Gesprengte Geldautomaten - vier Männer angeklagt | FLZ.de

arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 04.11.2026 08:53

Gesprengte Geldautomaten - vier Männer angeklagt

Nach der Tat im oberbayerischen Ehekirchen konnte die Polizei die Bande aus den Niederlanden fassen. (Archivbild) (Foto: Stefan Puchner/dpa)
Nach der Tat im oberbayerischen Ehekirchen konnte die Polizei die Bande aus den Niederlanden fassen. (Archivbild) (Foto: Stefan Puchner/dpa)
Nach der Tat im oberbayerischen Ehekirchen konnte die Polizei die Bande aus den Niederlanden fassen. (Archivbild) (Foto: Stefan Puchner/dpa)

Vier Männer sind wegen der Sprengung von Geldautomaten in Bayern und Baden-Württemberg angeklagt. Die Staatsanwaltschaft München I wirft ihnen vor, Ende 2025 drei Geldautomaten in Nürtingen (Kreis Esslingen), Eppishausen und Ehekirchen gesprengt und insgesamt rund 250.000 Euro erbeuteten zu haben. Der Gesamtschaden war demnach beträchtlich höher: etwa 1,3 Millionen Euro. Bei der letzten Tat im oberbayerischen Ehekirchen gelang es der Polizei, die Verdächtigen aus den Niederlanden zu fassen. 

Die Beschuldigten sind im Alter von 28 bis 35 Jahren. Einer von ihnen soll außerdem an einer versuchten Automatensprengung im Dezember 2023 in Kleinaitingen im Landkreis Augsburg beteiligt gewesen sein. Das Landgericht Ingolstadt muss laut Staatsanwaltschaft noch entscheiden, ob es zu einem Prozess gegen die Männer kommt. Es ist zuständig, weil der letzte Tatort Ehekirchen in seinem Bereich liegt. 

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hatten sich die Männer in den Niederlanden zu einer Bande zusammengeschlossen, mit dem Ziel Geldautomaten in Deutschland aufzusprengen. Dabei gingen sie den Ermittlungen zufolge hochprofessionell und immer nach einem ähnlichen Muster vor. 

Ein Mitglied habe verkehrsgünstig gelegene Geldautomaten ausgekundschaftet. Weitere Bandenmitglieder sollen in Garagen in den Niederlanden Sprengstoffpakete hergestellt haben. 

Am jeweiligen Tattag fuhren die Kriminellen laut Staatsanwaltschaft in hochmotorisierten Autos mit gestohlenen oder gefälschten Kennzeichen über die Grenze. Die Täter trugen dunkle Kleidung, Sturmhauben und Stirnlampen. Um keine DNA-Spuren zu hinterlassen, klebten sie Hosenbeine und Ärmelbund mit Klebeband ab. 

Spezialkräfte rammten Fluchtauto

Jeweils zwischen 3.00 und 4.00 Uhr brachen die Männer laut den Ermittlern mit einem Brecheisen den Geldautomaten auf, platzierten den Sprengstoff und gelangten so an die Beute. Danach flüchteten sie mit dem bereitstehenden Auto. Bei der Tat am 22. Dezember 2025 in Ehekirchen konnten Spezialkräfte der Polizei den Fluchtwagen verfolgen, rammen und dadurch schließlich stoppen. 

Bei der Explosion damals war nach Angaben der Staatsanwaltschaft der Innenraum der Bankfiliale größtenteils zerstört worden. Außerdem wurden ein Imbiss, eine Fahrschule, eine Bäckereifiliale, ein Fitnessstudio und ein Getränkemarkt so stark beschädigt, dass diese für etwa drei Monate nicht nutzbar waren.

© dpa-infocom, dpa:261104-930-941664/1


Von dpa
north