Sowohl Bürgermeisterin Dr. Birgit Kreß als auch der Landtagsabgeordnete Werner Stieglitz waren aufgeschreckt von den Resultaten einer Bahnhofsbewertung. Dabei schnitten vor allem die Markt Erlbacher ziemlich schlecht ab. Konkrete Zusagen, dass in nächster Zeit etwas verbessert werden wird, gab es allerdings nicht.
Das Ranking hatte die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) vorgenommen. Dabei landete Markt Erlbach auf dem schlechtesten Platz in Westmittelfranken und Eschenbach nur wenig davor. Betreiber der Stationen ist die „DB InfraGo”. Zu Letzterer hatte Kreß anscheinend auch Kontakt, wie aus einer Antwort hervorgeht, die sie vom bayerischen Verkehrsminister Christian Bernreiter dazu erhielt.
Stieglitz erhielt von der BEG noch einmal Auskunft über die Kriterien, die für das Urteil maßgeblich waren. Dazu gehörten zum Beispiel Mängel an den aufgestellten Sitzgelegenheiten sowie das mit Graffiti beschmierte Wetterschutzhäuschen in Markt Erlbach. Kreß wies darauf hin, dass die Gemeinde schon Aufgaben des Stationsbetreibers übernommen habe: Bereits vor einigen Jahren habe sie den Bauhof mit der Pflege der Grünflächen um den Bahnhof beauftragt, um das Erscheinungsbild zu verbessern. Stieglitz erhielt von der BEG aber auch die überraschende Antwort, im bayernweiten Vergleich hätten beide Bahnhöfe überdurchschnittlich gut abgeschnitten.
Kreß und Stieglitz nutzten die Gelegenheit auch, um allgemein nach dem Stand der Pläne für die Zenngrundbahn zu fragen. „Seit Jahren wird über die Machbarkeitsstudie mit dem S-Bahn-Ausbau der Zenngrundlinie berichtet”, schrieb Kreß. Die betroffenen Kommunen an der Strecke hätten bisher aber noch keine greifbaren Informationen, was und vor allem wann was geplant ist. Die Bahnsteige in Markt Erlbach und Eschenbach haben beide noch keine Regelhöhe.
Der Freistaat habe freiwillig anstelle des eigentlich zuständigen Bundes das „Ausbauprogramm S-Bahn Nürnberg” auf den Weg gebracht, antwortete der Verkehrsminister schriftlich. Erste konkrete Ergebnisse seien im Oktober 2024 in Nürnberg vorgestellt worden. Ende Oktober würden nun weitere Ergebnisse vorgestellt; diese stünden anschließend auf der Homepage des Staatsministeriums zum Abruf bereit.
Bernreiter fordert Markt Erlbach und die anderen Zenngrundbahn-Anrainergemeinden dazu auf, beim Bund Druck zu machen, damit es zu konkreten Plänen für ein drittes Gleis zwischen Fürth und Siegelsdorf kommt. Dieses dritte Gleis sei ein wichtiger Baustein für den gesamten Schienenverkehr in der Region. Stieglitz hatte gehört, dass im Zusammenhang mit der Landesgartenschau in Langenzenn, die 2032 stattfinden soll, auch die Zenngrundbahn ertüchtigt werden soll.