Für die Bürgerinnen und Bürger aus Gallmersgarten und Mörlbach mutet es fast wie ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk an: Die Verbindungsstraße zwischen den beiden Orten ist wieder frei befahrbar.
Fünf Jahre hat der Betreiber des nahen Steinbruchs, das Schotterwerk Burgbernheim, nun Zeit, um die westliche Wand des Steinbruchs wieder so zu verfestigen, „zu hinterfüllen“, dass eine Gefahr für die Öffentlichkeit ausgeschlossen ist. Die Straßensperre war vom Landratsamt Neustadt verfügt worden, weil die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet war.
Der Grund dafür: Im unmittelbaren Bereich der Ortsverbindung, die auch von Schulbussen befahren wird, war der Gesteinsabbau zu nahe an besagte Straße herangerückt, sodass die Standsicherheit nach Ansicht des Amtes nicht mehr gewährleistet war. Offensichtlich war seit längerem im Westen des Abbaugebietes mit seiner rund 70 Meter hohen Wand zu nahe an der Straße und zu viel Gesteinsmaterial abgebaut worden, sagte Bürgermeister Michael Schlehlein seinerzeit anlässlich einer Bürgerversammlung.
Zwischenzeitlich waren Sensoren aufgestellt worden, die jede kleine Veränderung des Gesteins registrieren und so rechtzeitig vor einem Abbrechen warnen können. Eine zweite Auflage des Landratsamtes war das Anbringen eines „Abkommenschutzes“, sprich das Setzen von Leitplanken zwischen Straße und Steinbruch. Dieser Anordnung hat der Betreiber zwischenzeitlich Folge geleistet.
Die Straße wurde jetzt nach der Sperrung im Frühjahr 2024 auf absehbare Zeit wieder freigegeben. Immer vorausgesetzt, es ändert sich nichts an der Standfestigkeit der Gesteinswand. Weiterhin nicht befahren werden darf ein Feldweg, der an der nördlichen Abbaukante oberhalb des Steinbruchs entlang führt und wo ein Absturz aufgrund des nahen Abbaus nicht ausgeschlossen werden kann.
Eine durch den Betreiber des Steinbruchs ins Auge gefasste Abgrabung der Erde im Bereich westlich der Straße, die später eine mögliche Erweiterung des Steinbruchs hätte einleiten können, kommt vorerst nicht zum Tragen. Wie Bürgermeister Michael Schlehlein vor Kurzem mitteilte, wurde nach Informationen der Gemeinde Gallmersgarten zumindest zunächst der Abgrabungsantrag durch das Schotterwerk Burgbernheim zurückgezogen.