Für Yvonne Motzek aus Neustadt ist Nähen mehr als ein Hobby | FLZ.de

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Veröffentlicht am 02.04.2025 20:56

Für Yvonne Motzek aus Neustadt ist Nähen mehr als ein Hobby

Yvonne Motzek verkauft von allem auf Märkten wie hier auf dem Matthiasmarkt in Neustadt die von ihr genähte Kinderbekleidung. Gut gehen auch Partnermützen für Geschwister oder gleich die ganze Familie. (Foto: Ute Niephaus)
Yvonne Motzek verkauft von allem auf Märkten wie hier auf dem Matthiasmarkt in Neustadt die von ihr genähte Kinderbekleidung. Gut gehen auch Partnermützen für Geschwister oder gleich die ganze Familie. (Foto: Ute Niephaus)
Yvonne Motzek verkauft von allem auf Märkten wie hier auf dem Matthiasmarkt in Neustadt die von ihr genähte Kinderbekleidung. Gut gehen auch Partnermützen für Geschwister oder gleich die ganze Familie. (Foto: Ute Niephaus)

Das Nähen brachte sie sich selbst bei. Inzwischen kann Yvonne Motzek es so gut, dass sich ihre selbst gefertigte Kinderbekleidung super verkauft. „Ich hatte fürs Nähen Geschick“, erzählt die 35-Jährige, die in Teilzeit als Bankkauffrau arbeitet. Anzutreffen sind sie und ihre Mitstreiterin Eva Borrmann auf Märkten wie kürzlich auf dem Matthiasmarkt in Neustadt.

In diesem Jahr läuft es auf diesen Open-Air-Veranstaltungen bestens. „Das Wetter war bisher gut.“ Das sorgt für viele Besucherinnen und Besucher und ist optimal fürs Geschäft. Im vergangenen Jahr sah es ganz anders aus. „Es war die volle Katastrophe.“ Regen und Kälte – dieses Schmuddelwetter verschreckte die Kundschaft, so dass der Umsatz überschaubar blieb. „Das war frustrierend.“ Da kamen bei Yvonne Motzek Zweifel auf, ob sich der Zeitaufwand lohnt. Doch sie machte weiter.

Aus einem Kleidchen wird ein Pulli

Anzutreffen ist sie auch 2025 bei Märkten am Baumwipfelpfad in Ebrach, in Hilpoltstein, Bad Windsheim, Langenfeld und Emskirchen sowie auf Adventsmärkten. Da kommen im Jahr locker 25 Veranstaltungen zusammen, bei denen sie und Eva Borrmann den Stand aufbauen und mit selbst genähten T-Shirts, Hosen, und mitwachsenden Teilen bestücken. Letztgenanntes kann von Mädchen erst als Kleidchen und später als Pulli getragen werden.

Die Mutter einer inzwischen fünfjährigen Tochter hat ihre anderen Sachen ebenfalls oft so konzipiert, dass die Kinder sie über einen längeren Zeitraum tragen können. „Zwei bis drei Größen wachsen sie locker mit.“ Das tut nicht nur dem Geldbeutel gut, sondern ist zudem nachhaltig. Zudem haben die Kinder länger Freude am Lieblingsteil.

Partnermützen liegen voll im Trend

Großer Nachfrage erfreuen sich auch Mützen und Stirnbänder. Die kann sich die Kundschaft personalisieren lassen. Im Trend liegen Partnermützen für Geschwister oder gleich für die ganze Familie. Die Kopfbedeckungen hat Motzek als Rohling dabei. Vor Ort werden Bügelbilder mit dem gewünschten Motiv oder Anfangsbuchstaben versehen und auf den Mützen platziert.

Während sie anfangs die Stoffe in Neustadt erstand, bestellt sie sie inzwischen im Internet. Sie fand zwei Stoffhändler, die Stoffe anbieten, die extra für Babybekleidung gedacht sind. Farbenfroh, aber nicht kitschig, lautet ihre Devise. Die Bekleidung schmücken niedliche Tiermotive wie Otter, Robben, Füchse und Bienchen, aber auch Möhren, Kakteen und Feen.

Lizenz für Schnittmuster

Für diese greift sie auf Schnittmuster zurück, für die die Neustädterin die Lizenz erwarb. Ihr Fokus liegt inzwischen auf Bekleidung – Wickelauflagen oder Mutterpasshüllen, die sie anfangs auch fertigte, gingen nicht so gut. Neben den Stammkunden profitiert sie von der Laufkundschaft bei den Märkten.

„Etliche kaufen etwas als Mitbringsel. Viele, die am Stand stehen bleiben und sich umschauen, erstehen auch etwas.“ Wer vor Ort das ins Auge gefasste Stück nicht in der gewünschten Größe oder mit dem Lieblingsmotiv findet, kann bei Yvonne Motzek bestellen. „Es ist schön, wenn die Leute meine Arbeit wertschätzen.“

Einfach still rumzusitzen, war keine Option

Wie kam die Neustädterin nun aber zum Nähen? Da ihre Schwangerschaft nicht gerade einfach verlief und sie ab der 28. Woche nicht mehr arbeiten durfte, überlegte sie, was sie machen kann. „Ich musste was tun, konnte nicht nur still herumsitzen“, erzählt sie. Irgendwann reifte die Idee, zu nähen. Sie schaute sich Videos im Internet an und machte sich so schlau. Als dann für wenig Geld eine Nähmaschine angeboten wurde, schlug sie zu. Los ging es nach der Geburt mit Bodys und Hosen für die Tochter. Nach und nach kam immer mehr dazu.

Zum Ende der Elternzeit meldete sie ein Kleingewerbe an und steht seitdem mit ihrem Stand auf Märkten. Froh ist sie, dass sie Eva Borrmann, in deren Laden in Bad Windsheim die Neustädterin auch ihre Kindersachen verkauft, begeistern konnte, mit ihr Märkte zu besuchen. Gemeinsam ist es leichter den Stand auf- und abzubauen – die Gesellschaft ist ebenfalls etwas Schönes.

Genäht wird in der Regel abends, wenn die Tochter im Bett liegt. „Ich lasse sie aber auch mithelfen. So darf sie etwa, die Fäden abschneiden, schon mal das Fußpedal bedienen und die Kleidung wenden.“ Wenn sie in die Schule kommt, ist die Anschaffung einer Kindernähmaschine geplant.

Tochter liebt Feen und Pferde als Motive

Natürlich kommt auch die Kleine in den Genuss der hübschen Sachen. „Mama, kann ich was davon haben?“, ist ein Frage, die oft gestellt wird. Vor allem Pferde und Feen haben es der Fünfjährigen angetan. Natürlich gibt es immer wieder etwas Neues. „Der Schrank quillt schon über“, resümiert ihre Mama und schmunzelt.

Anzutreffen ist sie demnächst wieder auf dem Ostermarkt in Bad Windsheim und beim Walburgimarkt, der gemeinsam mit dem Frühlingsfest in Neustadt stattfindet.

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