Im Rahmen der Brandschutzwoche fand im Herrieder Ortsteil Rauenzell eine Übung aller Herrieder Feuerwehren statt. Auf dem Gelände der Schreinermühle wurde der Vollbrand einer Scheune simuliert – mit vermissten Personen als besonderer Herausforderung.
Die Einsatzkräfte sahen sich dabei laut einer Pressemitteilung der Feuerwehr Rauenzell mit realistischen Bedingungen konfrontiert: Aufgrund einer Vollsperrung erfolgte die Anfahrt aller Wehren über eine Ortsverbindungsstraße. Da in der Nähe kein Hydrant zur Verfügung stand, mussten verschiedene Zisternen am Hof und im Nachbarhof genutzt werden, wird in der Mitteilung das Szenario geschildert.
Der wegen der starken Regenfälle der vergangenen Tage extrem aufgeweichte Boden habe die Feuerwehrleute vor eine zusätzliche organisatorische und technische Aufgabe gestellt, heißt es weiter. Für die Atemschutzträger in der komplett durch eine Nebelmaschine verrauchten Maschinenhalle wurde die Übung durch diverse Hindernisse, die das Vorankommen verzögerten und die Personensuche realitätsnah gestaltete, zusätzlich erschwert.
Unter anderem musste auch eine unter einer abgeklappten Palettengabel samt Strohballen eingeklemmte Person mittels technischer Hilfeleistung durch die Herrieder Einsatzkräfte befreit werden. Deren Drehleiter kam ebenfalls zum Einsatz und unterstützte die Rettungsmaßnahmen aus der Höhe. Da die Feuerwehrführung entschuldigt war, koordinierten einzig die Kommandanten und Stellvertreter die anspruchsvolle und unübersichtliche Übung, die Zusammenarbeit funktionierte aber laut Pressemitteilung einwandfrei.
Am Ende seien alle vermissten Personen erfolgreich gerettet worden. Sebastian Bänsch, Kommandant der Rauenzeller Feuerwehr und Organisator der Übung, bedankte sich bei allen 126 Feuerwehrfrauen und -männern, die mitgewirkt haben. Sein Dank galt zudem dem Bayerischen Roten Kreuz, das die Einsatzkräfte unterstützte, sowie der Familie Göppel, die den Hof betreibt. Er überbrachte auch Grußworte der entschuldigten Führungskräfte und Vertretern der Stadt Herrieden.
Der spontan von den Wehren zusätzlich genutzte Graben führt im Sommer so gut wie kein Wasser, wurde bei der Analyse der Übung angemerkt. Für die Schlauchleitung über eine lange Wegstrecke brauche es „dringend ein modernes Versorgungsfahrzeug, da der über 30 Jahre alte Schlauchwagen der Neunstetter Wehr derart aufgeweichtes Gelände einfach nicht mehr befahren kann”, lautete eine der Forderungen. In den morastigen Wiesen hätten sich indes die von Schleppern gezogenen Tragkraftspritzenanhänger bewährt.
Kreisbrandmeisterin Carola Güntner-Hoppe, als Beobachterin vor Ort, lobte laut Pressemitteilung die engagierte Arbeit aller Beteiligten. Insgesamt sei die Übung „ein großer Erfolg und eine wichtige Gelegenheit” gewesen, die Zusammenarbeit und das taktische Vorgehen im Ernstfall zu trainieren.
Abschließend besprachen sich die Mitwirkenden bei Leberkäsesemmeln und Getränken. Für die Herrieder Gerätewarte stand mit der Schlauchpflege und Wiederherstellung der Atemschutzgeräte außerdem eine Nachtschicht an.