In vier Jahren könnten alle Anwesen in Heilsbronn und in den Stadtteilen mit Glasfaserkabel versorgt sein. Diese Erwartung nährte Michael Langer von der Breitbandberatung Bayern jüngst im Stadtrat. Mit dem neuen Förderprogramm der Bundesregierung sollen die letzten „weißen Flecken“ im Stadtgebiet getilgt werden.
Das Förderprogramm des Bundes wird für April erwartet. Nachdem es jedoch in limitiert sein wird, will Heilsbronn zu den ersten Nutznießern gehören. Von der „Wirtschaftlichkeitslücke“, die der Anbieter aufgrund der hohen Investitionen errechnet, müsste die Stadtkasse, ähnlich wie beim bayerischen Förderprogramm, etwa ein Zehntel tragen.
Theoretisch sei schon heute „fast überall“ ein Glasfaseranschluss bis zum Haus möglich, sagte Christian Laube vom städtischen Bauamt. Die Praxis sieht ganz anders aus, weiß Michael Langer aufgrund der „Markterkundung“. Gerade mal in 4,4 Prozent der Heilsbronner Haushalte gehe das Glasfaserkabel bis ins Haus.
Nicht jeder Hausbesitzer leistet sich den teuren Anschluss. Und dort, wo entsprechende Bauprogramme beschlossen sind, ist es eine „Sache von Jahren“, bis Leitungen tatsächlich verlegt sind. Das trifft auch auf die Deutsche Glasfaser GmbH zu, so Bürgermeister Dr. Jürgen Pfeiffer. Diese baut seit über einem Jahr auf eigene Rechnung ein Glasfasernetz in Heilsbronn auf, mit dem die meisten Haushalte mit schnellem Internet versorgt werden können.
Kein Interesse haben die Kabelnetzbetreiber an den kleinen Stadtteilen, weil dort die Investitionskosten hoch sind. Deswegen nutzt die Stadt das bayerische Förderprogramm für 272 Anschlüsse. Laut Michael Langer müssen die Bewohner der Dörfer allerdings „Geduld haben“, weil es derzeit keine Kapazitäten bei den Baufirmen gebe. „Es dauert wohl 48 Monate, bis alles gebaut ist“, sagte er.
Vom neuen Bundesprogramm sollen 120 Anwesen profitieren, darunter allein in Göddeldorf 38 private Haushalte und sechs Gewerbetreibende. Bisher liegt der Endpunkt der Glasfaser-Zuleitung direkt am Ortsrand. Doch für das eigentliche Ortsnetz mit kostspieligen Tiefbauarbeiten ist bisher kein Geld vorhanden.
Allerdings könnten die Haushalte in Göddeldorf schon heute über ein „relativ schnelles Internet“ verfügen, so Langer: mit „Super-Vectoring“ über die Kupferkabel der Deutschen Telekom.