Angekündigt war sie schon lange, jetzt will die US-Armee sie in Angriff nehmen: Standortkommandant Colonel Aaron J. Southard kündigte bei einem Empfang der Garnison an, man werde in diesem Jahr mit dem Bau der Fußgängerbrücke beginnen, die die beiden Kasernen in Katterbach verbinden und eine kreuzungsfreie Querung der Bundesstraße 14 ermöglichen soll.
Die Kosten des vom Staatlichen Bauamt Nürnberg geplanten Bauwerks sind bereits vor einem Jahr mit rund 2,3 Millionen Dollar angegeben worden. Inzwischen dürfte es deutlich teurer geworden sein.
Aktuell müssen die US-Soldaten, ihre Angehörigen und die Zivilangestellten eine Fußgängerampel passieren, wenn sie von der südlich der B14 gelegenen Katterbach-Kaserne in die nördlich der Bundesstraße liegende Bismarck-Kaserne wechseln wollen und umgekehrt.
Die beiden direkt an der Bundesstraße gelegenen Kasernen-Eingänge werden zwar weiterhin von einer Sicherheitsfirma bewacht, von der B14 direkt in die Kasernen einbiegen kann man hier aber nicht. Aus Sicherheitsgründen hat die US-Garnison einen Haupteingang am östlichen Rand der Katterbach-Kaserne gebaut.
Wer also eine der beiden Kasernen betreten oder mit einem Auto hineinfahren will, muss zum Beispiel von Ansbach kommend den Ortsteil Katterbach komplett passieren. Nach dem Ortsausgangsschild muss man Richtung Neukirchen abbiegen, um zum „Main Gate“ zu gelangen. Will man in die Bismarck-Kaserne, muss man zunächst die Katterbach-Kaserne durchqueren, um an der Ampelanlage die B14 überqueren zu können.
Das sollen Fußgänger mit der neuen Brücke künftig ohne Ampel können, was nicht nur bequemer ist, sondern aus Sicht der US-Armee auch die Sicherheit erhöht.
Um den Lkw-Verkehr auf der B14 nicht zu behindern, muss die lichte Höhe zwischen Fahrbahn und Brücke mindestens 5,20 Meter betragen. Das Bauwerk mit einer Stützweite von rund 67 Metern wird eine Stützmauer, eine Kasernenstraße, einen Grünstreifen sowie die Bundesstraße 14 mit einem Geh- und Radweg überspannen.
Eigentlich hätte die Brücke bereits in diesem Jahr stehen sollen, war sie doch schon im April 2023 im Bauausschuss des Ansbacher Stadtrates vorgestellt worden. Doch die Mühlen der US-Armee mahlen langsam und Projekte ziehen sich immer wieder in die Länge.
So auch der Umbau der Barton-Kaserne bei Meinhardswinden in einen modernen Militärstandort. Bereits im August 2024 hätte hier der Abriss eines Tanklagers und einer Tankstelle beginnen sollen.
Im vergangenen Jahr hat die US-Garnison Projekte im Gesamtwert von rund 53 Millionen Dollar abgeschlossen. Zu nennen sind das Gebäude für die neustationierte 7. Pionier-Brigade in der Barton-Kaserne, die Umstellung der gesamten Kasernen-Beleuchtung auf LED-Technik und die Inbetriebnahme der PFC-Aufbereitungs-Anlage in der Katterbach-Kaserne.
Für das Jahr 2025 kündigte Standortkommandant Colonel Aaron J. Southard Projekte im Gesamtwert von rund 300 Millionen US-Dollar an. Neben der Fußgängerbrücke in Katterbach sind das neue Truppenunterkünfte in der Barton-Kaserne und die Wiedereröffnung der Grundschule in Illesheim.
Im „Housing Area“ am Urlas sollen eine neue Grundschule, ein neues Gemeindezentrum und ein Festplatz gebaut werden.
Doch es hat sich bis heute nichts getan. Auf dem freiwerdenden Areal sollte ab Herbst 2026 eine über 100 Meter lange Wartungshalle für rund 850 Fahrzeuge errichtet werden. Rund 80 Millionen US-Dollar soll das kosten.
Derzeit ist die Unsicherheit groß, ob die neue US-Regierung unter Donald Trump nicht noch das eine oder andere große Projekt kippt. Schließlich hatte Trump in seiner ersten Amtszeit damit gedroht, alle US-Soldaten aus Deutschland abzuziehen.