Bei strahlendem Sonnenschein und idealen Windverhältnissen trafen sich Luftsportbegeisterte der ganzen Region auf dem Modellflugplatz des Segelflugvereins Uffenheim zu einem Freundschaftsfliegen und der Demonstration des F-Schlepps, des Hochschleppens eines Seglers durch ein Motormodell. Zuschauende konnten ihre ersten Flugversuche wagen.
Das klang spannend – und das war es auch. Zum ersten Mal den Flug so eines kleinen Flugzeug-Modells zu steuern, Kreise und Flug-Figuren in den Himmel zu zeichnen, das war schon ganz schön aufregend für die Neulinge, die es versuchten.
Abgesichert war dieses Abenteuer durch eine moderne Lehrer-Schüler-Anlage des Uffenheimer Vereins und die fachkundige Anleitung durch Erich Kamleiter, der Vorsitzender des Segelflugvereins Uffenheim ist, und Harald Dietz, die mit ihren Fernsteuerungen immer dann hilfreich eingriffen, wenn der aktuelle Flug aus dem Ruder zu laufen drohte.
Runter kommen Flugzeuge zwar bekanntlich immer, aber die Herausforderung war auch hier, diese wieder sanft auf dem Flugplatz zu landen, so dass nichts zu Bruch ging, was zur Erleichterung der Flug-Debütantinnen und Flug-Debütanten auch jedes Mal ganz gut gelang. Anschließend demonstrierten die Mitglieder des Uffenheimer Vereins den sogenannten F-Schlepp, der Voraussetzung dafür sei, wie Kamleiter erklärte, „einen reinen Segelflieger ohne Motor auf eine Höhe zu bekommen, von der aus Aufwindfelder gesucht werden können“.
Dafür ist es erforderlich, dass der Segler von einem Motormodell mit einem langen Seil auf etwa 40 bis 50 Meter Höhe geschleppt wird. Von dort aus kann er dann selbstständig mithilfe der dort üblicherweise vorhandenen Aufwinde weitersegeln.
„Wichtig dabei ist, dass wir das Flugzeug-Modell im Auge behalten, um es vom Boden aus steuern zu können, denn anders als bei den Drohnen, die über eine spezielle Brille gesteuert werden, muss Sichtverbindung bestehen.” Dies war die Voraussetzung für all die Kunststücke, die die geübten Flugkünstlerinnen und Flugkünstler dann am sonnendurchfluteten Himmel ihrem staunenden Publikum vorführten.
Beim Modellflug-Sport hat sich viel verändert, wie Kamleiter erzählte: „Mit 14 Jahren habe ich erstmals versucht, ein flugtaugliches Modell zu bauen, heute bin ich 67 und noch immer mit Begeisterung dabei. Damals war ich eher ein Modell-Bauer, heute mehr ein Flieger. Ich habe etwa 30 Modelle, die meine Flugversuche gut überstanden haben. Im Laufe der Zeit stellt man fest, dass weniger kaputtgeht, je besser man fliegen kann.“
Früher seien die Modelle überwiegend mit Verbrenner-Motoren ausgestattet gewesen, heute würden die meisten ihre Kraft aus einem Akku schöpfen, so Kamleiter weiter. Auch die Drohnen, die über spezielle Brillen vom Piloten 1:1 vom Boden aus gesteuert werden könnten und Geschwindigkeiten bis zu 150 Kilometer pro Stunde erreichten.
Geändert hätten sich auch die Bau-Materialien. Was früher aus verschiedenen Hölzern hergestellt wurde, sei heute Kunststoff oder Styropor oder gar – für Hightech-Modelle – Kohlefaser, die allerdings auch entsprechend teuer seien. Erste Modelle aus dem 3D-Drucker seien bereits auf dem Markt. Es bleibt also spannend, wie sich dieser Sport weiterentwickeln kann.