Sommerzeit, Badezeit. Und dafür muss man nicht ans Meer. Im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim wenden die fünf Städte und drei weitere Gemeinden viel Mühe auf, um ihre Freibäder zu Erholungs- und Vergnügungsorten zu gestalten. Unsere Zeitung geht in allen auf Stippvisite. Im siebten Teil unserer Sommerserie besuchen wir Uffenheim.
Es ist ein Sommertag in Uffenheim. Die Sonne steht hoch am Himmel, das Freibad ist gut besucht. Es sind nicht nur die Bewohner aus Uffenheim, die sich am Wasser tummeln. Angrenzend an Bad und Parkplatz liegt ein Campingplatz, dort stechen nicht nur einheimische Autokennzeichen ins Auge – das Gesamtareal lockt auch Städter aus Nürnberg, Schweinfurt und Bamberg an.
Schnell den Eintritt bezahlen, dann kann es losgehen: Einmal durch die Kasse, und schon hat man einen guten Überblick über die Anlage. Zwei kleine Jungs toben über die weite Liegewiese, spielen eifrig lachend. Am Wasserpilz kämpfen drei Mädchen um den Sieg in einem improvisierten Wettschwimmen. Ein paar ältere Badegäste haben es sich in Klappstühlen bequem gemacht, lesen oder plaudern leise. Im abgegrenzten Schwimmerbereich ziehen andere ruhig ihre Bahnen – jeder findet seinen Platz.
Trotz der vielen Besucher zur Mittagszeit herrscht keine drangvolle Enge. Es gibt genügend Sonnen- und Schattenplätze für alle. Nur der Beachvolleyball-Platz und die Tischtennisplatte dösen noch unbespielt in der heißen Mittagssonne. Ein paar mutige Jugendliche wagen sich ab und zu heran, doch das kühle Wasser ist letztlich der attraktivere Ort.
Italienische Pop-Musik der Sechzigerjahre strömt aus einem bunt leuchtenden Lautsprecher an der Kiosk-Fensterbank. Auf der Angebotspalette findet sich neben Freibad-Klassikern wie Pommes, Eis und Pizza, die sich die Badegäste im beschirmten Sitzbereich schmecken lassen, auch etwas Neues – der „Schmaggomat“, ein Lebensmittelautomat, der erst vor wenigen Wochen seinen Platz im Freibad gefunden hat. Neben Getränken und Snacks ist er auch mit Vapes bestückt, Einweg-E-Zigaretten in knallig bunten Verpackungen. Das Freibad tickt im Puls der Zeit.
Für den frischen Wind im Uffenheimer Bad sorgt Betriebsleiter Moritz Amrhein. Zu Beginn der vergangenen Saison, im April 2023, hatte er das Bad übernommen. Die Zwischenbilanz für seine zweite Runde: durchwachsen. Die Kältefront im Juli sorgte für einen schwachen Sommerstart, einen Einschnitt in den Freibad-Betrieb, so Amrhein. „In den letzten zwei Wochen konnten wir aber wieder einiges aufholen“, sagt der Chef weiter.
Die eigentliche Attraktion ist das große Nichtschwimmerbecken in markanter W-Form. Dorthin führt auch die blau-gelbe 50-Meter-Rutsche, das unbestrittene Highlight für die jüngsten Besucher. Geduldig warten die Mädchen und Jungen auf der Wendeltreppe, bis sie an der Reihe sind. Von oben schweift ihr Blick ins Becken, um sicherzustellen, dass der Vordermann auch wirklich schon weg ist, bevor es mit einem lauten Juchzen losgeht.
Im Wasser angekommen, verteilen sich die Kinder rasch. Nach jedem Rutsch-Vorgang können sie hier verweilen – unter dem Wasserpilz oder auch der Nackendusche, deren Optik an einen Schwanenhals erinnert. Die rote Abgrenz-Treppe zum tieferen Becken bietet zudem eine praktische Sitzgelegenheit – eine willkommene Pause nach dem wilden Treiben. Und wer es besonders gemütlich mag, lässt sich von den Luftblubber-Massagedüsen auf der Whirl-Liege verwöhnen.
Auch das tiefe Becken bietet Abwechslung – unter anderem Sprungbretter für die Wagemutigeren. Vom Ein- oder Drei-Meter-Brett stürzen sich die Springer mit Salto oder Schraube ins Wasser. Direkt daneben sind zwei Schwimmbahnen abgegrenzt, wo ambitionierte Schwimmer ihre Bahnen ziehen können.
Etwas abseits auf der Liegewiese, befindet sich das zweigeteilte Planschbecken. Die beiden wabenförmigen Becken sind durch eine kleine Edelstahlrutsche miteinander verbunden. Dort spielen die Kleinsten, während ihre Eltern oder Großeltern auf den kühlen Tartanboden-Ausläufen sitzen. Zwei Wassersprinkler sorgen für zusätzliche Erfrischung.
Badbetrieb und das Frühschwimmen (Dienstag und Donnerstag) laufen noch mindestens bis zum Ende der Sommerferien, und wenn es das Wetter zulässt, vielleicht sogar bis Ende September. Doch egal, ob es ein heißer Sommertag oder ein noch kühler Morgen ist – das Uffenheimer Freibad erfüllt auch diesbezüglich vielfältige Wünsche.