Der edle Saft aus Trauben spielt in der Gastronomie der Stadt eine zentrale Rolle. Da ist es nur konsequent, dass dieses wichtige Kulturgut im Herzen der Altstadt angemessen gewürdigt wird. Zur Eröffnung des Weindorfs 2025 fand sich am Mittwochabend standesgemäße Prominenz ein.
Hauptehrengast war die Fränkische Weinkönigin Antonia Kraiß aus Nordheim am Main, die von der Ipsheimer Weinkönigin sowie den Weinprinzessinnen aus Tauberzell, Bullenheim, Nordheim und Nenzenheim sowie vom Oberen Ehegrund begleitet wurde. Inzwischen gibt es auch männliche Vertreter dieser hoheitlichen Zunft. So entsandte das Rebensaft-Dorf Hüttenheim (Landkreis Kitzingen) seinen amtierenden Weinprinzen Maximilian.
Königin Antonia Kraiß wünschte dem Weindorf einen schönen Verlauf. Das Ambiente der Altstadt harmoniere bestens mit dem Thema: „Ohne Wein, den unsere Winzer mit Leidenschaft produzieren, würde etwas fehlen. Er öffnet Türen”, meinte sie. Oberbürgermeister Dr. Markus Naser schwärmte vom Weindorf als Veranstaltung mit einer einzigartigen Atmosphäre und dankte allen, die sich dafür ins Zeug gelegt haben, bevor er das Weindorf offiziell eröffnete.
Angestoßen wurde mit einem gelben Muskateller vom Kleinochsenfurter Weingut Mönchshof. Das sei ein Weißer zwischen trocken und halbtrocken mit dezenter Süße, charakterisierte Winzer Fabian Roth dieses Produkt.
Hingewiesen wurde bei der Eröffnung auf eine Besonderheit. So darf sich das Weindorf mit dem Zertifikat „WeinSchönerLand“ des Tourismusverbands Franken schmücken. Dieses stehe für außerordentliche Qualität bei Weingütern oder eben Weinfesten, hieß es. Derzeit seien neben Rothenburg nur noch vier weitere Weinorte in Franken damit zertifiziert, und zwar Ippesheim, Sommerach, Willanzheim und Castell.
Das Weindorf läuft bis Sonntag. Am Donnerstag ist von 17 bis 23 Uhr Betrieb, am Freitag, 15., und Samstag, 16. August, von 16 bis 24 Uhr. Zum Finale am Sonntag, 17. August, ist es von 12 bis 22 Uhr zugänglich.
Den Rebenanbau zwischen Rothenburg und Tauberzell hatten vor allem ortsansässige Klöster jahrhundertelang gefördert. Der Weinberg am Tauberhang im Westen der Altstadt war bis vor etwa 100 Jahren durchgängig bewirtschaftet worden und hatte danach lange brach gelegen. Seit den 1990er Jahren wird er wieder betrieben. Es gibt dort auch einen Rebsorten-Lehrpfad. Das alljährlich im August stattfindende Weindorf ist eine Reminiszenz an die Bedeutung der Weinkultur in Stadt und Region.