Friedrich Hilterhaus feiert 85. Geburtstag: Das Leben des Ansbacher Ehrenbürgers | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 30.11.2025 07:00

Friedrich Hilterhaus feiert 85. Geburtstag: Das Leben des Ansbacher Ehrenbürgers

Friedrich Hilterhaus feiert am Sonntag, 30. November, seinen 85. Geburtstag. Unser Foto zeigt ihn mit Ansbachs Oberbürgermeister Thomas Deffner bei einer Besprechung, als um die Verleihung der Ehrenbürgerwürde ging. (Foto: Irmeli Pohl)
Friedrich Hilterhaus feiert am Sonntag, 30. November, seinen 85. Geburtstag. Unser Foto zeigt ihn mit Ansbachs Oberbürgermeister Thomas Deffner bei einer Besprechung, als um die Verleihung der Ehrenbürgerwürde ging. (Foto: Irmeli Pohl)
Friedrich Hilterhaus feiert am Sonntag, 30. November, seinen 85. Geburtstag. Unser Foto zeigt ihn mit Ansbachs Oberbürgermeister Thomas Deffner bei einer Besprechung, als um die Verleihung der Ehrenbürgerwürde ging. (Foto: Irmeli Pohl)

Ohne ihn würden viele Dinge in Ansbach nicht geschehen, weil das Geld fehlt. Friedrich Hilterhaus ist der Mäzen, der bei so manchem Projekt unter die Arme greift. Am Sonntag, 30. November, feiert der Möglichmacher seinen 85. Geburtstag.

Die Kinder im Kastanienhof sollen schöne Weihnachtsgeschenke bekommen. Hilterhaus ist da. Die LeseLust will einen tollen Autor nach Ansbach holen. Hilterhaus ist da. Die Palliativstation braucht Unterstützung. Hilterhaus ist da. Die Spielvereinigung muss eine neue Flutlichtanlage anschaffen. Hilterhaus ist da. Die Bandbreite der geleisteten Hilfe ist enorm. Jahr für Jahr kommt ein sechsstelliger Betrag zusammen.

Ohne Schabernack geht es nicht

Es gibt wenige Menschen, die so oft in der FLZ abgebildet sind wie Friedrich Hilterhaus. Er mag es, Gutes zu tun. Hände schütteln, dankbare Gesichter. Die Aufmerksamkeit ganz auf ihn gerichtet. Dann kann er den Schalk herauslassen und blödeln. Das macht er gern, wenn er das Publikum dazu hat. Dann erzählt er von seinen Turnschuhen, die er sich auf Sizilien gekauft hat und die ihm beim jährlichen Benefizkonzert in St. Gumbertus jemand abkaufen wollte. „Ich war kurz davor, sie gleich auszuziehen.”

Aber er kann auch ernsthaft sein. Wer ihn in letzter Zeit getroffen hat, hat einen nachdenklicheren Friedrich Hilterhaus erlebt. Das Thema Tod blitzt seit einer Operation vor einigen Monaten immer wieder durch. Aber auch da kann er es sich nicht immer verkneifen und packt mitten in die Bedächtigkeit einen Spruch über seinen Sarg. „Modell Kalter Hund”, sagt er dann und wartet ein paar Sekunden, bis er grinst. Ein Schabernack. Der Anblick der Verunsicherung im Blick seines Gegenübers bereitet ihm offensichtliche Freude.

Seit 2023 ist Hilterhaus ein Ehrenbürger Ansbachs

Vor genau zwei Jahren, im Dezember 2023, hat die Stadt Ansbach Friedrich Hilterhaus zum Ehrenbürger ernannt. Die höchste Ehre, die Ansbach zu vergeben hat. Die Entscheidung im Stadtrat fiel einstimmig. Das mache ihn stolz, hatte er damals gesagt, als er es erfuhr.

Das könnte Sie auch interessieren
Gezupfte Grüße aus Fernost: 30 Japanerinnen musizieren im Kaisersaal in RothenburgSaisonstart in Rothenburg: Was das Toppler-Theater mit einem Jeep zu tun hatExpansion in Dombühl: Kita in Kloster Sulz plant Neubau für steigende Kinderzahlen„Bankraub” in Herrieden: Unbekannte möblieren heimlich den Sportplatz umHöhepunkt der Dartsaison: Bundesliga-Finale mit dem DC La Bamba Bad Windsheim50.000 Euro-Projekt: Spielplatz in Segringen lockt mit vielfältigen MöglichkeitenSanja Kropf vom TSV Burghaslach gewinnt 200-Meter-Lauf beim Rolf-Watter-SportfestHeimatmuseum Dietenhofen wirbt für gemeinsame Großeltern-Enkelkind-BesucheSchlosshofkonzerte in Neustadt/Aisch 2026: Humor, Energie und PoesieInitiative trifft ins Schwarze: Starkes Zeichen für den Mädchenfußball in WörnitzUnmut über die Gastronomie in den drei Gasthäusern im Freilandmuseum Bad WindsheimTheaterspaziergang der Kreuzgangspiele: Spannende Ecken und nahes SchauspielNachwuchstalente aus Würzburg musizieren auf Schloss SchillingsfürstFehler beseitigen: Die Sanierung des Kita-Dachs beschäftigt Wieseths Gemeinderat64 Meter Gleis: „Großer Bahnhof” beim Historischen Verein Bad Windsheim

Bei der feierlichen Verleihung im Onoldiasaal versprach er: „Ich werde mich nicht auf den Lorbeeren ausruhen und weiter anstrengen, mein Bestes zu geben.“ Wobei er ausdrücklich anmerkte, dass die Ehrenbürgerwürde nicht ihm alleine gebühre. Seine Frau Gerti habe ihn immer unterstützt und ihm den Rücken freigehalten. Deshalb sei es ihre gemeinsame Auszeichnung. „Hier in Ansbach habe ich mein großes Glück gefunden“, hat der Mäzen vor zwei Jahren gegenüber der FLZ gesagt. Mit der Stadt sei er hundertprozentig zufrieden und fühle sich hier wohl.

Aus den Händen von OB Thomas Deffner (rechts) erhielt Friedrich Hilterhaus den Ehrenbürgerbrief und den Ehrenbürgerring der Stadt. (Foto: Alexander Biernoth)
Aus den Händen von OB Thomas Deffner (rechts) erhielt Friedrich Hilterhaus den Ehrenbürgerbrief und den Ehrenbürgerring der Stadt. (Foto: Alexander Biernoth)

Friedrich Hilterhaus jetzt Ehrenbürger der Stadt Ansbach

Oberbürgermeister Thomas Deffner verlieh dem Mäzen in einer Festsitzung des Stadtrates Ring und Brief. Der Geehrte nahm´s mit Humor.
20.12.2023 07:00
query_builder3min

Stiftung unterstützt vor allem benachteiligte Kinder

2015 haben Gerti und Friedrich Hilterhaus gemeinsam die Hilterhaus-Stiftung gegründet und sie mit einem stattlichen Grundstock ausgestattet. Nach Jahrzehnten mit viel Arbeit beschlossen sie, der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Besonders benachteiligte Kinder lagen und liegen ihnen am Herzen. Mit der Stiftung soll diese Unterstützung auch in Zukunft wirken können. Die Kinder Antje Döllinger und Axel Hilterhaus sind beide in die Stiftungsarbeit eingebunden.

Den Hanseaten hört man Friedrich Hilterhaus heute noch an, auch wenn er seit 1968 in Ansbach lebt und eigentlich 1940 am Niederrhein bei Duisburg geboren wurde. Wer ihn auf die Hansestadt Bremen anspricht, sollte ein wenig Zeit haben. Denn zu dieser Stadt hat er viel zu erzählen. Sie hat ihn geprägt. „Ich sehe mich als Bremer. Als ehrlichen hanseatischen Kaufmann, der zu seinem Wort steht.“

Als Friedrich Hilterhaus neun Jahre alt war, starb seine Mutter. Der Vater holte ihn und seinen drei Jahre jüngeren Bruder nach Bremen. 1957 fing Friedrich Hilterhaus eine kaufmännische Ausbildung für Import und Export in einem Bremer Handelshaus an. Es sollte der Anfang einer beeindruckenden beruflichen Karriere werden. Aber erst rief die Bundeswehr. Offiziersausbildung in Bayern. Das Fallschirmspringerabzeichen von damals hat bis heute einen besonderen Stellenwert.

Friedrich Hilterhaus (links), Antje Döllinger (3. von links), Pfarrer Oliver Englert (hinten Mitte) und andere Beteiligte präsentierten den Spendenerlös des Benefizkonzerts. (Foto: Oliver Herbst)
Friedrich Hilterhaus (links), Antje Döllinger (3. von links), Pfarrer Oliver Englert (hinten Mitte) und andere Beteiligte präsentierten den Spendenerlös des Benefizkonzerts. (Foto: Oliver Herbst)

Hilfe für Familien: So bilanzieren Beteiligte das Hilterhaus-Konzert in Ansbach

Die Verantwortlichen äußern sich voll des Lobes. Für den Stifter Friedrich Hilterhaus war es das schönste Benefizkonzert in der Reihe. Wer trägt dessen Kosten?
14.10.2025 10:59
query_builder4min

In München lernte er seine spätere Frau Gerti kennen, die in Schalkhausen aufgewachsen ist und die in der Landeshauptstadt die Ausbildung zur Krankenschwester absolvierte. Mit der Ablösesumme der Bundeswehr gründete Friedrich Hilterhaus sein erstes Unternehmen. Das Büro war im Schlafzimmer. Effizient und sparsam. Denn Sparsamkeit hat der Hanseat von der Pike auf gelernt.

Ehrenmedaille und Bundesverdienstkreuz

Hilterhaus war schon damals ein Netzwerker. Das ist auch heute noch so. Er muss selbst gar kein Problem lösen. Er kennt jemanden, der es kann und bringt Menschen zusammen. „Gemeinsam mehr erreichen” ist nicht von ungefähr das Motto der Stiftung. Er machte sich einen Namen, schloss Verträge, genoss Vertrauen. 1998 verkaufte Friedrich Hilterhaus, zusammen mit seinem Geschäftspartner Helmut Trost, die gemeinsame Firma an einen finnischen Konzern.

Für seine Großzügigkeit hat Hilterhaus mehrere Auszeichnungen verliehen bekommen: das Stadtsiegel der Stadt Ansbach, die Ehrenmedaille in Gold der Stadt Ansbach, die Bezirksmedaille des Bezirks Mittelfranken, das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Im Stiftungsrat soll sich in den nächsten Wochen ein Wechsel vollziehen, kündigt Friedrich Hilterhaus an. Schon häufiger hat er in der Vergangenheit angekündigt, sich mehr und mehr zurückzuziehen. Ob er es diesmal wirklich umsetzt?

north