Wie lassen sich Farben, Formen und Figuren in Musik umsetzen? Die Malerin Mo Schweitzer und der Musiker Wieland Kleinbub haben es ausprobiert. Ihre Ergebnisse sind in der neuen Sonderausstellung im Haus der Geschichte zu sehen.
Der laue Sommerabend bildete den passenden Rahmen für die Vernissage im Innenhof des Dinkelsbühler Museums. Schließlich ging es um Bilder, die motivische Leichtigkeit ausstrahlen. Und die war auch in den Kompositionen des Stuttgarter Musikers Kleinbub zu hören. Leiterin Ute Heiß versprach den zahlreichen Gästen eine „Vernissage der besonderen Art”.
Die Leichtigkeit bringt Mo Schweitzer mit der Alcohol Ink Art-Technik auf ihren Maluntergrund. Farbpigmente und ein hoher Anteil Alkohol ergeben leuchtstarke Farben, die auf speziellem Papier verlaufen und ineinander fließen. Es entstehen auf überraschende Weise Farbspielereien und Farbverläufe. Mo Schweitzer erklärte das so: „Die Farben nehmen die Flucht auf.” Allerdings könne man sie nicht so gut führen. Nur manchmal verwende sie einen Pinsel. Die Pigmente könnten aber auch mit Luftströmen gesteuert werden. Das Ergebnis sei in jedem Fall Eigenwilligkeit.
In Mo Schweitzers Bildern stecken nicht nur Farb-, sondern auch Klangwelten. Live zu hören waren die anlässlich der Vernissage im Rahmen eines Live-Konzerts, bei dem Wieland Kleinbub seine Herangehensweise erläuterte. Ein Jahr lang hat es gedauert, bis der Pianist Schweitzers Farben und Formen in Klänge übersetzt hat.
Mit Frank Kroll am Saxophon und Felix Schrack am Schlagzeug erläuterte der Stuttgarter Pianist, wie er jedes der zehn Bilder komponiert hat. Da war von „Blubberbläschen” die Rede, die bei ihm hymnisch klingen. Er erklärte, dass für ihn A-Dur eine „rote Tonart” sei und wie sich generell Farben in Harmonie umsetzen ließen.
Während der Ausstellung sind Kleinbubs Stücke zu Schweitzers Bildern im Ausstellungsraum des Hauses der Geschichte zu hören. Dazu braucht es nur ein einigermaßen zeitgemäßes Mobiltelefon, dann eröffnet sich den Zuhörenden die akustische Welt, die in den farbenfrohen Bildern steckt.
Die Ausstellung „Bilder einer Ausstellung - wie die Kunst der Musik begegnet” ist im Haus der Geschichte bis 21. September täglich von 9 bis 17 Uhr zu sehen.