Friedrich Hilterhaus hatte 85. Geburtstag. Das war der Anlass, um großzügig Spenden an verschiedene Institutionen zu verteilen. 8500 Euro hatte die Hilterhaus-Stiftung vorgesehen. Doch dann kam es ganz anders.
„Ich habe mir so überlegt: 85, das ist schon ein besonderes Alter”, erzählte Friedrich Hilterhaus kurz nach seinem Geburtstag im Gespräch mit der FLZ. „Das war mir zu wenig.” Ein besonderes Alter habe auch eine besondere Spende verdient. Und so überlegte er, wie er das bewerkstelligen könnte. Ein Gespräch mit Sparkassenchef Werner Frieß und dem Steuerberater später stand fest: „Wir können das auf 85.000 Euro aufstocken.”
Das „Wir” ist in diesem Fall sehr wichtig. Denn bei einer solch großen Entnahme aus dem Privatvermögen wollte Friedrich Hilterhaus nicht alleine entscheiden. Er ging zu seiner Frau, die in einem Pflegeheim versorgt wird und kaum noch spricht, schilderte ihr sein Vorhaben und fragte sie, ob er das machen soll. „Sie hat ein wenig überlegt. Und dann hat Gerti ja gesagt”, erzählte Friedrich Hilterhaus und der Klos im Hals ist dabei deutlich hörbar.
Damit hatte er sein grünes Licht und konnte die Spendensumme aufstocken. „85.000 Euro zum 85. Geburtstag. Das ist doch was”, sagte er und das breite Grinsen war selbst durchs Telefon zu spüren. Wichtig ist ihm die Feststellung, dass das Geld zur Hälfte von ihm und zur anderen Hälfte von seiner Frau kommt.
Die Geschichte hat Friedrich Hilterhaus nicht nur im Gespräch mit der FLZ erzählt. Er hat auch mit Werner Frieß darüber gesprochen und Frieß erzählte sie dann bei der offiziellen Übergabe der Spenden in Höhe von 8500 Euro, die schon fest gestanden hatten. Denn bei diesem Termin konnte der Ehrenbürger der Stadt krankheitsbedingt nicht teilnehmen. Ein Raunen ging durch den Sitzungssaal in der Sparkasse, als Frieß die Gesamtspendensumme von 85.000 Euro nannte.
Warum Werner Frieß die Ansprache hielt? Friedrich Hilterhaus hat den Sparkassenchef gebeten, den Vorsitz im Stiftungsrat der Hilterhaus-Stiftung zu übernehmen. Nachdem er sich lange gegen den Posten gewehrt hatte, konnte er dem Jubilar seinen Wunsch diesmal nicht mehr abschlagen. Und nun steht Frieß dem Gremium vor. Ellen May als bisherige Vorsitzende des Gremiums rückte gern in die zweite Reihe, wie sie gegenüber der FLZ versicherte.
„Er hat mich gebeten, die Dinge in seinem Sinne fortzusetzen”, schilderte Frieß. „Wir haben festgestellt, dass wir in vielen Belangen sehr ähnlich ticken. Das ist eine große Ehre.” Sowohl Friedrich als auch seine Ehefrau Gerti Hilterhaus haben im Stiftungsrat eine Ehrenmitgliedschaft. Die Geschäftsführung liegt in den Händen von Roberto Eichinger.
Übergeben wurden nun in einer ersten Charge 1500 Euro an Olga Bauer von „Hilfe in Not”, 1500 Euro an Armin Chöbel von der Tafel Ansbach, 1500 Euro an Brigitte Zierer und Franziska Göppel vom Frankenprojekt sowie 1500 Euro an David Jess und Bernd Hochreuther, die auch in diesem Jahr die Weihnachtsfeier „Brücke zum Nächsten” organisieren. Weitere 1500 Euro gehen an das Jugendamt des Landkreises. Die Spende wird Anfang nächsten Jahres überreicht. Für das Kommando Grimm und ihr diesjähriges Weihnachtsstück „Hans im Glück” in den Kammerspielen nahmen Thorsten Siebenhaar und Wolfgang Bartusch die Spende entgegen. Damit es 8500 Euro werden, blieben für sie nur noch 1000 Euro übrig.
Oberbürgermeister Thomas Deffner lobte alle Empfänger für ihr Engagement. Mit ihrem Tun würden sie die Stadt lebenswert machen. Über die Verteilung der übrigen 76.500 Euro wird der Stiftungsrat noch entscheiden. Das Geld soll im Lauf des kommenden Jahres gespendet werden. „Davon kann die Stiftung einige Zeit zehren”, sagte Frieß.