Kaum sind die Weihnachtstage vorbei, machen sich viele auf den Weg in die Geschäfte, um Geldgeschenke und Gutscheine einzulösen. Andere wollen hingegen Präsente umtauschen, die nicht gerade Jubelrufe auslösten oder einfach nicht passten. Dies betrifft nicht nur Bekleidung.
Was nicht passt, wurde nach den Festtagen umgetauscht. Wobei man auch im hiesigen Einzelhandel seit Jahren den deutlichen Trend spürt, dass weniger umgetauscht wird als früher. Dies liegt vor allem daran, dass vermehrt Gutscheine unter dem Christbaum liegen. Außerdem informieren sich viele vorab, was sich die oder der zu Beschenkende wünscht – oder sie nehmen diesen gleich zum Aussuchen mit. Dies stellt man etwa beim Juweliergeschäft Steel in Neustadt fest. Dort kommen Frauen oft mit, um sich das Geschenk auszusuchen. Das erspart so manchen Umtausch.
Schon einiges los war am Samstag und Montag in den Neustädter Geschäften. Dies ergab eine kleine Umfrage. Viele sind mit dem Weihnachtsgeschäft zufrieden, auch wenn die Käufe, wie Lydia Kühlwein vom Sportgeschäft Kühlwein erklärt, schon einmal besser waren. Großer Nachfrage erfreuten sich Skibekleidung und Skihelme. Warme Jacken waren ebenfalls beliebt.
„Wir haben aber noch genug da”, sagt Kühlwein mit Blick auf das üppige Sortiment. Am Montag war viel zu tun im Geschäft, die Kundinnen und Kunden gaben sich hier, wie auch bei den anderen befragten Läden, die Klinke in die Hand. „Damit haben wir gerechnet”, betont sie. Vor allem Artikel, die nicht passen oder gefallen, werden umgetauscht. „Das geht problemlos.” In der Regel wird gleich neue Ware mitgenommen.
Auch etliche Gutscheine wurden bereits gegen ein hübsches Teil eingetauscht. In der Regel investierten die Käuferinnen und Käufer zwischen 50 und 150 Euro, teilt Kühlwein mit. „Im Vergleich zum vergangenen Jahr ging es ruhiger zu und später los”, resümiert Julia Datz vom Wäschehaus Ströbel. „Unter dem Strich waren wir mit dem Weihnachtsgeschäft aber zufrieden.”
Es wurden etliche Gutscheine erstanden, Männer kauften darüber hinaus für ihre Frauen und Freundinnen oft Schlafanzüge und Kuschelmäntel, die gut ankamen. Am Samstag ging es im Wäschegeschäft sehr ruhig zu. Wenn umgetauscht wird, erfolge das zeitnah, darauf achte die Kundschaft, so Datz.
Kein Wunder also, dass am Montag einiges los war und weitere Gutscheine gegen Ware eingelöst wurden. Bevor eine in Köln lebende Kundin, die ihre hier lebende Mutter besuchte, wieder heimreiste, löste sie bereits ihren Gutschein ein. Viel Betrieb herrscht auch in der Jeanstime, wo man mit dem Weihnachtsgeschäft allgemein sehr zufrieden ist, wie Benett Burkert auf Nachfrage betont. Er stellte ebenfalls fest, dass es langsamer anlief als sonst. Dies führt er unter anderem auf die Black-Friday-Aktionen Ende November zurück, wo sich schon etliche mit Geschenken eingedeckt hatten. Ansonsten sei – wie gewohnt zwischen den Jahren – gut zu tun.
Das merkt man auch beim Juwelier Steel. Anders als früher werden die Präsente zum Christfest häufig nicht mehr kurz vor Weihnachten, sondern über das Jahr verteilt erstanden, teilt Inhaberin Lea Gabriel im Gespräch mit unserer Redaktion mit. Während 2024 Verlobungs- und Trauringe kurz vor dem Fest hoch im Kurs standen, da um diese Zeit gerne Heiratsanträge gemacht werden, war in diesem Jahr festzustellen, dass vermehrt im Sommerurlaub um die Hand der oder des Liebsten angehalten wurde. Gabriel fiel ferner auf, dass 2025 weniger Geschenke für Männer gekauft wurden.
Dafür ist seit Samstag viel im Geschäft zu tun, Gutscheine werden eingelöst und seit zwei Tagen steht vor allem das Stechen von Ohrlöchern hoch im Kurs. War es früher beliebt, dass die Patinnen und Paten zur Kommunion, Konfirmation oder Firmung vor den Festtagen ihrem Patenkind eine Uhr oder ein anderes Schmuckstück kauften, geschieht dies inzwischen oft erst kurz vor Ostern.
Reichlich Kundenansturm herrscht nach den Weihnachtstagen auch im Bekleidungshaus Seeg. Etliche, die einen Umtausch geplant hatten, kamen gleich am Samstag- oder Montagmorgen vorbei, teilt Elisabeth Seeg-Probst mit. „Das Ganze war unproblematisch und hielt sich bisher in Grenzen. Viele fanden gleich das entsprechende Teil in der richtigen Größe oder Farbe oder etwas Ähnliches.” In einem Fall wurde eine Mütze zurückgegeben, da sich der Beschenkte dasselbe Modell erst kurz zuvor selbst gekauft hatte.
Anders als so manche Kollegen erzählt Seeg-Probst, dass Geschenke in ihrem Geschäft noch bis kurz vor Weihnachten erworben wurden, gerade ganz Spezielles kaufte man lieber kurzfristig. Auch bei ihnen gingen viele Gutscheine über die Ladentheke und wurden bereits eingelöst, etwa um sich noch mit warmen Pullis, Hosen und Jacken auszustatten. Letztgenannte erfreuen sich angesichts der Kälte so großer Nachfrage, dass man noch nachordern musste. „Hier ist noch einiges an Bedarf.”
Da noch Schulferien sind, nutzen etliche Jugendliche und deren Eltern ferner die Gelegenheit, um für die anstehende Konfirmation etwas Hübsches zu erstehen. Seinen Schatten voraus wirft auch der Abschlussball der örtlichen Tanzschule im Februar. Dafür statten sich die jungen Leute bereits mit festlicher Bekleidung aus.