Franken-Therme: Was bringt die Frische-Kur für den Salzsee? | FLZ.de

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Veröffentlicht am 15.09.2023 15:29

Franken-Therme: Was bringt die Frische-Kur für den Salzsee?

Wo sich sonst zahlreiche Gäste einfach treiben lassen, wurde kräftig gewerkelt, um den Salzsee der Franken-Therme zu warten. (Foto: Anna Franck)
Wo sich sonst zahlreiche Gäste einfach treiben lassen, wurde kräftig gewerkelt, um den Salzsee der Franken-Therme zu warten. (Foto: Anna Franck)
Wo sich sonst zahlreiche Gäste einfach treiben lassen, wurde kräftig gewerkelt, um den Salzsee der Franken-Therme zu warten. (Foto: Anna Franck)

Ein ungewöhnlicher Anblick bot sich in den vergangenen Tagen in der Franken-Therme in Bad Windsheim. Vom Sole-Wasser des Salzsees war keine Spur, stattdessen schufteten dort Mitarbeitende der Therme mit Schaufel und Presslufthammer.

Wartungsarbeiten standen im „fränkischen Toten Meer“ an, die nur alle paar Jahre vollzogen werden. Sie sind ebenso besonders wie der See an sich. Durch den hohen Solegehalt vom 26,9 Prozent ist ein Schwebeerlebnis wie im Toten Meer möglich, sagt Oliver Fink, Geschäftsführer und technischer Leiter der Franken-Therme. Seit Eröffnung der Einrichtung im Jahr 2005 sei der Salzsee nur drei Mal geleert worden. Um den Zeitpunkt dafür zu bestimmen, ist die fachliche Expertise der Techniker entscheidend. Deutlich öfter Hand angelegt wird freilich bei anderen Komponenten – beispielsweise der Plane der Kuppel, die ein Mal im Jahr geprüft wird.

Das Wasser wird in Tanks eingelagert

Bei der Leerung des 800 Kubikmeter fassenden Salzsees wird das Wasser nicht entsorgt – in den Kanal dürfte das fast vollgesättigte Sole-Wasser ohnehin nicht eingeleitet werden –, sondern in Speicher-Tanks zwischengelagert und nach der Wartung wieder zurückgeführt. Etwa neun Stunden dauerte das Ablassen. Am Dienstag um 6 Uhr startete man, „am Nachmittag war der See leer“, sagt Oliver Fink.

Ab Mittwoch konnten Arbeiten an Komponenten des Badewasserkreislaufes durchgeführt werden. Denn: Mit der Zeit werden die 14 Einstromdüsen des Sees durch die Mineralisierung der Sole blockiert. Die Umwälzleistung schrumpft dadurch und wird langsamer. Die Folge: Im Winter kann die Temperatur nicht mehr gehalten werden.

Die Einströmer wurden nun alle erneuert. Wärmetauscher inklusive Rohrleitungen wurden gespült und so Abgelagertes gelöst. Auch kleinere Reparaturen wie der Austausch von Lamellen, die Innen- und Außenbereich voneinander trennen, wurden erledigt. Sie wären in einem gefüllten Becken deutlich schwerer zu machen. Ursprünglich sollte der See am heutigen Samstag wieder für Gäste zugänglich sein. Die Arbeiten hatten sich aber doch länger hingezogen, so Fink am Freitag auf Nachfrage unserer Redaktion. Am Montag oder Dienstag werden Besucher ihn wohl wieder nutzen können.

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Mitarbeitende mussten kräftig anpacken

Übrigens: Die Einströmer sitzen etwa 30 bis 40 Zentimeter tief im Kiesbett. Ihre genauen Standorte wurden anhand eines Planes ermessen. Presslufthammer und Schaufel hielten her, um den Zugang freizulegen. Immer wieder wurde Restwasser abgepumpt. Auch für die Mitarbeitenden sind die Arbeiten im leeren Salzsee besonders. Zwar ähneln sie denen in den Schwimmbecken, doch hier müssten sie doch etwas mehr anpacken, sagt Oliver Fink. Heuer waren die Einströmer noch mit Schotter bedeckt. Künftig sollen geschweißte Hütchen, deren Form laut dem technischen Leiter an einen Sombrero erinnern, eingesetzt werden und dafür sorgen, dass der Auslass stets sichtbar für das Team ist. „So können wir jederzeit ran.“ Die Gäste schweben ohnehin und würden durch die Hütchen nicht gestört.

Viele verloren gegangene Gegenstände von Badegästen findet das Thermen-Team bei der Wartung des Salzsees übrigens nicht. Der eine oder andere Ohrring kommt mit etwas Glück zum Vorschein. „Wenn es Echtgold ist, ist er auch noch schick“, sagt Oliver Fink und lacht. Die Gäste würden aber in der Regel kaum Schmuck mit in die Becken nehmen.


Anna Franck
Anna Franck
Redakteurin im Online-Team
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