der Hochschulcampus ist für Oberbürgermeister Thomas Deffner ein echter Multifunktionsplatz. Er eignet sich nicht nur für Bildung, sondern auch als Austragungsort der Ansbach Open oder eben des Unternehmerabends. Nachdem dieser nun zum dritten Mal hier stattfand, könne man das schon als Tradition werten, merkte Deffner schmunzelnd an. Er hoffe jedenfalls auf eine Fortsetzung.
Das wirtschaftliche Umfeld sei schwierig, stellte der OB fest. Branchen wie die Automobilzulieferer befänden sich mitten in Transformationsprozessen. Doch die hohen Belastungen und die Unsicherheiten machten es schwierig, Investitionen zu tätigen. Und bei Arbeits- und Energiekosten seien Unternehmer und Kommunen ohnehin in einem Boot.
„Wir müssen unsere Strukturen ändern“, befand der OB. Er hoffe, dass die auf den Weg gebrachten Sondervermögen der Bundesregierung nicht dazu führen, dass man sich um die erforderlichen Schritte herumlaviert.
Er sei froh, dass vor allen Dingen die kleinen und mittleren Unternehmen in Ansbach sich trotz einer anhaltend schwierigen Marktlage behaupten können. Als ein neues Highlight in der Stadt pickte er die Firma Teveo heraus, die von Elpersdorf aus moderne Sportbekleidung für Frauen und Männer in alle Welt verschickt. 2000 bis 5000 Pakete am Tag verlassen das Logistikzentrum des Start-ups.
Hochschulpräsident Prof. Dr.-Ing. Sascha Müller-Feuerstein betonte ausdrücklich, dass sich die Hochschule als Einrichtung für Westmittelfranken und die Menschen sowie die Unternehmen hier versteht. Hier würden die künftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Betriebe ausgebildet. Aber nicht nur das: „Wir haben Lust auf gemeinsame Projekte, auf knifflige Herausforderungen und langfristige Partnerschaften mit Ihnen.“ Gerade die angewandte Forschung mit Praxisbezug sei ein großer Pluspunkt, den die Hochschule den Unternehmen in der Region bieten kann.
In aller Kürze stellte er Einrichtungen vor, die zur Hochschule gehören: das Mittelstand-Digital-Zentrum Franken, das Transferzentrum für angewandte künstliche Intelligenz, das Technologiezentrum in Neustadt mit dem Fokus auf Datenschutz und IT-Sicherheit, das Transferzentrum für Klimaschutz und Effizienz, die intelligente Gebäudetechnik in Feuchtwangen oder den Pixel-Campus in Ansbach.