Glasfasernetz in Ansbach: Telekom auf Kundenfang | FLZ.de

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Veröffentlicht am 14.04.2023 17:05

Glasfasernetz in Ansbach: Telekom auf Kundenfang

Die Telekom baut ab dem dritten Quartal im südlichen Ansbacher Stadtgebiet das Glasfasernetz aus. In zwei weiteren Projekten soll der Rest der Kernstadt folgen. (Foto: Eckard Dürr)
Die Telekom baut ab dem dritten Quartal im südlichen Ansbacher Stadtgebiet das Glasfasernetz aus. In zwei weiteren Projekten soll der Rest der Kernstadt folgen. (Foto: Eckard Dürr)
Die Telekom baut ab dem dritten Quartal im südlichen Ansbacher Stadtgebiet das Glasfasernetz aus. In zwei weiteren Projekten soll der Rest der Kernstadt folgen. (Foto: Eckard Dürr)

Die Telekom will im dritten Quartal mit dem Ausbau des Glasfasernetzes in der südlichen Kernstadt beginnen. Schon jetzt sind Verkäufer in den betroffenen Regionen unterwegs und versuchen, Verträge abzuschließen. Mehrere Anwohner berichteten gegenüber der FLZ von einem aggressiven Auftreten der Vertriebsmitarbeiter.

9530 Haushalte will die Telekom in einem ersten Aufschlag an das Glasfasernetz anschließen. Das Gebiet liegt südlich der Rezat und erstreckt sich zwischen dem Hohenzollernring und dem Hofgarten bis zum südlichen Ortsausgang. Im Sommer vergangenen Jahres hatte die Telekom noch einen Baubeginn im Frühjahr 2023 angekündigt, nun hat man das Vorhaben um ein halbes Jahr nach hinten gerutscht. Die Fertigstellung kann sich bis Ende 2024 hinziehen, wie auf den Telekom-Internetseiten zu lesen steht.

In zwei weiteren Schritten sollen in den nächsten beiden Jahren auch noch ein Gebiet östlich des Brücken-Centers bis nach Eyb und schließlich der Nordwesten mit dem Weinberg erschlossen werden. Das ist nach Telekom-Angaben für 2024 und 2025 geplant. Das Glasfasernetz ermöglicht Internetgeschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde. Damit lassen sich alle aktuellen Online-Aufgaben bestens erledigen.

Den Ausbau macht die Telekom auf eigene Kosten. Wer sein Haus in der Ausbauphase anschließen lässt, muss nichts bezahlen. Wer erst später dran ist, ist mit fast 800 Euro dabei. Um den Anschluss ins Haus legen zu können, braucht die Telekom die Erlaubnis der Grundstückseigentümer. „Schließlich betreten wir Privatgrund“, wird Christian Stern, Regionalmanager der Telekom, in einer Pressemitteilung des Unternehmens zitiert. Auch Mieter könnten sich demnach an die Telekom wenden, diese würde dann Kontakt mit den Eigentümern aufnehmen.


Unser Netz steht auch anderen Anbietern offen.

Telekom

Seit ein paar Wochen ist ein Vertriebsunternehmen im Auftrag der Telekom im südlichen Stadtgebiet unterwegs und versucht, Kunden zu akquirieren. „Die klingeln an der Haustür und behaupten, du kannst den Glasfaseranschluss nur nutzen, wenn du jetzt einen Vertrag abschließt“, beklagte ein Anwohner gegenüber der FLZ. Andere Betroffene bestätigen diese Verkaufstaktik.

Es werde in den Gesprächen gezielt der Eindruck vermittelt, nur mit einem Abschluss jetzt ließen sich die fast 800 Euro Anschlussgebühr sparen, schildern mehrere Anwohner übereinstimmend. Sie sprachen von einem aggressiven und penetranten Auftreten. „Bei mir haben sie schon drei Mal geklingelt“, erzählte ein Hausbesitzer.

Ein kostenfreier Anschluss ist aber in der Ausbauphase auch dann möglich, wenn man nicht schon jetzt einen Vertrag für den Internetzugang unterschreibt. Das lässt sich später nachholen, und man kann auch einen anderen Anbieter wählen. Das bestätigte die Telekom-Pressestelle auf FLZ-Anfrage. „Unser Netz steht auch anderen Anbietern offen.“

Wer fürs Erste nur den Anschluss im Haus haben will, kann auf www.telekom.de/glasfaser durch Eingabe seiner Adresse prüfen, ob bei ihm das Glasfasernetz ausgebaut wird. Wer aber nicht gleich einen Vertrag bei der Telekom abschließen will, muss erst einmal so tun, als wolle er auch einen Tarif haben und kann dann an einer Stelle klein gedruckt den Punkt „Anschluss ohne Tarif für Vermieter“ finden. „Kundenfreundlich ist das nicht“, sagte ein Hausbesitzer gegenüber unserer Zeitung. Je nach Geschwindigkeit kostet ein Vertrag für die Glasfasernutzung bei der Telekom zwischen knapp 50 und fast 80 Euro im Monat, wenn die vergünstigte Startphase vorbei ist.

Die Mitarbeiter sollen beraten

Die Telekom plant nach eigenen Angaben in Deutschland, heuer 2,5 bis drei Millionen neue Glasfaseranschlüsse zu schaffen. „Es herrscht ein riesiger Wettbewerb – auch um die Kundinnen und Kunden.“ Dementsprechend schicke auch die Telekom Mitarbeiter, um die Grundstückseigentümer zu beraten, hieß es von der Pressestelle. Hierzu arbeite sie mit „autorisierten Vertriebspartnern“ zusammen.

Die Vertriebsmitarbeiter, so betont die Telekom-Pressestelle ausdrücklich in ihrer Antwort, seien entsprechend geschult. Auch gebe es ein mehrstufiges Autorisierungssystem, um sicherzustellen, dass niemand im falschen Namen einen Vertrag abschließt. Nicht zuletzt verweist die Telekom auf das 14-tägige Widerrufsrecht. Auf die konkreten Vorwürfe des aggressiven Verkaufsverhaltens, das unserer Redaktion geschildert wurde, ging die Pressestelle hingegen nicht ein.

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