Das Riesenrad stand teils still, im Fahrgeschäft „Roll Over“ überschlugen sich nur wenige Leute, eine einzelne Riesenkugel mit einem Kind darin kullerte durchs Wasser, und die Verkäuferin in der Würstelbude sehnte sich nach mehr Betrieb. Am Samstagnachmittag war’s fast zu heiß fürs Frühlingsfest. Dennoch sind die Veranstalter mit dem gesamten Verlauf sehr zufrieden.
In Spitzenzeiten seien rund 3000 Menschen gleichzeitig auf dem Festplatz gewesen, schätzt das Organisatoren-Trio. Genaue Zahlen gebe es zwar nicht, weil sich die Besucher zwischen Zelt, Biergarten und Fahrgeschäften verteilten; aber weder das hochsommerliche Wetter am Samstagnachmittag und der danach aufkommende heftige Wind noch die kühlen Abende zu Beginn oder die Regenschauer am Feiertag hätten sich allzu negativ auf die Gesamtbilanz ausgewirkt, sind sich Sascha Lagemann, Pierre Schilling und Curt Eschenbacher einig. Die drei haben die „Ansbacher Frühlingsfest GbR“ gegründet mit dem Ziel, der Veranstaltung ein neues und besseres Image zu verpassen.
Dass das geklappt hat, davon sind die Männer überzeugt. „Wir hatten ein wahnsinnig junges Publikum hier, viele Familien mit Kindern, aber auch der Seniorennachmittag kam gut an“, schilderte Festwirt Lagemann. „Es war ein friedliches Fest. Außer kleineren Unstimmigkeiten gab es keine Probleme.“
Zwei Polizeieinsätze waren laut Lagemann nötig – was sehr wenig sei bei einer zehntägigen Feier. In beiden Fällen hatten betrunkene Besucher Unruhe gestiftet: Am Abschlusswochenende ignorierte ein pöbelnder Mann den durch den Sicherheitsdienst ausgesprochenen Platzverweis. Zudem hat ein 38-jähriger Mann einen Boxautomaten beschädigt, indem er ihn umwarf, teilte die Polizei Ansbach in ihrer Bilanz mit. Der Sachschaden beträgt etwa 1500 Euro. Größere Gewaltdelikte wie etwa Körperverletzung wurden nicht registriert.
Das Frühlingsfest verlief „äußerst positiv”, informierte die Dienststelle. „Aus polizeilicher Sicht war die Veranstaltung sehr friedlich und ruhig.” Und: „Besonders erfreulich ist, dass sich die neue Veranstaltungsörtlichkeit bereits bei der Premierenveranstaltung bewährt hat.”
Aktionen wie die Ausbildungsbörse im Riesenrad oder die Präsentation von Polizei, Feuerwehr, Wasserwacht und Rotem Kreuz seien bestens angenommen worden, berichtete Sascha Lagemann. „Bei der Ausbildungsbörse haben 22 Firmen mitgemacht, und für nächstes Jahr gibt es schon eine Warteliste. Das kann ein Selbstläufer werden.“
Neu ist auch der Standort des Frühlingsfestes: Von der Hofwiese nahe der Altstadt ist es aufs Messegelände am Stadtrand umgezogen, das deutlich mehr Fläche bietet – zum Beispiel für einen Biergarten mit 2000 Plätzen. „Hier sind die Leute auch am Samstagabend trotz Wind lange ganz taff sitzengeblieben, bei den ersten Regentropfen sind sie dann ins Zelt“, erzählte der Wirt.
Als Vorteil habe sich der große kostenfreie Parkplatz gleich neben dem Festgelände erwiesen, so die Veranstalter. Er sei intensiv genutzt worden, und angesichts der Nummernschilder habe sich gezeigt, dass viele Besucher aus dem Umland kamen.
Ob bei künftigen Frühlingsfesten ein Shuttlebus etwa vom Schlossplatz zum Festgelände und zurück eingesetzt werde, sei noch zu diskutieren, sagte Lagemann. „Wir müssen jetzt erstmal ein abschließendes Resümee ziehen und so im Detail herausarbeiten, was für nächstes und übernächstes Jahr wichtig ist.“
Ein Shuttle-Service komme eventuell an den „ganz starken Abenden“ freitags und samstags infrage, meinte dazu Nadja Wilhelm, die städtische Referentin für Kultur und Tourismus. Das Fest müsse sich am neuen Standort zunächst etablieren, „und man muss abwägen“. Wilhelm dankte dem Veranstalter-Team für die gute Zusammenarbeit mit der Stadt und den „Einsatz mit Herzblut“. Das Projekt Frühlingsfest in der neuen Form am neuen Ort habe „Potenzial für die Zukunft“.