Gefahr für Bienen: Asiatische Hornisse ist in Westmittelfranken angekommen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 26.09.2024 15:45

Gefahr für Bienen: Asiatische Hornisse ist in Westmittelfranken angekommen

So sieht sie aus, die Asiatische Hornisse. Eventuelle Sichtungen dieser invasiven Art sollten möglichst umgehend der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt oder der jeweiligen Gemeinde mitgeteilt werden. Wichtig ist vor allem, die Nester der Tiere schnell zu finden. (Foto: LWG Veitshöchheim)
So sieht sie aus, die Asiatische Hornisse. Eventuelle Sichtungen dieser invasiven Art sollten möglichst umgehend der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt oder der jeweiligen Gemeinde mitgeteilt werden. Wichtig ist vor allem, die Nester der Tiere schnell zu finden. (Foto: LWG Veitshöchheim)
So sieht sie aus, die Asiatische Hornisse. Eventuelle Sichtungen dieser invasiven Art sollten möglichst umgehend der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt oder der jeweiligen Gemeinde mitgeteilt werden. Wichtig ist vor allem, die Nester der Tiere schnell zu finden. (Foto: LWG Veitshöchheim)

Eigentlich war Manuel Leng im Rahmen der jüngsten Bürgermeister-Dienstversammlung auserkoren, den Anwesenden das „Ehrenamt im Naturschutz“ näher zu bringen. Sicherlich ein spannendes Thema, doch Leng mutmaßte richtig, als er eingangs seines Referats erklärte, am Ende folge etwas, „was momentan wohl alle hier interessiert“.

Tatsächlich widmete sich der Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde am Schluss seines Vorgangs einem unwillkommenen Neuankömmlingim Landkreis, einem tatsächlich nicht integrierbaren Immigranten, einem Feind der heimischen Populationen: Der asiatischen Hornisse.

Schon Lengs Eingangsbemerkungen hatten es in sich: Die asiatische Hornisse sei „viel früher als gedacht“ im Landkreis aufgetaucht und nachgewiesen worden – das in Neustadt entdeckte Exemplar könne unzweifelhaft dieser Spezies zugeordnet werden. Unweit des Festplatzes sei das Tier entdeckt worden, leider jedoch trotz intensivster Suche noch nicht das dazu gehörige Nest.

Warum? Nun – zum einen baut die Asiatische Hornisse ihre Behausungen im Gegensatz zu ihren europäischen Verwandten nicht „überdacht“, sondern gerne in 20 bis 25 Metern Höhe in Laubbäume, „und weil die aktuell noch sehr belaubt sind, kann man da schlecht etwas erkennen“. Auch Überflüge mit Drohnen, die mit Wärmebildkameras ausgestattet sind, helfen nicht viel weiter: „Die Nester sind sehr gut isoliert, da dringt kaum Wärme nach außen.“

Tiere vermehren sich ausgesprochen schnell

Dabei wäre es wichtig und ratsam, das Nest so bald wie möglich aufzuspüren und die darin befindlichen Tiere zu vernichten. Denn aus einem solchen Volk, so Leng, würden erfahrungsgemäß binnen Jahresfrist bis zu 20 Völker und nach zwei Jahren schon 400. Das liege zum einen am Vermehrungspotenzial der Tiere, zum anderen auch schlichtweg daran, dass diese eben nicht wie andere Hornissen im Herbst absterben, sondern Meister im Überwintern seien.

Das alles wäre für sich genommen noch nicht so dramatisch, denn für den Menschen ist die Asiatische Hornisse in der Regel keine Bedrohung. Für die Imker des Landkreises und deren Bienenpopulationen hingegen sehr wohl. „Bienen zählen zur Leibspeise der Asiatischen Hornisse“, erklärte Leng lakonisch – angesichts der frisch angelegten Blühflächen in vielen Gemeinden und den Bemühungen um den Erhalt und Vermehrung der gebeutelten Bienenvölker wäre die Ausbreitung des Neuankömmlings also ein schwerer Rückschlag für die Imker und die Naturschützer.

Damit nicht genug: Auf dem Speisezettel der Asiatischen Hornisse stehen auch Weintrauben. „Die mag sie auch sehr gern“, berichtete Leng und erwähnte „deutliche Ernteausfälle im Bereich Würzburg“, die durch die Tiere verursacht worden seien – ein Szenario, das auch den hiesigen Weinbauern durchaus blühen könnte.

Sichtungen sollten gemeldet werden

Was also tun? Nun, zum einen hoffe man sehr darauf, das Neustädter Nest in absehbarer Zeit aufspüren zu können, zum anderen sei man auf die Hilfe und Beobachtungen in den einzelnen Kommunen des Landkreises angewiesen. „Wir müssen die Ausbreitung in Zusammenarbeit mit den Gemeinden bremsen“, erklärte Leng und appellierte an alle Bürgermeister, die Bevölkerung zur Wachsamkeit aufzurufen und eventuelle Sichtungen der Tiere sofort zu melden.

Ob diese Maßnahmen ausreichen, wird man dann spätestens im nächsten Frühjahr sehen. Dass die invasive Art sich anzupassen versteht – auch davon berichtete Leng – habe man unlängst an einem Beispiel im Nachbarlandkreis Ansbach erleben können. Dort, genauer gesagt in Flachslanden, sei ein Nest gefunden worden: Dieses allerdings war nicht etwa in einem Baum verborgen, sondern „in einem verlassenen Grill“.


Patrick Lauer
Patrick Lauer
Redakteur
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