Wer das Aquella-Freizeitbad besuchen möchte, muss künftig etwas mehr Geld bezahlen: Die Ansbacher Bäder- und Verkehrs-GmbH (ABuV) sieht sich gezwungen, die Eintrittspreise ab Januar 2024 zu erhöhen. Die Stadtratsfraktion der Offenen Linken übt Kritik und spricht von einer Preisexplosion.
Die Steigerung liegt bei durchschnittlich elf Prozent, wie die ABuV mitteilt. Die Erhöhung wurde in einer Sitzung des Aufsichtsrates beschlossen. Eine Tageskarte für das Freizeitbad kostet ab dem 1. Januar zum Beispiel 13,50 statt 12 Euro, wie die ABuV ausführt. Der Preis für Kinder unter sechs Jahren wird um zehn Cent auf 1,40 Euro angehoben. Für die Sauna sind 17 Euro und damit zwei Euro mehr als bisher zu zahlen.
Gestiegene Kosten für Dienstleistungen wie Wartungen, Stoffe für den Betrieb des Bades wie Chlor und Reinigungsmittel und Personalkosten, nennt ABuV-Sprecher Robert Hlava als Gründe für die nötige Erhöhung. Auch die noch immer hohen Energiekosten spielen eine Rolle. Deshalb sei man gezwungen, die Eintrittspreise zu erhöhen, sagt er. Woran Hlava ebenfalls auf Nachfrage erinnert: Das Freizeitbad wird nicht kostendeckend betrieben. Die Preiserhöhung ab Januar soll nach seinen Worten helfen, dass die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben nicht weiter auseinandergeht.
Dass die Erhöhung nicht jedem gefallen wird, dessen ist sich die ABuV bewusst. Aber sie ist nötig. Hlava verweist in diesem Zusammenhang auf die Geldwertkarten. Beim Erwerb einer Geldwertkarte von 100 Euro erhält man einen Rabatt von 20 Prozent, bei einem Wert von 50 Euro liegt der Rabatt bei 10 Prozent, wie er erklärt. Die erhöhten Preise kommen auch auf Besucher des Freibades zu. Erwachsene müssen dann 4,50 statt 4 Euro für die Tageskarte zahlen, Jugendliche 2 statt 1,80 Euro.
„Künftig kostet der Besuch im Aquella pro Stunde 4,50 Euro“, macht die Stadtratsfraktion der Offenen Linken Ansbach (OLA) deutlich. „Im Dezember 2022 waren es noch 3,40 Euro. Das ist eine Teuerung um 32 Prozent“, wird vorgerechnet. Die OLA spricht von einer Preisexplosion und übt Kritik.
„Schwimmen ist beste Gesundheitsförderung. Die Prävention schützt die Gesamtgesellschaft vor hohen Folgekosten im Gesundheitswesen.“ Und weiter: „Nachdem während Corona viele Kinder wegen der Schließung der Bäder nicht schwimmen lernen konnten, drohen junge Ansbacher nun aufgrund der hohen Eintrittspreise zurückzubleiben.“
Badegäste aus dem Umland könnten in andere Bäder der Region abwandern, sodass sich aus dem Preissprung weniger Gesamteinnahmen ergäben, warnt Fraktionsvorsitzender Boris-André Meyer. Die OLA schlägt eine Dauerkarte für das Hallenbad, analog zum Freibad, vor.
Aus dem Kauf einer Dauerkarte könne ein Recht auf Zutritt während der Betriebszeiten abgeleitet werden, gibt Hlava zu bedenken und erteilt der Idee mehr oder weniger eine Absage. An besucherstarken Tagen sei das aufgrund der Kapazitäten des Aquellas nicht möglich. Zudem handele es sich beim Aquella um ein Familien- und Freizeitbad und nicht um ein reines Hallenbad. Die Bedürfnisse der Schulen und Vereine spielten auch eine besondere Rolle.