230 Wanderwege, über 100 markierte Radtouren. Schöne Städte und abwechslungsreiche Landschaften. Das Romantische Franken ist so beliebt wie nie zuvor. Im Stadtschloss Herrieden wurde klar, warum.
Der prächtig renovierte Ratssaal mit seinen offenen historischen Mauern bot den passenden Rahmen für eine Rekordfeier. Im Vorjahr gab es 1,8 Millionen Übernachtungen im Gebiet des Tourismusverbands. Eine neue Bestmarke, die Vorsitzender Dr. Jürgen Ludwig bei der Jahresversammlung in Herrieden würdigte. „Das ist ein stolzes Ergebnis, über das wir uns freuen können.“
In den Herbergen aller Art landeten über elf Prozent mehr Gäste als 2019, dem letzten normalen Jahr vor Corona. Die Klippen der Pandemie sind erfolgreich gemeistert. „Das Inlandsgeschäft hat uns getragen. Es bleibt stark und das Ausland zieht wieder an“, sagte der Ansbacher Landrat.
Ludwig ist auch Vorsitzender des Tourismusverbands, der vor allem von Kommunen aus den Landkreisen Ansbach, Neustadt/Aisch und Fürth sowie der kreisfreien Stadt Ansbach getragen wird. Aber auch Vereine, Verbände und Unternehmen aus der Branche sind unter den 60 Mitgliedern. Sie empfingen im Vorjahr vor allem Gäste aus Deutschland, die für rund 80 Prozent der Übernachtungen sorgten. Dass der Anteil der ausländischen Besucher nach der Corona-Pandemie wieder auf ein Fünftel stieg, gilt als ermutigendes Signal.
Zugpferd vor allem im internationalen Geschäft ist Rothenburg. Die Tauberstadt lockte alleine 30 Prozent aller Gäste an. Dinkelsbühl steigerte seinen Anteil an den Übernachtungen auf 17 Prozent. Der von Ansbach ging leicht zurück auf sieben Prozent, dahinter folgen Zirndorf mit fünf Prozent und Feuchtwangen mit vier Prozent. Die übrigen Gäste verteilen sich auf das große Gebiet zwischen der Frankenhöhe und der Cadolzburg, zwischen Aisch und Wörnitz.
Viel getan hat sich im Hintergrund bei den digitalen Verknüpfungen zwischen Anbietern, Kommunen und dem Romantischen Franken. Online buchbare Angebote tauchen inzwischen gleichermaßen auf den verschiedenen Homepages auf. Derzeit sind 117 Betriebe online buchbar.
Was nicht heißt, dass klassische Prospekte aus Papier ihren Wert verlieren würden, machte Geschäftsführerin Regina Bremm deutlich. „Unsere Gäste lieben immer noch das Printangebot.“ Vom Urlaubsmagazin, der allgemeinen Übersicht der Angebote im Romantischen Franken, wurden 30.000 Stück ausgegeben. Rund 15.000 Bestellungen von gedrucktem Info-Material wurden verschickt, auch wenn alle Infos über die Homepage abrufbar sind. „Print und Online sind hier ganz eng miteinander vernetzt“, so Bremm. Interessierte können sich auf der Homepage ihr persönliches Paket aus 34 Prospekten zusammenstellen.
Besonders hoch im Kurs steht eine neu aufgelegte Wanderkarte. Sie zeigt, wie sich im Tourismus traditionelle und neue Medien ergänzen. In der Karte sind QR-Codes abgedruckt, über die man am Handy sofort auf den Routen ist. Dort sind alle weiteren Informationen hinterlegt, bis hin zu Haltestellen des ÖPNV.
„Die Gäste wollen einen guten Weg haben.“
Derzeit sind rund 230 Wanderwege an den Monitoren und in der Natur zu entdecken. Bei diesen nützen prächtige Präsentationen im Internet alleine nichts, verwies Bremm auf die Erfahrungen: „Die Gäste wollen einen guten Weg haben.“ Ausgewählt sind nur offiziell markierte Wege, die durchgehend ausgeschildert sind. Dafür arbeitet der Tourismusverband mit dem Naturpark Frankenhöhe und den Gemeinden mit ihren ehrenamtlichen Wanderwarten eng zusammen.
Die Wegenetze rund um einen Ort können auf den Internetseiten direkt angesteuert werden, damit sie die Gäste in diesem Ort ohne lange Suche sofort nutzen können. Im vergangenen Jahr wurden auf der Homepage über 200.000 Besuche gezählt. Den Newsletter haben neben den Geschäftspartnern 3100 Personen abonniert. Auch hier hat das digitale Angebot oft analoge Folgen, sagt Regina Bremm. „Besonders positiv werden die Informationen über neue Prospekte wahrgenommen.“
Spitzenreiter ist die Radkarte. Vor einem Jahr ist ihre vierte Auflage erschienen. Seit ihrem Start vor vier Jahren wurde sie 100.000 Mal gedruckt. „Der Trend zum Radtourismus ist ungebrochen hoch“, sagte die Geschäftsführerin des Romantischen Franken: „Über unsere Webseite werden rund 100 verschiedene markierte Radtouren vorgestellt und zum Download angeboten.“
In den Corona-Jahren hat das Team aus der Geschäftsstelle in Colmberg (Landkreis Ansbach) viel Zeit in die Verzahnung aller Anbieter gesteckt. Von der Zimmersuche bis zu den Ausflugszielen, von den Angeboten mit Kindern bis zu Erlebnissen in der Kultur sollen Suchende schnell ihre persönlichen Ziele finden. Die Arbeit hinter den Kulissen in der Pandemie hat sich für den Vorsitzenden Dr. Jürgen Ludwig gelohnt. „Wir haben eine stabile, attraktive Struktur.“
Ludwig warnte jedoch vor trügerischer Sicherheit durch die Rekordzahlen. „Das ist ein starkes Ergebnis, über das wir uns freuen können. Aber kein Ruhekissen, sondern Ansporn, weiterzumachen.“ Der Optimismus für dieses Jahr ist groß beim Romantischen Franken. „Die Tendenz ist sehr, sehr positiv“, sagte Geschäftsführerin Regina Bremm.