Geld fließt in Neustadts Kreis: Start fürs Programm „Schwammregion“ in Steinbach | FLZ.de

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Veröffentlicht am 19.06.2025 17:00

Geld fließt in Neustadts Kreis: Start fürs Programm „Schwammregion“ in Steinbach

Zum Thema Schwammregion fand ein Pressetermin in Steinbach statt. Die Brücke, auf der die Teilnehmer stehen, wurde beim Starkregen enorm beschädigt, Gebäude standen meterhoch unter Wasser. (Foto: Ute Niephaus)
Zum Thema Schwammregion fand ein Pressetermin in Steinbach statt. Die Brücke, auf der die Teilnehmer stehen, wurde beim Starkregen enorm beschädigt, Gebäude standen meterhoch unter Wasser. (Foto: Ute Niephaus)
Zum Thema Schwammregion fand ein Pressetermin in Steinbach statt. Die Brücke, auf der die Teilnehmer stehen, wurde beim Starkregen enorm beschädigt, Gebäude standen meterhoch unter Wasser. (Foto: Ute Niephaus)

Herrliches Sommerwetter und im Hintergrund des schattigen Plätzchens, das für ein Pressegespräch anlässlich des Starts des Aktionsprogramms „Schwammregion“ ausgewählt worden war, ein Bächlein, das derzeit kaum Wasser führt: Kaum zu glauben, dass hier und andernorts in Steinbach (Gemeinde Trautskirchen) Starkregen 2021 verheerende Folgen anrichtete.

In diesem, in einem Tal gelegenen, Dorf in dem gerade einmal 38 Personen leben, kam Wasser aus allen Richtungen zusammen und sammelte sich, erzählte Bürgermeister Werner Wirth, Vorsitzender der Kommunalen Allianz Aurach-Zenn. Die Brücke, auf der sich die Teilnehmenden des Pressegesprächs später zum Gruppenbild aufstellten, war im Jahr 2021 überflutet. Eines der Geländer wurde völlig zerstört. Gebäude standen meterhoch unter Wasser. So mancher Anwohner musste in den ersten Stock flüchten, da das Erdgeschoss überflutet war.

Wasser in der Flur halten und speichern

„Forst- und landwirtschaftliche Wege wurden ausgespült.“ Den Schaden bezifferte Wirth auf rund 100.000 Euro. Angesichts dieser Schäden, von denen auch andere Ortsteile und der Hauptort nicht verschont blieben, stand für die Gemeinde fest: Wir müssen etwas tun. Denn trotz solcher Hochwasser lebe man in einer eher von Trockenheit geprägten Region. „Wir müssen das Wasser in der Flur halten und speichern.“ Froh sind Wirth und Neustadts Bürgermeister Klaus Meier, der in seiner Funktion als Vorsitzender der Kommunalen Allianz NeuStadt und Land nach Steinbach gekommen war, dass ihre gemeinsame Bewerbung für das Aktionsprogramm „Schwammregion“ des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus erfolgreich war.

Hier dankten Meier und Wirth auch den Umsetzungsbegleitern ihrer Allianzen Theresia Pöschl (NeuStadt und Land) und Maximilian Gaier (Aurach-Zenn), die mit nach Steinbach gekommen waren. Anfang des Jahres wurde die neue Schwammregion „Aisch, Aurach & Zenn“ ins Leben gerufen. Gefördert wird im Rahmen des Programms eine Umsetzungsbegleitung für fünf Jahre mit 90 Prozent der Personal- und bis zu 90 Prozent der Sachkosten vom Amt für Ländliche Entwicklung. Für die hiesige Schwammregion wird das Büro GeoTeam aus Bayreuth die Umsetzungsbegleitung übernehmen.

Lösungsorientiert wird schon gearbeitet

Wolfgang Neukirchner, Leitender Baudirektor des Amtes für Ländliche Entwicklung (ALE) Mittelfranken, gratulierte den beiden Allianzen, dass sie die Aufnahme ins Programm schafften. „Sie haben glaubhafte Probleme dargestellt und denken bereits lösungsorientiert.“ Es werde zudem seit Jahren im Bereich Klimawandel/Klimaanpassung an verschiedenen Projekten gearbeitet. Wichtig sei, so Neukirchner, der Wasserrückhalt in der Fläche.

Als Beispiele nannte er die Aufweitung der Gräben und Kleinstrückhaltungen. Umsetzen will man beim Programm Schwammregion aber auch Ansätze der Initiative boden:ständig“, wo schon Kommunen, Grundstückseigentümer und Landwirte beteiligt sind. Bei boden:ständig seien die Einzugsgebiete jedoch eingrenzt gewesen. Nun werde der Blick auf die Region erweitert.

Unabdingbar sei jedoch auch beim Aktionsprogramm „Schwammregion“, dass die Bauern mit im Boot sind. Durch eine entsprechende Bodenbewirtschaftung könne man etwa Erosionen mindern. Man müsse alle relevanten Akteure an einen Tisch bringen und die ganze Region anschauen. Neukirchner merkte an, dass betroffene Gemeinden nicht alles selbst zahlen können. Die Umsetzungsbegleiter seien hier gefordert zu schauen, wo man noch Zuschüsse bekommen könne für die Projekte, die sonst unerschwinglich wären.

Dass man auch mit kleinen Maßnehmen einiges erreichen kann, führte Klaus Meier vor Augen. Er erinnerte an die aufgelassenen Güllegruben, die zu Regenrückhaltungen umfunktioniert wurden. Im Wald setze man ebenfalls Maßnahmen um, um Niederschlag zu sammeln. Mit vielen kleinen Schritten könne man eine große Wirkung erzielen.

Ohne Mitwirkung der Bauern geht es nicht

Das Wort ergriffen auch Johannes Herold und Jonas Preinl vom GeoTeam. Sie haben bereits viel Erfahrung in etlichen boden:ständig-Projekten gesammelt. Es seien schon praxisnahe Ideen und Lösungsansätze da. Wichtig sei es immer, mit den Leuten vor Ort zu reden, deren Probleme anzuschauen und das Ganze zusammen umzusetzen.

Mit den Schwammregionen werde nun größer gedacht, ein stattlicher Teil des Landkreises sei nun dabei. Viele Landwirte hätten für das Thema offene Ohren, seien bereit, mitzuziehen. Wichtig sei es ferner, mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Uffenheim zusammenzuarbeiten. Man sei, so ihr Fazit, auf einem sehr guten Weg.

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