Sommerzeit, Badezeit. Und dafür muss man nicht ans Meer. Im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim wenden die fünf Städte und drei weitere Gemeinden viel Mühe auf, um ihre Freibäder zu Erholungs- und Vergnügungsorten zu gestalten. Unsere Zeitung geht in allen auf Stippvisite. Im ersten Teil unserer Sommerserie besuchen wir Burghaslach.
„Es ist der reinste Luxus, wenn man so ein Bad im Dorf hat“, schwärmt Dauerkartenbesitzer Ernst Haßler. Er kommt, wann immer Wetter und Zeit es zulassen: „Mir gefällt’s halt.“
Man hört viel Burghaslacherisch im Freibad, das etwas außerhalb neben dem Sportplatz liegt. Dazwischen mischt sich etwas Russisch oder Ukrainisch. Drei Frauen ziehen ihre Bahnen und tauschen sich nebenher über ihre Kinder aus. Ein Vater zeigt seiner Tochter, wie man so vom Ein-Meter-Bett springt, dass das Wasser so richtig in alle Richtungen spritzt und ein kleiner Bub lockt die Oma auf die Riesenrutsche, die sich in bunten Windungen in den eigenen Auslauf neben dem Becken schlängelt. Alles trägt zum entspannten, fast idyllischen Bild eines Familienbads und Dorftreffpunkts bei.
Trotz angenehmer 25 Grad und einer Wassertemperatur, die in den Abendstunden sogar noch etwas darüber liegt, ist im Burghaslacher Schwimmbad reichlich Platz.
Das kommunale Bad wird von den Aquafun Bäderbetrieben geführt. Deren Chef Oliver Fink macht die gleichen Erfahrungen wie alle Badbetreiber: Voll ist das Bad bei angenehmen Sommertemperaturen nicht, erst bei Hitze. Diese Saison mit den vielen Niederschlägen und wenigen Sommertagen hakt er jetzt schon ab. „Die kann man vergessen.“
Leider hat auch die „Party am Pool“ Mitte Juli mit Livemusik, Cocktails und Badebetrieb bis 2 Uhr nachts unter einer Kaltwetterfront gelitten. Nach der Coronapause sollte die Veranstaltung, die früher im Zwei-Jahres-Turnus stattfand, wieder anlaufen. Wenn man jetzt in zwei Jahren den nächsten Anlauf nähme, geriete man in die Zeit der Fußballweltmeisterschaft. Also vielleicht doch lieber erst in drei Jahren den nächsten Versuch starten? „Oder gleich im nächsten Jahr“, überlegt Fink laut.
Die Saison läuft bis zur Burghaslacher Kirchweih am Monatsende im Vollbetrieb, bis kurz vor Ende der Ferien gelten in der Regel noch eingeschränkte Öffnungszeiten.
Nur vor den beiden Frauenduschen muss man kurz anstehen. „Sie müssen mal zwischen 11 und 12 Uhr kommen“, empfiehlt eine weitere Dauerkartenbesitzerin. „Da hat man das Bad für sich. Danach noch ein Kaffee – und der Tag ist perfekt.“ Fink weiß ebenfalls, dass es viele Eltern genießen, sich einen Cappuccino schmecken zu lassen und dabei den Nachwuchs im Babybecken immer in Sichtweite zu behalten.
Viel Schatten – im Bad, aber auch schon draußen bei den Parkplätzen – führt Fink als weiteren Pluspunkt für „sein“ Bad an. Daneben den „Strandauslauf“ – das heißt, man watet ohne Treppe in den allmählich tiefer werdenden Nichtschwimmerbereich hinein. Dazu gibt es kleine Extras wie einen Massagedüsen-Wasserpilz und eine Wasserdusche.
Auf dem Dach des großen Funktionsgebäudes sind die schwarzen Schläuche verlegt, in denen das Wasser von der Sonne aufgeheizt wird. Angenehme 25,6 Grad sind es heute.
Der Beach-Volleyballplatz döst in der Sonne. Erst als die Schatten länger werden, entert ihn die Jugend. Da packen viele der Familien schon zusammen. Eine Markt Taschendorferin hebt am Bad hervor, dass es so überschaubar ist. „Und das Highlight ist natürlich die Riesen-Rutsche“, sagt sie mit Blick auf ihre beiden Kinder.
Eine beliebte Erholung mit viel Platz: Das Waldbad in Neustadt