Gemecker im Freilandmuseum: In Bad Windsheim waren Bayerns Top-Ziegen los | FLZ.de

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Veröffentlicht am 01.09.2024 18:55

Gemecker im Freilandmuseum: In Bad Windsheim waren Bayerns Top-Ziegen los

Das Futter schmeckt trotz des neugierigen Fotografen. (Foto: Hans-Bernd Glanz)
Das Futter schmeckt trotz des neugierigen Fotografen. (Foto: Hans-Bernd Glanz)
Das Futter schmeckt trotz des neugierigen Fotografen. (Foto: Hans-Bernd Glanz)

Was haben „Käsetasche“ und „unkontrollierbare Kleiderzerstörerin“ gemeinsam? Besucher der Bayerischen Landesziegenschau im Fränkischen Freilandmuseum haben es erfahren. Käsetasche ist ein witziges Wort für das Euter der Ziege. Mit der Kleiderzerstörerin spielt eine Züchterin auf das Maul ihrer Ziegen an, die offensichtlich gerne an der Kleidung zupfen.

Zwei Tage lang war das Museum Austragungsort der Ziegenschau, die eigentlich jedes Jahr während des Zentral-Landwirtschaftsfestes parallel zum Oktoberfest stattfindet. Nachdem der Bayerische Bauernverband die Münchner Veranstaltung wegen mangelnder Beteiligung abgesagt hatte, wichen die Verantwortlichen der Ziegenschau nach Bad Windsheim aus. Dort war bisher schon die Leistungsschau der Ziegenzuchtvereinigung Mittelfranken zu Hause.

Die Ziegen steigen in den Ring

Im Mittelgang wird es eng. Die einen Tiere werden in den Ring gezogen, andere laufen ihrem Züchter brav hinterher. Der Ring, das ist ein runder Pferch, in dem sich die Ziegen der Wertungskommission stellen und der den Gästen einen optimalen Blick auf die Schau gewährt. Meckern und Blöke, also auf sich aufmerksam zu machen, gehört heute zum guten Ton. Schließlich schauen zahlreiche Besucher zu, wenn die Besten der Besten unter den Ziegen ihren Besitzern hoffentlich einen ersten Platz bescheren.

Als Moderator mit einem flotten Spruch auf den Lippen fungiert Dr. Christian Mendel, Zuchtleiter Schafe und Ziegen bei der Landesanstalt für Landwirtschaft. Zu den Preisrichtern gehört unter anderem der Holländer Engel Kupers, ein Experte für Südafrikanische Buren Ziegen. Los geht die Bewertung mit der Klasse „Zuchtgruppen“. Drei Tiere darf ein Züchter vorzeigen, die alle einer Rasse angehören müssen und harmonisch zusammenpassen sollen. So die Theorie. In der Praxis aber werden kleinste Unterschiede von den Preisrichtern gesehen und fließen in deren Urteil ein.

Viele verschiedene Rassen vorgestellt

Mittlerweile haben die Tiere von 16 Ausstellern in der Arena gewechselt. Jetzt stellen sich unter der Klasse „Familienzüchtung“ wiederum drei Züchter mit jeweils drei Ziegen den Preisrichtern. Das Besondere hier: Alle Tiere müssen geradlinig verwandt sein.

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Ein Ziegenhalter stellt „Vater, Mutter und Tochter“ vor. Johannes Maibom aus Mausdorf bei Emskirchen, Vorsitzender des Landesverbandes Bayerischer Ziegenzüchter, zeigt „einen Bock und zwei Töchter“, während Konrad Kellner „Großmutter, Mutter und Tochter“ vorstellt und mit seinen Tieren die Preisrichter überzeugt – erster Platz für ihn.

Nach den Gruppen folgt die Vorstellung einzelner Ziegenrassen. In insgesamt 29 Klassen stehen jeweils Buren Ziege, Pfauen Ziege, Westafrikanische Zwergziege, Thüringer Wald Ziege, Anglo Nubier sowie Bunte und Weiße Deutsche Edelziege im Wettbewerb mit der Konkurrenz aus der eigenen Rasse. Gerade die Kinder freuen sich über die Vielzahl und Vielfalt der Tiere.

Kleine Station für Kinder zum Basteln

Während sonst ein Streichelzoo Hauptanziehungspunkt bei Veranstaltungen ist, bleibt der hier oft verwaist. Schließlich können im großen Zelt der Ziegenschau die Tiere mindestens genauso gut beobachtet werden. Nur einige weichen ängstlich zurück. Die überwiegende Mehrheit der Tiere genießt die Streicheleinheiten. Sie scheinen sich sogar darauf zu freuen, wenn sie am Gatter hochklettern und den Besuchern ihre Köpfe entgegenstrecken.

Zusätzlich hat der Ziegenzuchtverband eine kleine Station für die Kinder mit Bastel- und Malmöglichkeiten aufgebaut und hält Informationsbroschüren bereit. Zudem runden Direktvermarkter mit ihren Ständen das Angebot ab. Beim Gewinnspiel können Besucherinnen und Besucher die nach ihrer Meinung schönste Ziege auswählen. Der 1. Preis: Ein Präsentkorb mit Ziegenkäse für einen Besucher, der auf die richtige Ziege gesetzt und dann auch noch Losglück hat, sowie eine Glocke für das Siegertier.


Von Hans-Bernd Glanz
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