Sommerzeit, Badezeit. Und dafür muss man nicht ans Meer. Im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim wenden die fünf Städte und drei weitere Gemeinden viel Mühe auf, um ihre Freibäder zu Erholungs- und Vergnügungsorten zu gestalten. Unsere Zeitung geht in allen auf Stippvisite. Im sechsten Teil unserer Sommerserie besuchen wir Münchsteinach.
Wer zum Münchsteinacher Freibad fährt, folgt den Schildern in Richtung Campingplatz. Das Ziel ist kein gewöhnliches Freibad, sondern das „Steigerwald Mineralbad Münchsteinach“, das einzige „Naturfreibad“ im Landkreis.
Bezahlt wird am Kassenautomat neben der Rezeption des Campingplatzes. Die Besucher scannen das Eintrittsticket selbst am Drehkreuz ein und suchen sich einen Platz. Besonders beliebt sind an diesem warmen Sommertag die Plätze unter den Sonnensegeln.
Dort sammelt sich eine größere Gruppe Jugendlicher, und auch mehrere Familien mit kleinen Kindern finden Schatten. Eine Familie hat sich für den Extra-Schatten des Kleinsten gar eine Strandmuschel aufgebaut.
Neben den Plätzen auf der Wiese gibt es noch ein paar Liegen aus Holz, deren Sonnenschirme ebenfalls Schatten spenden. Über dem Planschbecken findet sich ebenfalls ein Sonnensegel. Die Kinder spielen mit Eimern und kleinen Schaufeln im schattigen Nass. Oberhalb des Kinderbeckens führt ein Bachlauf eine kurze Strecke den Hang hinab. Die Wasserdüsen an der Seite sind bei den Kleinen sehr beliebt.
An dem Hang findet sich zudem die geschlängelte Rutsche. Der eine oder andere Erwachsene rutscht dort ebenfalls gern. Da alles mit dem Wasserkreislauf des Hauptbeckens verbunden ist, schließt die Rutsche alle 30 Minuten und öffnet nach derselben Zeit wieder.
Das Becken regeneriert sich währenddessen. Etwas gemütlicher als auf der Rutsche geht es im großen Becken zu. Bevor man sich ins Wasser begibt, sollte man sich allerdings unter eine der Außenduschen stellen. Das schreibt die Badeordnung wie in den meisten Freibädern so vor.
Akklimatisieren können sich die Badegäste im Kiesbereich, an der Treppe die ins Wasser führt. Weiter geht es dann über den Nichtschwimmerbereich ins Tiefere. Das Becken ist nicht allzu lang, aber kraulen kann man dort trotzdem.
Jene Badende, die Entspannung im kühlen Nass suchen, halten sich eher im Nichtschwimmerbereich am Regenerationsbereich auf. „Gemütlich und idyllisch“, sagen zwei Frauen, Mutter und Tochter, die an diesem Nachmittag aus dem benachbarten Landkreis Erlangen-Höchstadt gekommen sind. Sie finden die Atmosphäre toll.
Vom Beckenrand springen ist auch im Naturbad tabu. Dafür gibt es ein Sprungbrett, von dem man einige Salti von kleinen und großen Badegästen beobachten kann.
Wer nach dem Schwimmen Hunger bekommt, kann sich im Kiosk mit einer großzügige Portion „Schwimmbadpommes“ versorgen – oder mit selbst gebackenem Kuchen.
Für die Sicherheit im Wasser ist, neben den vier Rettungsschwimmern, unterstützend auch die Wasserwacht Bad Windsheim mit der Ortsgruppe Münchsteinach tätig. Damit alle immer auf dem neuesten Stand bleiben wird jeden Dienstagvormittag zusammen geübt.
Gegenüber dem Sprungbrett findet sich der Regenerationsbereich. Neben malerischer Optik tragen die Wasserpflanzen zur ökologischen Reinigung des Wassers bei.
Außer weiß und lila blühenden Seerosen und Wassergräsern leben auch ein paar kleine Wassertiere in diesem abgegrenzten Bereich. Sie helfen bei der Algenbekämpfung fleißig mit.
Für die hygienische Reinigung wird das Wasser zudem in eine externe Pflanzenfilteranlage gepumpt. Insgesamt wird das Wasser zirka zwei Mal am Tag komplett gefiltert, erklären die Badverantwortlichen. Mit den Bepflanzungen gibt es zudem auch etwas für den Naturliebhaber zu entdecken. Und wer einfach nur die Zeit im Wasser genießen will, ist in Münchsteinach ebenfalls richtig.