Die Ortsdurchfahrt Bullenheim (Landkreis Neustadt) ist nach knapp einem Jahr Bauzeit wieder frei. Das war ein Grund zum Feiern. Für Freude sorgte außerdem die Ankündigung der nächsten Baumaßnahme von Seiten des Staatlichen Bauamts.
Denn schon lange wartet die Gemeinde Ippesheim darauf, dass die Staatsstraße auch zwischen Ippesheim und Bullenheim in einen guten Zustand versetzt wird. Frank Biedermann vom Staatlichen Bauamt kündigte jetzt an: Im kommenden Jahr geht es an die Planung, 2026 soll dann gebaut werden. Das ist zwar nicht ganz neu – nachdem sich die Arbeiten zuvor aber mehrmals verzögert hatten, hörte es Bürgermeister Karl Schmidt dennoch gerne.
Auch der Bau der Ortsdurchfahrt zog sich etwas hin, wie Schmidt bei seinem kurzen Rückblick in Erinnerung rief. Zwischenzeitlich hatte der Markt vor, seine Arbeiten im Untergrund unabhängig vom Staatlichen Bauamt vorzunehmen, was zur Folge gehabt hätte, dass die Bullenheimer in der Zwischenzeit mit einem Provisorium hätten leben müssen.
Doch die Staatsstraße 2419 war vom Zustand her so schlecht, dass es unmöglich war, lediglich die Versorgungstrasse zu erneuern. Trotz schwieriger Planung wegen der dicht stehenden Häuser wurde im nördlichen Bereich ein Gehweg geschaffen. Die eigentlich angestrebten sechs Meter Straßenbreite erreicht man, allein die Asphaltdecke betrachtet, nicht. Doch durch überfahrbare Entwässerungsrinnen soll auch der Begegnungsverkehr von Lastern reibungslos vonstatten gehen.
Schmidt unterschlug bei der Eröffnung nicht, dass es auch schlechte Stimmung gegeben hatte. Vor allem die Tatsache, dass nur ein Hausanschluss bezahlt wird und die Anlieger, wenn sie einen zweiten wünschen, selbst in die Tasche greifen müssen, habe zum Teil für Unmut gesorgt. Dazu kam durch die Umleitung die Sorge von Betrieben und der Arztpraxis, von der Außenwelt abgeschnitten zu sein.
Doch jetzt wird, wie Bernd Riedel für die Firma B-A-U erwähnte, der neu gestaltete Bullenheimer Straßenraum als Gewinn betrachtet. Abgesehen von einem Auto, das gleich am ersten Tag in einen Schotterberg gerauscht war, kam es zu keinen Unfällen – und die Leistungen der Baufirma wurden allgemein gelobt. Die Arbeiter wurden mit der Zeit auch immer besser mit Kaffee und Kuchen versorgt.
Insgesamt 1,6 Millionen Euro kostet die Ortsdurchfahrt. Den Großteil davon – jetzt etwa eine Million Euro – hat die Gemeinde zu schultern, nachdem die Bemühungen um einen Zuschuss lange ergebnislos blieben. Schließlich bekam man aber doch noch 100.000 Euro von der Regierung für den Gehweg. Das Staatliche Bauamt bezifferte seinen Anteil auf 400.000 Euro. Die Eröffnung erfolgt rechtzeitig vor dem Jubiläumsweinfest an Himmelfahrt – dem 50. Weinfest in Bullenheim.