Einen Schlag benötigte Jürgen Heckel, um zum Abschluss des Bad Windsheimer Frühlingsfestes sein letztes Fass Freibier anzustechen – zumindest in seiner Eigenschaft als Bürgermeister der Stadt Bad Windsheim. Insgesamt zeigen sich die Verantwortlichen zufrieden mit dem Verlauf des Festes – wenngleich der Regen am Sonntag ärgerlich war.
Unter den aufmerksamen Blicken seines gewählten Nachfolgers Philipp Flierl traf Heckel mit dem Holzhammer genau den Punkt, um mit dem Ausschank der 20 Liter Freibier das Ende des diesjährigen Frühlingsfestes einzuläuten. Der ökumenische Gottesdienst im Festzelt war am Sonntag Auftakt zum letzten Tag der Veranstaltung. Schon traditionell ist das anschließende Weißwurst-Frühstück im Festzelt.
Während es das Wetter an den meisten Tagen des Frühlingsfestes gut meinte, fiel der zweite Sonntag, 12. April, dem Regen zum Opfer. In der historischen Altstadt fand an diesem Tag der beliebte Ostermarkt statt. Da ein bundesweites Gesetz Märkte an kirchlichen Feiertagen, wie dem Ostermontag, untersagt, war man auf diesen Sonntag ausgewichen. Auf die Besuchenden warteten in der Stadt nicht nur der Einzelhandel mit seinen verkaufsoffenen Geschäften, sondern auch zahlreiche Marktstände.
„Sehr schade” sei es gewesen, dass der zweite Frühlingsfest-Sonntag so verregnet war, sagt Denis Krzenck als Sprecher der Schausteller. Mit den übrigen Tagen zeigt er sich aber recht zufrieden. „Top Wetter. Freundliche Besucherinnen und Besucher. Wir freuen uns jetzt auf die Kirchweih.”
Ein Wermutstropfen: Ein großes Fahrgeschäft eines Schausteller-Kollegen, das eigentlich frisch gewartet war, funktionierte nicht. Jahrelang war es problemlos gefahren, in Bad Windsheim war es das erste Mal dabei. Mehrere Techniker waren vor Ort, um das Problem zu lösen. Erfolglos. Als Schausteller-Kollege leide man da immer etwas mit, sagt Krzenck.
Ein positives Zeugnis stellt Birgit Grübler, Geschäftsführerin der Kur-, Kongress- und Touristik-GmbH, dem Frühlingsfest insgesamt aus. Bis auf wenige, kleine Zwischenfälle war es „absolut friedlich”, betont auch Timo Wittig, stellvertretender Dienststellenleiter der Polizei in Bad Windsheim. „Das ist das Allerwichtigste“, findet Grübler.
Das beheizte Festzelt habe an manchen Tagen und vor allem Abenden schon geholfen, die Leute anzulocken, schätzt Festwirt Thomas Ullrich. Vielfältig sei das Programm in und um das Zelt gewesen. Neue Aktionen und Programmpunkte seien gut angenommen worden.
Ein Highlight war der Line-Dance-Abend, bei dem es traditionell Spareribs zu essen gab. „Das Zelt war rammelvoll, das war wirklich verrückt”, sagt Ullrich. Was er und Grübler unisono im Gespräch mit Musikern und Gästen herausfanden: Line Dance hat eine Fangemeinde, die teils auch weite Strecken auf sich nimmt, um bei solchen Veranstaltungen dabei zu sein. „Es wurde den ganzen Abend getanzt.” Deshalb ist für Grübler klar: Auch künftig wird sich Line Dance wohl in den Programmen der städtischen Veranstaltungen finden.
Gerne angenommen worden seien auch der Familientag samt Kinderprogramm und Clown, ebenso der Weinabend mit der Ipsheimer Weinkönigin oder der Nachmittag mit Kaffeeklatsch und Comedy. Heuer war bei letzterem Christoph Maul zu Gast und das Festzelt ein weiteres Mal proppenvoll – „und zwar zu einer Tageszeit, zu der man es nicht erwartet”, findet Festwirt Ullrich.
Nicht „optimal zur Zielgruppe gepasst” habe derweil der DJ-Abend, der in dieser Form wohl nicht mehr stattfinden wird, erklärt Grübler. Das sei ein Versuch gewesen, der sich letztlich nicht bewährt habe.
Schön anzuschauen war auch dieses Jahr das Brillant-Feuerwerk, das am Samstagabend entzündet wurde. Während sich manche Gäste von den bunten Farben am Himmel begeistert zeigen und das Schauspiel gerne verfolgen, sorgen sich andere Bürgerinnen und Bürger vor allem um die Tiere, die unter den lauten Knallgeräuschen leiden. Tierschutzverein und Reitverein in Bad Windsheim hatten zuvor eine künftige Verlegung des Abschussstandortes bei Frühlingsfest und Kirchweih verlangt.
Geprüft werden momentan Alternativstandorte, darum kümmert sich seitens der Stadt die Abteilung Liegenschaften, betont KKT-Geschäftsführerin Grübler. Parallel prüfe die Stadt, unter welchen Bedingungen beispielsweise eine Drohnenlasershow genehmigt werden könne. Angebote und Kosten sollen zudem verglichen werden, so Grübler weiter. Wenn Ergebnisse vorliegen, werde man darüber informieren. Die Grundsatzentscheidung müsse dazu dann allerdings der Bad Windsheimer Stadtrat treffen.
Eine positive Nachricht hat indes noch Thomas Ullrich zu verkünden: Er wird Bad Windsheim auch in den nächsten Jahren als Festwirt mit seinem Team bei der Kirchweih und dem Frühlingsfest erhalten bleiben.