Sommerzeit, Badezeit. Und dafür muss man nicht ans Meer. Im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim wenden die fünf Städte und drei weitere Gemeinden viel Mühe auf, um ihre Freibäder zu Erholungs- und Vergnügungsorten zu gestalten. Unsere Zeitung geht in allen auf Stippvisite. Im vierten Teil unserer Sommerserie besuchen wir Scheinfeld. Zuvor ging es schon nach Burghaslach, Neustadt und Burgbernheim.
Wer an Scheinfeld denkt, dem fallen zunächst das Schloss Schwarzenberg und der Holztag ein. Als dritte Attraktion über die Stadtgrenzen hinaus wird oft das Freibad genannt. Bekannt ist es für seine Wassertemperatur. 27 Grad sind es in der Regel, erklärt Betriebsleiter Darek Migula.
Diese werden dank der Abwärme der Biogasanlage auch bei kühlen Temperaturen erreicht, erklärt der gebürtige Pole. Die Stadtoberen haben seinerzeit gut vorausgedacht, meint er. Der Fachangestellte für Bäderbetriebe leitet das Bad seit drei Jahren. Zwei weitere Fachangestellte sind mit im Boot. Ihnen zur Seite steht die DLRG, die von ihrem Turm, „Heiner“ genannt, im Bad die Aufsicht hat.
Das Scheinfelder Freibad ist ein Familienbad im besten Sinne, und zwar sowohl für Einheimische als auch für Gäste. Für diese bietet die Stadt gleich zwei Wohnmobilstellplätze an, die fußläufig zum Freibad gebaut wurden. An einem heißen Sommertag im August sind diese in die Steigerwaldstadt recht gut belegt – der Erholungseffekt hat sich offenbar herumgesprochen.
Das fängt bei der Lage im Grünen am Stadtrand an. Schon die Anfahrt geschieht ohne Stress und das Parken auch. Während am vorderen Reisemobil-Stellplatz und im hinter dem Bad im Schatten gelegenen Wohnwagenstellplatz auch unbekannte Autokennzeichen ins Auge fallen, kennt man die auf dem großen Parkplatz direkt am Bad: Neben NEA, SEF und UFF tauchen Kitzingen (KT), Würzburg (WÜ), Nürnberg (N) auf.
Gleich nach Passieren der Kasse schweift der Blick über die Beckenlandschaft. Rasch hat man sich einen Überblick verschafft: Im großen Becken tollen Kinder und Jugendliche herum, weiter hinten die Sportiven und die Entspannungsschwimmer. Vier Mädchen tauchen um die Wette, ein Papa spielt Ball mit seinem Jungen, die Älteren auf der Liegewiese lesen, ruhen sich aus. Ist es immer so friedlich im Scheinfelder Freibad? „Die Sozialkontrolle funktioniert in diesem Freibad“, versichert Darek Migula.
Nach dem Abkühlen unter der Dusche geht es hinein ins angenehme Wasser. So schnell will man nicht mehr heraus – nach ein paar flotten Bahnen lässt es sich gut stehenbleiben und die teils bergige Natur genießen, mal die Wellenrutsche ausprobieren – da fallen den Jungs vielerlei Abgleitemöglichkeiten ein – und sich ein wenig von den Massagedüsen besprudeln lassen – es ist wie im Urlaub.
Dieses Gefühl bekommen die Gäste vor allem hinten neben dem sportiven Bereich, wo zahlreiche Liegen, Palmen und Sonnenschirme ein wenig an die typische Stimmung eines Mittelmeerurlaubs erinnern. Aber man ist in der Badstraße in Scheinfeld.
Der Nichtschwimmerbereich ist vom Schwimmerbereich durch eine Bojen-Leine getrennt. Eine weitere Leine trennt den Schwimmerbereich vom Sprungbecken, das vor ein paar Jahren beim Umbau von einem gefliesten zu einem Edelstahlbad angelegt wurde. Dort springen vornehmlich die jüngeren Wasserratten vom Einser- und vom Drei-Meter-Brett.
Voll ist auch das kleine Nichtschwimmerbecken mit der bunten Rutsche. Nach jedem Rutschen können die Kinder im Schwimmbecken verweilen. Etwas abseits und tiefer im Gelände liegt das Kinderplanschbecken – das aus drei zusammenhängenden sechseckigen Becken besteht. Dort können die Kleinkinder sich bereits im Rutschen von einem Beckenteil in den anderen üben. Daneben befindet sich der Kiosk. Auf der vorgelagerten Terrasse sieht man aufsichtsgestresste, aber zufriedene Opas bei einem Glas Bier sitzen, die Oma holt Eis für alle, die Heranwachsenden freuen sich auf Pommes mit Currywurst.
Wer meint, das war es schon mit dem Scheinfelder Freibad, der täuscht sich. Denn oberhalb der Wellenrutsche führt ein Weg zu einem weiteren Liegewiesen-Areal. Wenn es nicht gar so heiß ist, spielen die Leute dort Beachvolleyball, Tischtennis und auch Schach. Bäume beschatten die Flächen gut. Seit dieser Saison gibt es neue Sonnenschirme für die Liegefläche am kleinen Nichtschwimmerbecken und am Kinderplanschbecken. Vor etwa sechs Jahren erhielt das Bad moderne Duschen und Umkleiden – und auch Veranstaltungen werden im Freibad gelegentlich geboten.