Glasfaser-Problem in Petersaurach: Das Warten auf das schnelle Netz | FLZ.de

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Veröffentlicht am 01.01.2026 11:01

Glasfaser-Problem in Petersaurach: Das Warten auf das schnelle Netz

Beim mobilen Arbeiten von zu Hause aus fliegen die Anwohnenden der Anlage in Petersaurach immer wieder aus dem Internet.  (Symbolbild: Irmeli Pohl)
Beim mobilen Arbeiten von zu Hause aus fliegen die Anwohnenden der Anlage in Petersaurach immer wieder aus dem Internet. (Symbolbild: Irmeli Pohl)
Beim mobilen Arbeiten von zu Hause aus fliegen die Anwohnenden der Anlage in Petersaurach immer wieder aus dem Internet. (Symbolbild: Irmeli Pohl)

Sie sind auf gutes Internet und ein funktionierendes Telefon angewiesen. Für den medizinischen Notfall, aber auch für die tägliche Arbeit. Jedoch ist beides in einer Wohnanlage in Petersaurach zwar vorhanden, aber nicht nutzbar. Zig Anrufe und E-Mails an die Deutsche Glasfaser hätten bislang nichts bewirkt, klagen die Anwohnenden.

Der besagte Wohnkomplex in der Siedlung, war der letzte, der 2023 errichtet wurde. Noch im selben Jahr haben die ersten Bewohnerinnen und Bewohner ihren Antrag auf Glasfaser gestellt. Seither waren des Öfteren Arbeiter in der Straße. Das erforderliche Rohr wurde verlegt, ein Elektriker hat in den Wohnungen alle technischen Vorbereitungen getroffen, Anwohnende haben ihre WLAN-Router gekauft. Angeschlossen sind die Wohneinheiten trotzdem noch nicht.

Ein fehlender Anschluss, der fatale Folgen haben kann, wie Bewohner Markus Haase in einem Gespräch mit der FLZ erläutert. In der inklusiven Wohnanlage leben Personen, die wegen ihrer Gesundheit darauf angewiesen seien, dass Telefonieren im Notfall problemlos möglich ist. Oder etwa, dass der Hausnotrufknopf des Pflegedienstes funktioniert – hierfür wird Internet benötigt.

Homeoffice macht Probleme

In weniger kritischen Situationen ist das Verbindungsproblem aber vor allem eines: nervig. Eva Gesell arbeitet von ihrer Wohnung aus am Laptop. „Homeoffice funktioniert nicht gut”, sagt sie. Es würde sehr lange dauern, bis eine Internetverbindung aufgebaut ist. Und wenn, dann bricht sie oft wieder ab.

Weil das Glasfasernetz nicht funktioniert, nutzt sie einen Anbieter, der einen Internetzugang über Satellit ermöglicht. „Wir haben im letzten Monate alleine 300 Gigabyte verbraucht”, sagt die 19-Jährige. Haase ist bei einem anderen Anbieter, 200 Gigabyte stehen ihm zur Verfügung. „Das reicht mir gerade so.”

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Die vorhandenen Kupferkabel der Telekom seien wegen der geringen Download-Geschwindigkeit keine gute Alternative, sagen beide. Für schlechtes Internet zahlen sie etwa so viel, wie schnelles Glasfaser monatlich kosten würde – wenn nicht sogar mehr. „Das Mobilfunknetz ist nicht gerade das beste”, ergänzt der 57-Jährige. Die Abdeckung etwa über Vodafone oder die Telekom sei nicht gut. „Ich habe anfangs gedacht, ich komme ohne Festnetz aus.” Dem war nicht so.

Zahlreiche Anrufe und E-Mails später

Seit knapp zwei Jahren warten die Bewohnerinnen und Bewohner nun darauf, dass die Deutsche Glasfaser in Aktion tritt. Mehrmals waren Arbeiter bereits in den umliegenden Straßen. Aber nicht, damit Markus Haase und Eva Gesell und ihre Nachbarn schnelles Internet erhalten, sondern für Nachbesserungen.

Zig Anrufe und E-Mails hätten nichts gebracht, wie die beiden erzählen. Weder bei der Deutschen Glasfaser noch bei der Bundesnetzagentur oder der Gemeinde Petersaurach. „Für die Gemeinde ist das erschlossenes Gebiet”, sagt Haase. In der Gemeinde ist man sicht bewusst, dass ein paar Haushalte noch mit Glasfaser ausgestattet werden müssen, wurde in der November-Sitzung des Gemeinderates deutich.

Wie ist es bei der Deutschen Glasfaser? „Wir werden dort hingehalten und vertröstet”, sagt der 57-Jährige. Das größte Problem in der Kommunikation: Es gibt keinen direkten Ansprechpartner.

Seinen Höhepunkt erreichte diese Odyssee, als mindestens einer Partei Gebühren per Lastschrift eingezogen wurden – obwohl noch gar nichts funktioniert. Immer wieder trudeln Rechnungen für etwas ein, dass noch gar nicht verwendet werden kann. Warum? Eine Begründung gegenüber der betroffenen Person hätte es bislang nicht gegeben, sagen Haase und Gesell.

Es muss nochmal gebaggert werden

Und was sagt das Glasfaser-Unternehmen zu den Verzögerungen? Auf Nachfrage erhielt die FLZ-Redaktion prompt eine Antwort. „Hier gab es zunächst bautechnische Herausforderungen, die wir nun lösen konnten”, heißt es in dem Schreiben. „Um die Häuser an das Glasfasernetz anzuschließen, sind nun noch einmal Tiefbauarbeiten im öffentlichen Bereich der Straße erforderlich.”

Wegen der aktuellen Witterungsbedingungen könnten die Tiefbauarbeiten jedoch in diesem Jahr nicht mehr erfolgen, so die Rückmeldung des Unternehmens. Die Verarbeitung des erforderlichen Asphalts sei wegen der aktuellen Temperaturen nicht möglich. „Die für die Aktivierung erforderlichen Arbeiten haben wir für das kommende Jahr priorisiert und starten damit, sobald die Witterungsbedingungen dies zulassen.” Also heißt es noch einmal: abwarten.


Luca Paul
Luca Paul
Redakteurin in der Lokalredaktion Ansbach
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