„Die Menschen brauchen einfach mehr Kohle“, rief Ursula Lischke von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi den etwa hundert Streikenden zu, die sich am Donnerstagmorgen in eisiger Kälte vor dem Kasernentor in Katterbach versammelt hatten.
Die Gewerkschaft hat die zivilen Mitarbeiter der US-Armee zu einem zweitägigen Warnstreik aufgerufen, der am Freitag weitergeht. Viele der Mitarbeiter, die ihre Arbeit niedergelegt haben, blieben angesichts der kühlen Temperaturen aber einfach zuhause, erklärte Lischke im Gespräch mit der FLZ.
Andere trafen sich an einer Feuertonne vor der Kaserne und machten mit Transparenten, Fahnen und Trillerpfeifen lautstark auf ihr Anliegen aufmerksam. Nach den Worten von Ursula Lischke ist etwa die Hälfte der 400 Beschäftigten der US-Streitkräfte in Ansbach gewerkschaftlich organisiert.
Ihnen ist das bisherige Angebot der Arbeitgeber von 4,1 Prozent Lohnerhöhung und 1500 Euro Inflationsprämie angesichts der steigenden Lebenshaltungskosten deutlich zu niedrig. Sie fordern 8 Prozent mehr und haben ihre Forderung damit von ursprünglich 9,5 Prozent bereits heruntergeschraubt.
Die nächste Verhandlungsrunde ist am Donnerstag, 16. Februar, geplant. Lischke schloss in ihrer Ansprache an die Demonstrierenden auch einen längeren Streik nicht aus, um die Forderungen der Mitarbeiter durchzusetzen.
Für die US-Soldaten und ihre Familien hat der Warnstreik spürbare Auswirkungen. So bleiben zum Beispiel spezielle Geschäfte in der Kaserne geschlossen. Es gibt aber eine Notdienstvereinbarung, so dass niemand in der Kälte sitzen muss, wenn die Heizung ausfällt.
Zahlreiche offene Stellen bei den Streitkräften seien schon jetzt nicht zu besetzen, berichtete die Mitarbeiterin Petra Field. Sie ärgert sich, dass viele Soldaten kein Verständnis für die Anliegen der Beschäftigten haben. „Die haben keine Ahnung, wie wir leben“, kritisiert sie und verweist auf hohe Mieten und steigende Preise.