Neben den größeren Parteien haben einige der nicht im Landtag vertretenen politischen Gruppierungen Direktkandidaten im Stimmkreis Ansbach-Nord für das Landesparlament aufgestellt.
Wirklich realistisch ist es nicht, dass einer von ihnen das Direktmandat erringt. Allerdings zählen bei der Landtagswahl Erst- und Zweitstimmen zusammen, wodurch Direktkandidaten zusätzliche Kreuzchen einsammeln. Das kann sich zum Beispiel bei der Wahlkampfkostenerstattung für die Parteien auswirken.
Am stärksten präsent im Wahlkampf ist Günther Brendle-Behnisch, der Direktkandidat der ÖDP. Der 67-Jährige ist als Kreisrat und Stadtrat in Heilsbronn in der Kommunalpolitik stark verankert. Nach einem Studium der Betriebswirtschaft und anschließender Tätigkeit als mittelständischer Unternehmer entschied er sich, Theologie zu studieren und Pfarrer zu werden. Unter anderem war er im Auftrag der Mission Eine Welt in Kenia tätig, aber auch als Gemeindepfarrer, Dekanatsjugendpfarrer im Dekanat Windsbach und als Religionslehrer an verschiedenen Schulen. Von 2018 bis 2022 war er Mitglied des Bundesvorstands der ÖDP.
Er will sich nach eigenen Worten für eine „enkeltaugliche Zukunft“ einsetzen, schließlich hat er selbst drei Kinder und sechs Enkel. Deswegen ist er dafür, dass das Gemeinwohl einen höheren Stellenwert als das Wirtschaftswachstum hat. „Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier“, zitiert der ÖDP-Kandidat Mahatma Ghandi.
Der Klimaschutz und die damit verbundene Energiewende seien ein wesentlicher Beitrag zu einem Leben „im Einklang mit unserem Planeten“ und überlebensnotwendig.
Schließlich will Brendle-Behnisch die Artenvielfalt sowie die bäuerliche Land- und Forstwirtschaft erhalten, die er regional und ökologisch ausrichten möchte.
Nur in kurzen Worten schilderte der Direktkandidat der Bayernpartei, der 43-jährige Maler und Lackierer Rafael Bogacki aus Erlangen, auf Anfrage der FLZ seine zentralen politischen Ziele. Er will demnach die Souveränität Bayerns wieder herstellen. Außerdem tritt er dafür ein, kein Geld mehr „nach Berlin“ zu schicken, wo es „verprasst“ werde. Als dritten Punkt nennt er eine verstärkte Nutzung der Wasserkraft.
Mirco Kramer ist der Direktkandidat der Partei der Humanisten im Stimmkreis Ansbach-Nord. Er wurde 1969 in Kassel geboren. Mit seinen Eltern verbrachte er seine Schulzeit im südlichen Afrika und bereiste als junger Erwachsener verschiedene Länder in Europa, Nordamerika und Asien. Seit 1997 lebt er in der Metropolregion und seit 2012 in Großhabersdorf im Landkreis Fürth. Beruflich ist der Wirtschaftsingenieur Projektleiter bei einem mittelständischen Unternehmen in Fürth.
Zu seinen politischen Anliegen zählt das Voranbringen der Energiewende in Bayern durch eine Vielzahl von verteilten Wind- und PV-Kraftwerken in Verbindung mit Speichern anstelle weniger fossil betriebener Großkraftwerke.
Das Umsetzen der Klimawende soll durch den Umbau der Wälder für mehr Resilienz gegen Wärme und Trockenheit gelingen. Das Holz der „leidenden Bäume“ soll für den Bau verwendet werden, um Kohlendioxid zu binden – nur in Ausnahmen für die Verbrennung. Der Staat solle Energiesparmaßnahmen wie Dämmung mehr fördern. Die Industrie müsse auf hochwertige statt energieintensive Produkte umgestellt werden.
Alle Verkehrsträger will Kramer integrieren und bedarfsgerecht ausbauen. Das Verkehrskonzept Bayern Mobilität 2030 müsse den „dringend erforderlichen“ Ausbau einzelner Verkehrsträger umfassen. Gerade im ländlichen Gebiet bedürfe es Alternativen zum eigenen Auto wie zum Beispiel Rad-Sharing, Ride-Sharing und bessere ÖPNV-Netze.
Der Direktkandidat der Basis für den Landtag, Roland Krollikowsky aus Rügland, tritt gleichzeitig auch für den Bezirkstag an. Auf Anfrage der FLZ hin verzichtete er ausdrücklich darauf, seine landespolitischen Vorstellungen zu präsentieren.
Schließlich hat die Linke Johannes Besenecker aus Neuendettelsau als Landtagskandidat nominiert. Er reagierte nicht auf die Bitte der Redaktion, seine politischen Ziele vorzustellen.