Die Gemeinde Gollhofen hat nun doch einen Bürgermeisterkandidaten. Am 8. März stellt sich der 56-jährige Jürgen Trabert dem Votum der Bürger und Bürgerinnen. Es war die zweite Nominierungsversammlung.
Bei der Nominierungsversammlung mit 55 Stimmberechtigten gab es für Jürgen Trabert schon einmal 54 Ja-Stimmen. Die eine Enthaltung sei von ihm selbst gekommen, gab er zu. Erster Gratulant zur Nominierung war Bürgermeister Heinrich Klein, der auch die Wahl geleitet hatte. Am 19. November hatte es bereits eine Nominierungsversammlung gegeben. Bei dieser wurden sieben Kandidaten und eine Kandidatin sowie zwei Ersatzkandidaten für den künftigen Gemeinderat nominiert.
Nach langem Suchen nach einem Bewerber um das Bürgermeisteramt hatte sich dann ein Bürger bereit erklärt und wurde als Kandidat gewählt. Allerdings trat dieser tags darauf „aus verständlichen Gründen von seiner Kandidatur zurück“, erinnerte Klein. Somit stand die Gemeinde ohne Kandidaten da, zumal sich bei der Nominierungsversammlung in Gollachostheim zwei Tage später auch kein Kandidat oder keine Kandidatin fand.
Die Suche begann von Neuem. Ende Dezember fiel dann bei Jürgen Trabert die Entscheidung, sich am 8. März der Wahl zu stellen. Gemeinderat Gerd Wagner schlug ihn der erneuten Nominierungsversammlung der Freien Wählergemeinschaft Gollhofen Trabert als Kandidaten vor, weitere Kandidaten gab es keine. Der 56-jährige Landwirtschaftsmeister ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder, „die nicht mehr darauf angewiesen sind, ob ich daheim bin oder nicht“, scherzte Trabert. Im Ort ist er bei der Feuerwehr und im Posaunenchor aktiv.
Besonders engagiert er sich im landwirtschaftlichen Bereich. So wirkt er seit 25 Jahren im Landwirtschaftlichen Meisterverband mit, zum Beispiel im Vorstand auf Bezirksebene. 25 Jahre lang war er auch Ortsobmann im Bauernverband. Bekannt in Gollhofen dürfte Trabert ferner als Vertrauensmann und Vorstandsmitglied beim Versicherungsverein für Brandfälle sein. Aktiv ist er auch beim Verband Fränkischer Zuckerrübenanbauer. Zu seinen weiteren Tätigkeiten zählt die des ehrenamtlichen Richters am Landwirtschaftsgericht Nürnberg.
Eigentlich habe er Ehrenämter abbauen wollen, sagte Trabert und sorgte damit für Heiterkeit im vollen Kaminzimmer des Gasthauses Stern. Wenn er gewählt werde, werde aber eines umgesetzt: Er werde mit den Kühen aufhören. Dieser Gedankengang sei schon länger gereift. „Es sei kein Geheimnis, dass wir intensiv nach einem geeigneten Kandidaten gesucht haben – und den haben wir mit dem Jürgen gefunden“, sagte Bürgermeister Klein. Er halte ihn sogar für sehr geeignet für dieses Amt. Trabert sei gut vernetzt, er sei ein Praktiker und finde sich ganz schnell in neue Situationen hinein.
Trabert wisse, wo er Leute am besten einteilen könne. Er wisse aber auch, wo er selbst hinlangen müsse. „Es ist ein großer Gewinn für unser Dorf, für unsere ganze Gemeinde, wenn der Jürgen sich nominieren lässt“, sagte Klein, der Trabert jederzeit Unterstützung zusicherte.