Geld aus Europa für die Region: Anne Billenstein holt es her | FLZ.de

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Geld aus Europa für die Region: Anne Billenstein holt es her

Anne Billenstein ist Geschäftsführerin der LAG Aischgrund. Die Gelder für „ihre“ Projekte kommen zum Teil von der EU. (Foto: Ulli Ganter)
Anne Billenstein ist Geschäftsführerin der LAG Aischgrund. Die Gelder für „ihre“ Projekte kommen zum Teil von der EU. (Foto: Ulli Ganter)
Anne Billenstein ist Geschäftsführerin der LAG Aischgrund. Die Gelder für „ihre“ Projekte kommen zum Teil von der EU. (Foto: Ulli Ganter)

Viele Gemeinden in Westmittelfranken gehören einer lokalen Aktionsgruppe – kurz LAG – an. Über sie fließen europäische Gelder in die Region. Darum geht es in diesem Teil der Serie zur Europawahl. Gesprächspartnerin ist mit Anne Billenstein die Geschäftsführerin der LAG Aischgrund.

Wie viel EU-Gelder genau hier landen, ist für Anne Billenstein schwer zu sagen. Denn der Freistaat und der Bund tragen einen Teil zu den Fördermitteln bei, der je nach Projekt variiert.

4,3 Millionen Euro für 69 bewilligte Projekte

Jeder LAG standen zu Beginn der vergangenen Förderperiode ab 2014 die gleichen Mittel zu, nämlich 1,5 Millionen Euro. Der europäische Teil stammt aus dem Eler-Topf, dem Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums. In der bis 2022 verlängerten Förderperiode gab es – wie immer – eine zweite Verteilrunde. Am Ende bekam die LAG Aischgrund 4,3 Millionen Euro – mit Abstand die meisten Gelder in Mittelfranken. „Mit 69 hatten wir aber auch die meisten bewilligten Projekte – große und kleine, betriebliche und gemeinnützige.“

Die Landkreise Neustadt/Aisch-Bad Windsheim und Ansbach gelten als „Räume mit besonderem Handlungsbedarf“, weshalb der Fördersatz 60 Prozent beträgt, sonst sind es 50. Ist denn – europaweit betrachtet – die Region strukturschwach? Der Handlungsbedarf bezieht sich auf den bayerischen Vergleich, erläutert Billenstein. Zugrunde liegt ein Indikator, der Infrastruktur, Wirtschaftsentwicklung und Bevölkerungsdichte berücksichtigt.

Mehr mit München als mit Brüssel zu tun

Im Arbeitsalltag hat die Stübacherin mehr mit München als mit Brüssel zu tun. Ihr Wunsch wäre ein Bürokratieabbau: In der Vergangenheit konnten Aufträge bis 10.000 Euro netto ohne das Einholen von Angeboten vergeben werden. Die Förderkriterien legt allerdings der Freistaat fest. Die LAG sieht sie als Chance: „Man kann die ländliche Entwicklung fördern und Projekte umsetzen, die sonst unmöglich wären.“

Natürlich geht sie wählen. „Ich finde es wichtig, dass die EU weiterbesteht und sich weiterentwickelt.“

Zur Person

Anne Billenstein (60) wohnt im Diespecker Ortsteil Stübach. Die Geschäftsführerin der LAG Aischgrund ist Mutter zweier erwachsener Kinder. Privat sei sie schon immer pro-europäisch, ihr Sohn war dank des Erasmus-Programms zweimal im europäischen Ausland. Im Urlaub ist sie bevorzugt in der EU unterwegs, am liebsten in Frankreich, aber auch in Italien, Polen, Skandinavien und anderen Ländern.


Ulli Ganter
Ulli Ganter
Redakteurin
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