Die Verantwortlichen fühlen sich bestätigt: Seit rund sieben Wochen ist das kommunale Gesundheitszentrum für die hausärztliche Versorgung in Neuendettelsau in Betrieb. Mit dem Start sind die Beteiligten mehr als zufrieden und liegen damit über den eigenen Erwartungen.
Seit dem 1. Februar hat das Gesundheitszentrum geöffnet. Bis jetzt gab es in den Praxisräumen in der Neuendettelsauer Passage über 1100 Patientenkontakte, wie Stefan Grün als Vorsitzender des Kommunalunternehmens gegenüber der FLZ berichtet. Die Patienten kommen nach seinen Worten unter anderem aus Neuendettelsau, Sachsen, Lichtenau, Petersaurach, Windsbach und auch aus Ansbach. „Der Start ist besser gelaufen, als wir erwartet haben“, sagt Grün. Man dürfe schließlich nicht vergessen, dass das Team komplett neu zusammengewürfelt wurde.
Doch bei der Auswahl der Mitarbeiter haben die Verantwortlichen ein glückliches Händchen bewiesen. Binnen kurzer Zeit haben sich die beiden Ärzte Dr. Benjamin Welte und Dr. Ernst Grünsteidel, Praxismanagerin Jérome Wäger sowie die vier medizinischen Fachangestellten aufeinander eingestellt und die Arbeitsabläufe abgestimmt. Freilich habe es kleinere Probleme zum Start gegeben, will Praxisleiter Welte nicht verheimlichen. Aber das sei normal.
„Wir haben ein super Team“, macht er deutlich. „Man hat das Gefühl, dass sie nie etwas anderes gemacht haben.“ Dass es schon so gut läuft, bekommen natürlich auch die Patienten mit. Diese seien „sehr zufrieden“ bisher. Gleichwohl waren die ersten Wochen mit einem großen Aufwand verbunden. Denn jeder neue Patient musste auch neu im System angelegt werden. „Die Arbeit ist enorm.“
Durch die Anfangsphase sehen sie sich in Neuendettelsau bestätigt, mit dem kommunalen Gesundheitszentrum neue Wege zu gehen, um die hausärztliche Versorgung sicherzustellen. Laut Grün ist man schon jetzt so weit, dass man nachjustieren muss. Soll bedeuten: Mitte April wird das Team um eine fünfte medizinische Fachangestellte ergänzt.
„Wir könnten auch schon größere Räumlichkeiten gebrauchen“, ergänzt Welte. „Wir haben noch viel Potenzial, das wir noch gar nicht ausschöpfen können.“ Wer jetzt Angst hat, dass im Gesundheitszentrum schon jetzt keine Patienten mehr aufgenommen werden, den kann Benjamin Welte beruhigen. „Wir nehmen weiter Patienten auf“, macht er deutlich. „Es kann nur ein wenig dauern.“
Dass im Gesundheitszentrum bisher alles so reibungslos funktioniert, führt Welte auch darauf zurück, dass die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt werden kann. Er meint damit nicht nur den Dienst am Patienten, sondern zum Beispiel auch Dokumentationen, Auflagen oder Bereitschaftsdienste. Die Aufgaben werden immer mehr, „als Einzelkämpfer ist das eigentlich nicht zu schaffen“. Deshalb wundert es ihn auch nicht, dass es sich junge Ärzte dreimal überlegen, ob sie sich in einer Einzelarztpraxis niederlassen.
Hinzu kommt aus seiner Sicht, dass die Zahl der Ärzte im Landkreis Ansbach weiter abnehmen wird. Deshalb brauche es Strukturen, um die Versorgung der Menschen zu sichern. „Wir müssen größer denken, die Ärzte müssen vielmehr miteinander kooperieren und sprechen.“