Es ist zwar bereits am Laufen, aber die formal letzte Planungshürde hat das Baugroßprojekt der Firma Egger nun am Mittwochabend im Markt Bibarter Gemeinderat genommen. Das Gremium fasste einstimmig den Satzungsbeschluss für den geänderten Bebauungsplan in der Fuchsau.
Dort investiert der österreichische Familienkonzern, der das Markt Bibarter Spanplattenwerk im Herbst 2023 übernommen hatte, nach eigenen Angaben über 200 Millionen Euro. Zu den neuen Bestandteilen des Betriebsgeländes soll künftig unter anderem ein Hochregallager gehören. Dieses wird 37 Meter hoch. Der bisherige Bebauungsplan erlaubte allerdings nur Gebäude bis zu 20 Metern Höhe.
Seitens der Marktgemeinde hatte man zunächst gehofft, die deutlich höhere Bauweise über eine simple Befreiung von den Bebauungsplanauflagen zulassen zu können. Doch empfahl das Neustädter Landratsamt ein etwas robusteres Verfahren: eine Änderung des Bebauungsplans. Mit hinein spielte dabei, dass noch ein paar andere, kleinere Abweichungen von den Rahmenvorgaben im Raume standen, wie Bürgermeister Klaus Nölp in der Ratssitzung zurückblickte.
Im Zuge der Planänderung stellte sich ferner heraus, dass noch dem Artenschutzrecht Rechnung getragen werden muss. Insbesondere gebe es auf der Fläche mindestens ein Brutpaar der streng geschützten Feldlerche.
Die künftige Gebäudehöhe und Naturschutzfragen bildeten dann auch den inhaltlichen Schwerpunkt der verschiedenen Stellungnahmen, die im Zuge des Beteiligungsverfahrens eingingen. Unter anderem auch die Regierung von Mittelfranken sah durch die 37 Meter „erhebliche Beeinträchtigungen“ für das Landschaftsbild.
Die Marktgemeinde rechtfertigte ihre Zustimmung zu der Gebäudehöhe unter anderem mit den umfänglichen Begrünungsauflagen, die das Unternehmen erfüllen muss. So sind etwa hochwüchsige Sträucher und Laubbäume zumindest auf Teilflächen zu pflanzen.
Zudem verlangt die überarbeitete Planung auch naturschützerische Ausgleichsflächen, die allerdings zum Teil nicht in Markt Bibart, sondern knapp 20 Kilometer entfernt zur Verfügung gestellt werden. Manuel Aigner, zuständiger Projektleiter bei der Firma Egger, erläuterte dazu, dass bestimmte, für die sogenannten CEF-Maßnahmen nötige Flächen in Markt Bibart einfach nicht vorhanden seien.
Die Firma verweist zudem darauf, dass durchs neue Hochregallager ein hohes Maß an Automatisierung und Prozessoptimierung möglich wird. Dadurch werde etwa „der Verkehr innerhalb des Werkes minimiert und damit der Treibstoffverbrauch sowie der CO2-Ausstoß reduziert“, wird Werksleiter Markus Scheran in einer Pressemitteilung zitiert.
Mit einer ganzen Hand voll Abstimmungen, die allesamt nicht mehr groß debattiert wurden und einstimmig ausgingen, wog das Ratsgremium alle eingegangenen Stellungnahmen ab und fasste auch den Satzungsbeschluss. Mit dessen Veröffentlichung im nächsten Markt Bibarter Amtsblatt erreicht er Rechtskraft.
Allerdings sind die Bauarbeiten schon seit geraumer Zeit im Gange, was einer vorläufigen Billigung zu verdanken ist, wie Bürgermeister Nölp auf Nachfrage unserer Redaktion erläuterte.