Förderzentrum in Neuendettelsau vor dem Aus: Wer trägt die Verantwortung? | FLZ.de

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Veröffentlicht am 07.11.2025 17:00

Förderzentrum in Neuendettelsau vor dem Aus: Wer trägt die Verantwortung?

Das Förderzentrum St. Laurentius in Neuendettelsau braucht eine Generalsanierung. Der Träger Diakoneo und die Regierung von Mittelfranken sind sich nicht einig darüber, wer daran schuld ist, dass der Sanierungsstau entstand.  (Foto: Antonia Müller)
Das Förderzentrum St. Laurentius in Neuendettelsau braucht eine Generalsanierung. Der Träger Diakoneo und die Regierung von Mittelfranken sind sich nicht einig darüber, wer daran schuld ist, dass der Sanierungsstau entstand. (Foto: Antonia Müller)
Das Förderzentrum St. Laurentius in Neuendettelsau braucht eine Generalsanierung. Der Träger Diakoneo und die Regierung von Mittelfranken sind sich nicht einig darüber, wer daran schuld ist, dass der Sanierungsstau entstand. (Foto: Antonia Müller)

Das Neuendettelsauer Sozialunternehmen Diakoneo wehrt sich gegen die Vorwürfe, die wegen der angekündigten Schließung des Förderzentrums St. Laurentius erhoben wurden. Die Regierung von Mittelfranken als zuständige Behörde will den Schwarzen Peter aber auch nicht.

Mitte Oktober hatte Diakoneo angekündigt, dass das Förderzentrum zum Ende des Schuljahres geschlossen wird. Das Gebäude sei in so schlechtem Zustand, dass dort nicht länger unterrichtet werden kann. Daraufhin hagelte es Kritik von Eltern, der Gemeinde und dem Landkreis.

In den vergangenen acht Jahren habe Diakoneo verschiedene Planungsvorlagen und Konzepte erarbeitet und entwickelt mit dem Ziel, keinen Sanierungsstau entstehen zu lassen, teilte Diakoneo-Pressesprecher Oliver Heieck auf Anfrage der FLZ mit.

Wasserschäden in einigen Räumen

Eine Genehmigungsreife sei jedoch nie erreicht worden, da zum Beispiel vorgeschlagene Raumprogramme von Seiten der zuständigen Sachbearbeitung wiederholt zur Überarbeitung zurückgegeben oder abgelehnt worden seien. Aktuelles Beispiel sei der Antrag auf die dringend notwendige Sanierung des undichten Daches vom Dezember 2024, zu dem „wir bis heute leider noch immer keine Reaktion der zuständigen Behörde verzeichnen können”, wie es in der Stellungnahme von Diakoneo heißt. Einzelne Räume dürften daher schon jetzt wegen Wasserschaden nicht mehr für den Unterricht genutzt werden.

Die zuständige Behörde ist die Regierung von Mittelfranken, die diesen Vorwurf aber nicht auf sich sitzen lassen will. Die dortige stellvertretende Pressesprecherin Nadine Rauch teilte mit, dass die Dachsanierung im Dezember 2024 beantragt worden sei. Bereits im Vorfeld habe die Regierung den Schulträger Diakoneo darüber informiert, dass auch ohne eine Förderzusage bereits mit der Dachsanierung begonnen werden könne.

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Mit Einzelmaßnahmen ist es inzwischen sowieso nicht mehr getan – eine Generalsanierung ist fällig, darin sind sich alle Seiten einig. Die Kosten dafür trägt der Freistaat Bayern bei privaten Förderschulen komplett. Voraussetzung für die Auszahlung von Finanzmitteln sei ein entsprechender Förderantrag, den Diakoneo aber laut der Regierung bisher nicht gestellt habe.

Eine Vorfinanzierung kann sich der Verein nicht leisten

Von der Seite des Sozialunternehmens heißt es hingegen, erst die „permanenten Ablehnungen” der Regierung hätten den Sanierungsstau entstehen lassen. Die Voraussetzung für die Weiterführung sei klar: „Wenn die erforderlichen Gelder für eine Sanierung vor Beginn der Arbeiten verbindlich zur Verfügung gestellt werden, können wir das Gebäude erhalten und Träger dieses Förderzentrums bleiben.” Eine Vorfinanzierung könne sich der finanziell angeschlagene Sozialkonzern nicht leisten.

Von fortlaufenden Ablehnungen kann aus Sicht der Regierung keine Rede sein. Man habe Diakoneo schon 2018 ein „fiktives Raumprogramm” zur Verfügung gestellt, das als Grundlage für die konkrete Planung des Trägers diene. 2020 habe das Architekturbüro von Diakoneo eine Übersicht der vorgesehenen Flächen vorgelegt und nach weiteren Abstimmungen noch im selben Jahr eine Rückmeldung zu den Raumflächen erhalten.

2021 sei die Fenstersanierung als Vorabmaßnahme genehmigt worden. Im Dezember 2023 habe Diakoneo mitgeteilt, dass die finale Abstimmung hinsichtlich des Raumprogramms und der endgültigen Nutzung des Förderzentrums „noch etwas Zeit in Anspruch nehmen werde und kündigte gleichzeitig an, dass die Sanierung der Dachflächen vorgezogen werden soll”. Bisher habe Diakoneo keinen Antrag auf schulaufsichtliche Genehmigung sowie Förderung einer Generalsanierung des Schulgebäudes bei der Regierung von Mittelfranken eingereicht.

Gespräch über Lösungsmöglichkeiten

Unabhängig von diesen Meinungsverschiedenheiten hat es mittlerweile ein Gespräch zwischen Diakoneo sowie Vertreterinnen und Vertretern verschiedener staatlichen Ebenen gegeben, bei dem versucht wurde, eine Lösung zu finden. Die über 200 Schülerinnen und Schüler des Förderzentrums sollen auch im nächsten Schuljahr an ihrer jetzigen Schule bleiben können.


Thomas Schaller
Thomas Schaller
Redaktion Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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